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1 (1876)
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519
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Atropinum.

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einen weissen, Mercurichlo rid einen weissen, Kalibichroma in nichtzu dünnen Lösungen nur nach einiger Zeit einen gelben, Goldchlorid einencitronengelben, krystallinischwerdenden, Platinchlorid nur in concentritenLösungen einen weisslich gelben, Pikrinsäure nur in concentrirten Lösungenallmälig einen krystallinischen gelben Niederschlag erzeugen. Gallusgerb-säure erzeugt in sauren Lösungen keinen, in neutralen oder schwach alka-lischen dagegen einen weissen Niederschlag. Mittelst Kaliummercurijodids(S. 202) lässt sich das Atropin volummetrisch und gewichtsanalytisch be-stimmen. Der getrocknete Niederschlag enthält 33,2 Proc. Atropin.

Atropin ist ein heftiges narkotisches Gift. Letale innerliche Dosis 0,05bis 02, letale andermatische Dosis 0,02 0,05 (Kaninchen, Meerschweinchen,Ratten erfreuen sich gegen diese Dosen einer Immunität). Die Vergiftung-symptome treten nach 510 Minuten auf: fieberhafte Aufregung, Trockenheitim Halse, Röthe des Gesichts, funkelnde Augen mit herabhängenden Lidern odervorstehenden glotzenden Augäpfeln, stets starke Erweiterung und Unempfindlich-keit der Pupille, Erbrechen, freiwilliger Stuhlgang, Stimmlosigkeit, Aufhörendes Hör- und Tastvermögens, Sopor. In 6 24 Stunden erfolgt der Tod.In Wunden eingetragen oder endermatisch applicirt treten ähnliche Erschei-nungen ein, niemals fehlt aber die Erweiterung der Pupille. Gegengiftesind Opium Morphin, Calabarbohnenextract, Kaffeeaufguss, Wein. (Dagegenist Atropin ein Antidot des Opiums und Morphins.)

Nach einer Atropin- (oder Belladonna- und Datura-) Vergiftung sindMagen, Contenta, Blut, Nieren, Harn Untersuchungsobjecte. Diese werdenmit Weingeist, welcher mit Phosphorsäure sauer gemacht ist, extrahirt, derAuszug bei gelinder Wärme abgedunstet, der Rückstand mit Wasser aufge-nommen , filtrirt, das saure Filtrat zuerst mit Steinkohlenbenzin ausgeschüttelt,dann mit Natroncarbonat alkalisch gemacht, nun mit Chloroform oder Aetherausgeschüttelt und die Chloroform- oder Aetherlösung abgedunstet. Die Wir-kung des Rückstandes in verdünnter wässriger Lösung auf die Pupille (einerKatze z. B.) ist vor allen anderen Reactionen zu prüfen und für den Befundentscheidend.

Das Atropin scheint sich einige Wochen in den Leichen unverändert er-halten zu können.

Aufbewahrung. Atropin und seine Salze gehören zu den direeten Giften,also zu den Substanzen, welche in abgeschlossenen Räumen aufbewahrt undmit der grössten Vorsicht dispensirt werden. Da Luft und Feuchtigkeit einennachtheiligen Einfluss auf das Atropin haben, so geschieht die Aufbewahrungin kleinen, mit Kork- oder Gummistopfen dicht geschlossenen Flaschen. Zuräusserlichen Anwendung bestimmte Atropinlösungen werden laut Verordnungeiniger Regierungen mit einemGiftetiquett" versehen. (Vergl. auch S. 522.)

Anwendung. Das reine Atropin findet eine höchst seltene Anwendung,indem es durch das leicht löslichere Atropinsulfat (siehe dasselbe) passenderersetzt wird. Dosis: 0,0003 0,0005 0,0008. Die stärkste Einzelndosiswelche der Arzt ohne das ! nicht überschreiten darf, giebt die PharmacopoeaGermanica zu 0,001, die Gesammtdosis auf den Tag zu 0,003 an.

(1) Collyrium atropinicum Faso.

IV Atropini 0,05.

Solve in

Aquae destillatae 150,0.D. S. Dreistündlich die Cornea indieser Lösung während 5 Minuten zu

baden (bei Iritis). Die Flasche ist miteinem Giftetiquett zu versehen.

(2) Glycerolatum Atropini.

IV Atropini 0,1.

Solve in

Glyceriolati simplicis 20,0.