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Aqua.
Feuer. Triibt es sich nun im Verlaufe einer Viertelstunde in der Ruhe so,dass der Glanz des Bodens des Kasserols durch die Wasserschicht nicht mehrzu erkennen ist, so enthält das Wasser zuviel Kalkerde und ist kein gutesTrinkwasser. — 3) Ein Trinkglas wird mit dem Wasser gefüllt und diesemein Esslöffel einer klaren (filtrirten) Lösung von 1 Th. Tannin in 4 Th. destil-lirtem Wasser und 1 Th. Weingeist zugesetzt. Erfolgt in Zeit von fünf Stun-den keine Trübung, so ist das Wasser ein gutes Trinkwasser. Dasselbe istgesundheitsschädlich, wenn es sich innerhalb der ersten Stunde trübt. Erfolgtdie Trübung in der zweiten Stunde, so ist das Wasser als Trinkwasser geradenicht zu empfehlen. Färbt sich das Wasser in der dritten Stunde etwa braun,so ist es ein Trinkwasser von mittelmässiger Beschaffenheit und ammonhaltig.
V. lliirtebestiminnirg des Wassers. Der Gehalt an Kalkerde und Magnesiamacht das Wasser hart. Je grösser dieser Gehalt, um so härter das Wasser.Zu den meisten technischen und gewerblichen Zwecken kann nur weiches, dasist von Carbonaten der Kalkerde und Magnesia freies oder doch daran armesWasser verwendet werden. Es tritt daher häufig an den Pharmaceuten dieAufgabe heran, die Härte des Wassers (hydrotimetrisch) zu bestimmen. UeberHydro-timetrie und die bezügliche Methode von B outron und B oudet sei auf T homms-dobf's Statistik des Wassers und H ager's Untersuchungen Bd. II. S. 82 etc.verwiesen. Hier sollen nur Angaben einen Platz finden, nach welchen auchohne besondere hydrotimetrische Vorrichtungen eine Härtebestimmung erreichtwerden kann.
Das frisch geschöpfte Wasser verliert seine Härte beim Kochen, indemdie Carbonate der Kalkerde und Magnesia, welche durch die freie Kohlen-säure im Wasser gelöst sind, in Folge der Austreibung der Kohlensäure aus-scheiden. Es ist also das gekochte Wasser wenigem hart als das frisch ge-schöpfte. Gesammthärte oder absolute Härte nennt man die Härte desfrisch geschöpften Wassers, permanente oder bleibende Härte diejenigedes gekochten Wassers. Die Differenz zwischen beiden Härten ist die tem-poräre oder vorübergehende.
Die Gesammthärte ist abhängig von der freien Kohlensäure, der Kalk-erde und der Magnesia im Wasser, die bleibende Härte von dem Gehaltan Kalksulfat, Magnesiasulfat, Chlorcaleium, Chlormagnesium, die vorüber-gehende Härte aber von den durclr freie Kohlensäure gelösten Carbonatender Kalkerde und Magnesia.
Jede Art der Härte wird nach Graden (hyarotimetrischen Graden) ge-schätzt. In Deutschland ist es gebräuchlich, einen Härtegrad (der Gesammt-härte) gleich 1 Theil Kalkerde oder Calciumoxyd in 100000 Th. Wasser an-zunehmen (Magnesia wird als Kalkerde verrechnet). In Frankreich pflegt man denHärtegrad gleich 1 Th. Kalkcarbonat in 100000 Th. Wasser zu bestimmen.
Hat man die Gesammthärte und vorübergehende Härte bestimmt, so er-giebt sich die bleibende Härte von selbst. Zur Bestimmung derGesammt-härte versetzt man 5 Liter des Wassers mit circa 10,0 Grm. krystallisirtemNatroncarbonat, dampft zur Trockne ein, wäscht den Verdampfungsrückstandmit Wasser aus und trocknet und glüht den in Wasser unlöslichen Theil desVerdampfungsrückstandes. Je 0,05 Grm. (0,01 Grm. auf 1 Liter Wasser) desstark geglühten Verdampfungsrückstandes entsprechen 1 Härtegrad (Gesammt-härtegrad). Beträgt der geglühte Rückstand z. B. 1,25 Gm., so hätte dasWasser 25° h oder 25 Gesammthärtegrade.
Zur Bestimmung der vorübergehenden Härte verfährt man in derWeise, dass man 0,5 Liter des Wassers in einem gläsernen Kolben oder einem