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1 (1876)
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527
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Fig. 136. Pomeranzenblüthe im Verticaldurchsclinitt Fig. 137. Pomeranzenblüthe von den Blumenblättern

(l^gfachb Lin. Vergr.i. d Hypogynisclie Scheibe, und Staubblättern befreit, d Hypogynische

k Kelch, j) Blumenblätter, n Narbe. / Yer- Scheibe, k özähniger Kelch, g Fruchtknoten,

waclisene Staubblätter. st Griffel, n Narbe.

flüchtige Oele bedingt sein, von welchen das besonders mit dem höchst lieb-lichen Gerüche begabte löslich im Wasser ist. Das andere flüchtige Oel,woraus auch hauptsächlich Oleum Niroli des Handels besteht, ist wenig inWasser löslich und von minder lieblichem Gerüche. Dies ist der Grund,warum sich ein gutes Pomeranzenblüthenwasser nicht durch Sättigung desWassers mit Neroliöl darstellen lässt. Jene flüchtigen Oele sind nur in denBlumenblättern, nicht in den Kelchen enthalten.

Anwendung. Die frischen Pomeranzenblüthen werden nur zur Darstellungdes Pomeranzenblüthenwassers verbraucht, eine therapeutische Verwendunghaben sie nicht.

Aqua Aurantii florum, Aqua Napliae, Aqua Florum Napliae, Orangenblüthen-wasser, Pomeranzenblüthenwasser, ist ein Gemisch aus gleichen Theilen des käuf-lichen concentrirten Pomeranzenblüthenwassers und destillirtemWassers. Einen therapeutischen Werth hat diese Mischung nicht. Sie istnur ein Object der eleganten Receptur.

Das im Handel vorkommende concentrirte Orangenblüthenwasser,Aqua florum Aurantii triplex vel quadruples wird in Frankreich ingrossem Umfange dargestellt. Bei der Darstellung verwendet man auch häufigdie frischen Blätter und die frischen abgefallenen unreifen Früchte des Pome-ranzenbaumes. Das in und bei Paris bereitete Wasser gilt als die beste Han-delssorte. Es zeigt immer eine geringe saure Reaction (Essigsäure).

Es kommt nicht selten vor, dass ein vom Droguisten bezogenes Wasserin Menge Schleimflocken enthält, auch wohl stark sauer reagirt, ja selbst einenziemlich auffallenden üblen Geruch angenommen hat. Man macht das Wasserwiederum brauchbar, wenn man in den beiden ersten Fällen mit etwas ge-brannter Magnesia schüttelt, filtrirt und wiederum destillirt, im letzteren Falledas Wasser in unbedeckter Schale dem Einflüsse der Luft aussetzt. In solchenFällen reducirt sich natürlich das quadruples oder triplex in duplex.Da das Orangenblüthenwasser mitunter in Blechgefässen in den Handel kommt,

Aurantium.

und einen kahlen, 8 12fächrigen Fruchtknoten, welcher einer kahlen fleischigenScheibe aufsitzt und einen stielrunden, mit einer kopfförmi'gen gelben Narbegekrönten Griffel trägt. Der Geruch ist ungemein lieblich, verschwindet aberbeim Trocknen der Blüthen. Er soll (nach Soubeiran ) durch zwei verschiedene