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1 (1876)
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617
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Borax.

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Feuer schmilzt er leicht, bläht sich zu einer schneeweissen schwammigen Masse(Borax calcinatus s. ustus) auf, welche nach Verlust des sämmtlichen Krystalli-sationswassers bei Rothglühhitze zu einer farblosen zäheflüssigen Masse schmilztund erkaltet ein wasserlielles sprödes Glas, Boraxglas, darstellt. Dergeschmolzene Borax löst Metalloxyde auf und schützt Metalle wie ein Firnissvor Oxydation, daher wird er besonders zum Löthen der Metalle benutzt. DerBorax hat die besondere Eigenschaft, Schleime, wie z. B. des Arab. Gummis,Saleps etc., zu verdicken und starr zu machen. Ein Zuckerzusatz .liebt dieseEigenschaft auf. Ferner hat er die Eigenschaft viele in Wasser unlöslicheHarze oder harzartige Stoffe in Wasser löslich zu machen. Seine wässrigeLösung löst Fibrin, Albumin, Casei'n, Harnsäure, Salicylsäure etc. Endlich istder Borax ein mild antiseptisches und antifermentisches Mittel, welches sichbesonders den kleinen parasitischen Vegetationen feindlich erweist. Harn,welcher 1 Proc. Borax enthält, bleibt Jahre lang unverändert. Mit Boraxversetzte Milch wird erst nach mehreren Tagen sauer.

Krystallisirt Borax aus einer concentrirten Lösung bei 56 80° C., sonimmt er eine oktaedrische Krystallform an. Er enthält alsdann wenigerKrystallwasser und hat ein spec. Gew. von 1,81. Die Krystalle sind härterund hängen fester an einander, so dass sie eine klingende Masse bilden. Introckner Luft bleibt dieser Borax unverändert, in feuchter zieht er aber Wasseran und wird trübe.

Prüfung. Die wässrige Auflösung des Borax darf nicht durch Schwefel-wasserstoffwasser verändert werden, im anderen Falle enthält er metallischeStoffe. Eine Trübung oder Fällung durch kohlensaures Natron zeigt erdigeSalze, eine solche durch Chlorbaryumlösung zeigt schwefelsaure Salze an.Da aber auch die-Borsäure mit Baryterde eine schwerlösliche Verbindung ein-geht, so ist es nothwendig, die Lösung sehr verdünnt anzuwenden und zu ver-suchen , einen etwaigen Niederschlag durch Zusatz von Salpetersäure und Er-wärmen aufzulösen. Eine Verunreinigung mit Chloriden entdeckt man durchSilbernitratlösung in der dünneren, mit Salpetersäure sauer gemachten Borax-lösung. Entsteht etwa eine Trübung oder ein Niederschlag, welcher auch aufweiteren Zusatz von Salpetersäure nicht verschwindet, so ist eine Verunreini-gung mit Natriumchlorid vorhanden. Beimischungen von Alaun und Steinsalz-krystallen sind schon öfter vorgekommen. Man muss also mehrere Krystallebehufs der Prüfung auflösen.

Anwendung. Innerlich wendet man den Borax als Wehen- und Menstruation-beförderndes, diuretisches, säuretilgendes, steinlösendes Mittel zu 0,51,5 Gm.,äusserlich bei Mundschwämmen, Mundfäule, Diphtheritis, Mandelentzündung,Pityriasis und anderen Hautleiden, Frostbeulen etc. an. Im Harn findet ersich nach dem innerlichen Gebrauch unverändert wieder. Weil der Boraxdie Eigenschaft besitzt, in der Hitze Metalloxyde aufzulösen, gebraucht manihn in der Technik zum Löthen, zur Darstellung von künstlichen Edelsteinen,in der Chemie zu Löthrohrversuehen. Auch erweist er sich als ein gutesConservationsmittel organischer Flüssigkeiten, welche leicht sauer werden. DerBorax ist ein passendes Salz, Geweben die Eigenschaft zu nehmen, mit Flammezu brennen. Gepulverter Borax wird zum Vertreiben der Insecten angewendet.

(1) Aqua cosinetica boracina.I.

iy Bovacis 10,0

Acidi salicylici 2,0.

Solve in

Äeusserlich gegen Sommersprossen undandere Flecke der Haut, als Znsatz zum

Aquae Aurantii florum 188,0.Liquor filtratus dispensetur.