Asarum.
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Einsammlungszeit und Aufbewahrung. Die Haselwurzel wird im Frühjahr(April, März), oft auch im August gesammelt. 9 Th. geben 2 Th. trockneWurzel. Die Trocknung darf nur bei einer sehr gelinden Wärme, höchstens25° C., geschehen. Aufbewalirungsgefässe sind Glas- oder Blechgefässe. BeiAufbewahrung in hölzernen Kästen geht Geruch und Geschmack bald verloren.Das Pulvern der Wurzel geschehe mit Vorsicht, denn der Staub bewirkt sehrheftiges Niesen. Die holzigen und fasrigen Theile, welche 25 Proc. der Wurzelbilden, sind beim Pulvern zu verwerfen. Das Haselwurzpulver kommt seltenund nur in kleiner Menge in Anwendung, man hält daher davon nur einengeringen Vorrath (circa 100,0) in gut verstopfter Flasche. Eine mehr als zweiJahre aufbewahrte Haselwurzel sollte nicht mehr in den Gebrauch gezogenwerden.
Verwechselungen. Verwechselt soll die Haselwurz werden mit den Wurzelnvon Viola odorata. Fragaria vesca, Geum urbanum , denen aber die eigen-tümliche Gliederung der Haselwurzel abgeht. Die Wurzel von Viola odorataist von grünlicher Farbe und geruchlos, und die Wurzeln der beiden anderenPflanzen haben weder einen der Haselwurzel eigenthümlichen Geruch noch Ge-schmack.
Bestandtheile. Goerz fand in der Haselwurzel einen in Wasser undWeingeist löslichen, krystallisirenden, in der Siedehitze des Wassers flüchtigen,ekelhaft bitteren, emetisch wirkenden Stoff (Asarin, Haselwurzkampfer), flüch-tiges Oel etc.
Ferrosalze färben den Aufguss der Wurzel olivengrün, Gallusgerbsäurebewirkt einen flockigen Niederschlag, Mercuronitrat eine hellrötkliche Fällung.
Anwendung. Der concentrirte wässrige Aufguss der Haselwurzel wirktBrechen erregend, die Abkochung nur purgirend, indem der emetisch wirkendeBestandtheil beim Kochen verflüchtigt wird. Trotzdem wird die Wurzel kaumnoch von den Aerzten beachtet. Die Dosis ist 0,1—0,15—0,2 als Pulver oderim Aufguss 4—5mal täglich, die emetische Dosis ist 1,0—2,0. Das Pulverist zuweilen Bestandtheil der Niesepulver.
Hin und wieder (in Russland allgemein gebräuchlich) setzt man eineTinctur aus der Haselwurzel dem Branntwein zu, um den Säufern das Trinkenzu verleiden, aber wohl immer ohne Erfolg.
In Frankreich sind auch die Folia Asari officinell. Diese stehen inder Wirkung der Wurzel weit nach.
Tinetura Asari wird durch Digestion aus 1 Th. Radix Asari und5 Th. verdünntem Weingeist bereitet.
(1) Elixir antasthinaticnm Boeriiave.
tv Radicis Asari 2,0Radicis EnulaeRhizomatis CalamiRhizomatis Iridis FlorentinaeSucci Liquiritiae pulverati ana 10,0Fructus Anisi 5,0Camphorae 0,3Spiritus Vini diluti 300,0.
Macera per dies octo, saepius agita,tum exprime et filtra.
Dosis: Täglich drei bis fünfmal einenTheelöffel.
(2) Pulvis errhinus Hedenus.
ty- Calomelanos 1,0Herbae MajoranaeRadicis AsariSacchari albi ana 2,0.
M. f. pulvis.
D. S. Viermal täglich eine Priese (beiOzaena).
(3) Pulvis sternutatorius
Pharmacopoeae Franco-Gallicae.
ly Foliorum AsariFoliorum Betonicae