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1 (1876)
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523
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Atropinum valerianicum.

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Darstellung. Das Atropinvalerianat ist nur dann in Kryst.allen zu erlangen,wenn bei seiner Darstellung möglichst wasserfreie Materialien zur Verwendunggelangen. Die Valeriansäure beansprucht hier die Formel HO, C 10 iPO :> oderC 5 H 10 O. 2 , ist' also das sogenannte Monohydrat. Man gewinnt sie bei der Re-ctification der Valeriansäure im letzten Drittel der Destillation. Der Aethermuss möglichst Weingeist- und wasserfrei sein.

10,0 Gm. der vorbemerkten Valeriansäure und 28,0 Gm. reines Atropinwerden in einem porcellanenen Mörser zusammengerieben, dann mit circa20 CC. absolutem Weingeist gemischt und in ein Glasgefäss eingetragen,welches 150 CC. Aether enthält, kräftig umgeschüttelt, anfangs einen Tag mitt-lerer Temperatur, dann zwei Tage der Kälte (5 bis + 5° C.) ausgesetzt,hierauf die Krystalle in einem Trichter über einem lockeren Bäuschchen Glas-wolle gesammelt und mit etwas jenes wasserfreien Aethers abgewaschen. Manbreitet den krystallinischen Brei auf einer Poreellanfläche aus und lässt denAether bei möglichst niederer Temperatur an einem völlig trocknen Ortefreiwillig abdunsten.

Hatte man nicht genügend wasserfreie Materialien verwendet, so erhältman keine Krystalle, sondern eine syrupdicke Flüssigkeit.

Der bei der Darstellung des Atropinvalerianats im Gebrauch gewesene unddaher atropinhaltige Aether wird für dieselbe Arbeit aufbewahrt oder durchDestillation über etwas verdünnte Schwefelsäure für andere Zwecke, z. B. zurDarstellung der Tinctura Valerianae aetherea, verwendbar gemacht.

Eigenschaften. Das Atropinvalerianat bildet hygroskopische, farblose odernach einiger Zeit der Aufbewahrung weisse, lockere, rhombische Krystalle oderkrystallinische Krusten, welche schwach nach Valeriansäure riechen, sich vorFeuchtigkeit geschützt nicht verändern, in einer Wärme von 20° C. erweichen,bei 42° C. schmelzen, dann in den krystallinischen Zustand nicht wieder zu-rückkehren und in der Wärme des kochenden Wassers ihre Valeriansäure ver-lieren. In Wasser und Weingeist ist das Valerianat in jedem Verhältnisslöslich, damit eine schwach alkalische Lösung gebend; in Aether, welcher"weingeist- und wasserfrei, ist es nur in Spuren löslich, im officinellen Aethernicht schwer löslich.

Aufbewahrung. Atropinvalerianat gehört zu den directen Giften undwird wie das Atropin aufbewahrt, nur ist es in einer trocknen, mit Kautschuk-stopfen dicht geschlossenen, kleinen Flasche, welche in eine Blechbüchse überetwas Aetzkalk gestellt ist, zu halten, und bei der Dispensation ist die Flascheschnell wieder zu schliessen. Es ist zweckmässig das Präparat als Atropinumvalerianicum saccharatum vorräthig zu halten.

Anwendung. Dieses therapeutisch höchst überflüssige Präparat wurde alsmächtiges Antispasmodicum, Antineuralgicum und Antepilepticum gerühmt, hataber keinen Vorzug vor dem Atropinsulfat. Man hat es namentlich bei Epi-lepsie (welche Michäa damit stets geheilt haben will), Chorea, Hysterie,-Keuchhusten, Asthma angewendet. Die Dosis für einen Erwachsenen ist0,0005 0,0008 0,001 0,0015 (bei Epilepsie mit allmäliger Steigerung).Die stärkste Einzeldosis, welche vom Arzte ohne Beifügung eines ! nicht dis-pensirt werden darf, ist 0,002, die Gesammtdosis auf den Tag 0,006. Dieerwähnten Dosen würden für ein Kind von 10 Jahren auf den dritten, fürein Kind von 13 Jahren auf die Hälfte herabzusetzen sein.

Dem Arzte sei der Vorschlag gemacht, dieses Präparat zu extemporirenund^zwar aus Atropin und Valeriansäure zusammensetzen zu lassen. Auf 0,03