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1 (1876)
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604
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Bismuthum.

schmilzt, so ist ein nur mässiges Kohlenfeuer erforderlich. Nach öfters wieder-holtem Umrühren mit einem thönernen Pfeifenstiel oder mit einem vorhererwärmten Porcellanstabe lässt man den Tiegel eine halbe Stunde bedeckt inder Schmelzhitze stehen, um der Scheidung der Schlacke von dem Metall Zeitzu lassen. Dann giesst man das Metall unter der Schlacke hinweg auf einenvorher heiss gemachten Teller aus. Die Stücke des erkalteten Metalls, welchenSchlacke anhängt, werden zerstossen, zuerst in öprocentiger Salzsäure ein biszwei Stunden macerirt und dann mit Wasser abgewaschen und getrocknet.Will man nur das Arsen wegschaffen, so kann man auch das Metall in einemflachen offenen Tiegel unter bisweiligem Bestreuen mit Kohlenpulver undUmrühren eine bis zwei Stunden rothglühend erhalten. Das Arsen ver-flüchtigt sich.

Eigenschaften. Das Wismuthmetall ist röthlich weiss, stark glänzend undspröde und hat ein grossblättriges krystallinisches Gefüge. Es lässt sich leichtin einem (eisernen) Mörser zu Pulver zerstossen. Vollkommen rein ist esetwas hämmerbar. Es schmilzt bei 265° C. und erstarrt bei 242° C. unterbedeutender Vermehrung des Volumens, es dehnt sich also beim Erstarrenaus, indem es krystallisirt. In der Weissglühhitze verdampft es und destillirtüber, wobei die Dämpfe sich in blättriger Form verdichten. An der Luftoxydirt es sich bei gewöhnlicher Temperatur nicht, wird aber durch Schwefel-wasserstoff afficirt. In der Rothglühhitze bei Luftzutritt verbrennt es mitbläulicher Flamme zu Wismuthoxyd. In heisser Chlorwasserstoffsäure oderverdünnter Schwefelsäure löst es sich nur schwierig unter Ausscheiden vonWasserstoff, leicht aber in Salpetersäure (welche nicht zu concentrirt sein darf),indem es sich auf Kosten derselben oxydirt. Durch Zinn, Kupfer, Zink,Eisen, Blei, Kadmium wird es aus seinen Auflösungen metallisch gefällt. Spec.Gew. 9,6 bis 9,8.

Prüfung. Zur Constatirung der Verunreinigungen des Wismuths mischtman 10,0 des gepulverten Metalls mit 1,5 gepulverten Kalisalpeter und1,5 gepulvertem Natronsalpeter und schmelzt im Porcellantiegel. Dieerkaltetete Schmelze wird zerstossen und die Schlacke von dem Metallabgeschlämmt. Diese die Schlacke enthaltende Flüssigkeit dampft man einund nimmt den Rückstand mit circa 20proc. Salpetersäure unter Digestion auf(ungelöst bleiben Zinn und Antimon). Das Filtrat verdünnt man mit einemgleichen Volum Wasser (erfolgt eine Trübung, so bringt man dieselbe durchZusatz von Salpetersäure zum Verschwinden) und versetzt mit Salzsäure. Einedadurch entstehende Trübung oder ein Niederschlag ist Chlorsilber. Diedavon abfiltrirte Flüssigkeit wird mit Ammon neutralisirt, mit Salzsäure sauergemacht bis zum Aufkochen erhitzt und noch heiss mit Schwefelwasserstoffübersättigt. Nach mehrstündiger Digestion werden die abgeschiedenen Metall-sulfide gesammelt, daraus durch Digestion mit Ammonbicarbonat das Schwefel-arsen, hierauf durch Maceration mit Schwefelammonium eine etwaige SpurSchwefelzinn extrahirt, die rückständigen Metallsulfide in Salpetersäure gelöst,die verdünnte Lösung mit Natronsulfatlösung versetzt und einige Stunden beiSeite gestellt, um dem Bleisulfat Zeit zum Absetzen zu gewähren. Die durchFiltration vom Bleisulfat gesonderte Flüssigkeit wird mit einem UeberschussAetzammon versetzt. Eine weisse Fällung hat seine Ursache in etwa gelöstemWismuthoxyd, eine blaue Färbung der Flüssigkeit zeigt Kupfer an. Aus deroben mit Schwefelwasserstoff behandelten sauren, von den Metallsulfidenbefreiten Flüssigkeit werden nach der Uebersättigung mit Ammon Eisen, Nickel,Zink durch Schwefelammonium abgeschieden.