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1 (1876)
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521
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Atropinum sulfuricum.

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sie unter sanften Agitiren in ein 4faches Volum Aether, welchen man durchChlorcalcium total entwässert hat und der sich in einem becherförmigen Ge-fässe befindet. Nachdem man mit einer geringen Menge wasserfreiem Wein-geist die in dem Kölbchen an der Wandung hängengebliebene Lösung aufge-nommen und dem Aether zugesetzt hat, giesst man noch ebensoviel Aetherdem Volum nach hinzu, als das Becherglas bereits Flüssigkeit enthält, rührtsanft um und stellt das Gefäss dicht bedeckt an einen kalten Ort. Nach Ver-lauf eines Tages setzt man auf einen Stehkolben einen Trichter, dessen Abfluss-öffnung mit einem Dütchen von Fliesspapier oder einem Bäuschchen Glaswollelocker geschlossen ist, und giebt in den Trichter den ätherhaltigen Krystallbreiaus dem Becherglase. Was vom Salze etwa an der Wandung des Becher-glases hängen bleibt, lässt man sitzen und freiwillig abdunsten und trockenwerden. Den nach dem Ablaufen des Aethers in dem Trichter verbliebenenKrystallbrei wäscht man durch Aufgiessen von etwas wasserfreiem Aether abund breitet ihn dann auf einem flachen Glasgefäss aus. Nach dem freiwilligenAbdunsten des Aethers verbleibt das Atropinsulfat als eine sehr weisse, aussehr kleinen Krystallen bestehende Masse zurück. Zum Gelingen der Darstel-lung ist ein möglichst wasserfreier Weingeist und wasserfreier Aether unddann auch zur Bildung der Krystallclien eine Temperatur von weniger als12° C. erforderlich. Die mit Aether befeuehteten Krystalle schmelzen schonbei einer Wärme von circa 20° C.

Eigenschaften. Das Atropinsulfat ist entweder ein weisses krystallinischesPulver oder bildet kleine weisse, amorph erscheinende Stückchen oder kleinefarblose seidenglänzende Prismen, löslich in 3 Th. kaltem Wasser, in 35 Th.wasserfreiem, in 10 Th. 90procentigem Weingeist, dagegen unlöslich inAether, Chloroform, Benzol. Die Lösungen sind neutral und von sehr bitterem,widrigem, Uebelkeit erregendem Geschmack. Gegen Reagentien verhält es sichwie das Atropin. Siehe S. 518.

Prüfung. Eine Verunreinigung mit Belladonnin, welches Alkaloid dasAtropin in der Belladonna begleitet und nach Huebschmann eine gelbe harz-artige Substanz darstellt, wird erkannt, wenn die Lösung von 0,1 Atropinsulfatin 200,0 Wasser sowohl auf Zusatz von 2 3 Tropfen Natroncarbonatlösung,als auch mit 20 Tropfen verdünnter Schwefelsäure sauer gemacht durchGallusgerbsäure stark getrübt wird. Das Belladonnin enthaltende Präparatist meist weisslich gelb und wird sich mit concentrirter Schwefelsäure über-gössen stark bräunen. Das reinere Atropin bräunt sich entweder nicht oderfärbt sich nur unbedeutend bräunlich.

Aufbewahrung. Das Atropinsulfat gehört zu den directen Giften und wirdim Giftschranke aufbewahrt. Als Aufbewahrungsgefäss dient eine mit Korkgeschlossene Flasche. Ein violettfleckig gewordenes Atropinsulfat wird wieoben S. 517 angegeben durch Behandeln mit Aetzammon in Atropin und diesesin Atropinsulfat verwandelt.

Anwendung. Die Wirkung des Atropinsulfats entspricht derjenigen derBelladonna in concentrirtester Form. Innerlich giebt man es zu 0,0003 0,00060,0008 Gm. 2 3mal täglich und in langsam gesteigerter Dosis, in wein-geistiger Lösung, Pillen, Pastillen. Die stärkste Dosis, welche nach der DeutschenPharmakopoe ohne beigesetztes Ausrufungszeichen vom Arzt verschrieben wer-den darf, beträgt 0,001, die Gesammtdosis auf den Tag 0,003 Gm. Zu sub-cutanen Injectionen (bei Neuralgien, Krämpfen) ist die Dosis 0,0003 0,001 Gm.in Wasser gelöst. Die von GiiAEFE 'schen Augentropfen sind eine Lösung