Aurantium.
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Apfelsinenschalen (die Schalen der Früchte von Citrus AurantiumRisso), welche man den Pomeranzenschalen untergemischt findet, unterscheidensich durch die goldgelbe oder orangerothe Farbe, den abweichenden Geruch,den Mangel an Bitterkeit und durch die weit geringere Dicke. Sie werdenherausgesucht und weggeworfen.
Zur Bereitung der Confectio Aurantiorum werden die frischen Schalenvon Citrus spatafora, einer Varietät von Citrus vulgaris , verwendet.
Zum pharmaceutischen Gebrauch befreit man die Pomeranzenschalen vonihrem weissen Marke. Hierzu werden die Schalen nicht länger als 15 Minutenin kaltem Wasser eingeweicht und, nachdem letzteres abgegossen ist, an einenkilhlen Ort oder in den Keller gestellt. Nach einem Tage ist die schwammigeRindenschicht weich genug, um sie mit einem dünnen Messer abzuschneiden.Sie wird soweit abgeschnitten, dass die dunkelen, unter der oberen Fruchthautliegenden Oelbläschen noch von einer sehr dünnen weisslichen Schicht bedecktbleiben. Noch feucht wird die äussere Rindenschicht (flavedo) zerschnitten,durch ein grobes Speciessieb geschlagen und auf Papier ausgebreitet bei 25bis 30° getrocknet. Eben so weit soll man nach der Erfahrung einiger Prak-tiker kommen, wenn man die rohen Schalen bei gelinder Wärme hart trocknet,so dass sie spröde werden, und dann im Stossmörser gröblich zerstösst, wobeieine öftere reibende Bewegung des Pistills empfohlen wird. Dadurch wirdangeblich die schwammige Rindenschicht in Pulver verwandelt, während diehärtere gelbe Schicht in Stücken bleibt. Diese Art der Expulpation, wie dieAbsonderung der Mittelschicht genannt wird, giebt aber nicht das gewünschteResultat und eine unansehnliche Waare. Die Flavedo-Ausbeute beträgt ungefähr50 Proc. Im Handel trifft man auch eine Pomeranzenschale, die beim Ein-sammeln expulpirt ist, von guter Beschaffenheit an (Cortex Aurantii expul-patus citrinus s. sine parenehymate).
Bestandteile. Die Flavedo der Mallagasorte enthält ungefähr 1,25 Proc.flüchtiges Oel und 25 Proc. bitteren Extractivstoff. Die Mittelschicht enthältSchleim. Das Parenchym wird (nach Flüeckigbr ) durch Aetzammon schöngelb, durch Jodlösung vorübergehend ungleich gebläut, durch Eisenchloriddunkel gefärbt.
Aufbewahrung. Die Pomeranzenschale wird nicht expulpirt, da sie imHandverkauf in dieser Form häufig gefordert wird, ferner expulpirt und inSpeciesform und in geringer Menge als feines Pulver, bereitet aus der expul-pirten Waare, vorräthig gehalten. Die geschnittene wird in Blech- oder Glas-gefässeD, das Pulver in einer gut verkorkten Flasche aufbewahrt.
Anwendung. Die Pomeranzenschalen gehören zu den aromatisch bitterenMitteln und werden in Gaben von 1,0 — 2,0 Gm. meist als Tonicum und Sto-machicum, bei atonisehen Blutungen, bei Wurmleiden etc. gegeben. Manbereitet daraus ein Extract, Tincturen und Elixire.
Extractum Aurantii corticis, Pomeranzenschalcnextract. 10 Th. der expul-pirten und zerschnittenen Pomeranzenschalen werden durch dreitägige Digestionzuerst mittelst 40 Th. 45procentigen Weingeistes, dann mittelst 20 Th. einesgleichen Weingeistes extrahirt, jeder Auszug unter Auspressen gesammelt, dieColaturen vereinigt, nach 1—2tägigem Absetzenlassen filtrirt und in ein dickesExtract verwandelt. Das Extract ist von rothbrauner Farbe , in Wasser klarlöslich und hält sich sehr gut. Ausbeute 27 — 30 Procent der trocknenFlavedo.