Aqua.
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beanstanden. Eine Entfärbung nach 15 Minuten dürfte nur sehr entfernteSpuren organischer Stoffe andeuten und eine Beanstandung gerade nicht verdienen.
Anwendung. Das destillirte Wasser ist nicht Medicament, sondern nur einVehikel vieler Arzneistoffe, besonders derjenigen, welche sich mit den Bestand-teilen des gemeinen Wassers zersetzen, Trübungen erzeugen oder eine Far-benwandlung erleiden. Die Beurtheilung, wo und wann destillirtes Wasserstatt gemeinen Wassers zu nehmen ist, muss dem Receptar überlassen bleiben,wenn nämlich der Arzt gemeines Wasser vorschreibt. Da Spuren Ammon undEisen selten im gemeinen Wasser fehlen, so ist die Anwendung desselben z. B.bei Lösungen von Mercurichlorid, Tannin, Bleiacetat nicht zulässig.
Wo es sich um die Darstellung reiner chemischen Substanzen, Salze etc.handelt, wird stets destillirtes Wasser angewendet. Dies ist selbst rathsam beiDarstellung von Syrupen, besonders Syrupus simplex, Mucilago Gummi Arabiciund ähnlicher Lösungen, welche vorräthig gehalten werden, denn mit gemeinemWasser bereitet conserviren sie sich weniger gut und sind sie weit mehr dis-ponirt, Schimmel anzusetzen. Es ist dies eine durch die Praxis bestätigteThatsache.
Chemie und Analyse. Die chemische und physikalische Untersuchung vonWässern ist eine häufige Aufgabe des Pharmazeuten. Die Grenzen der Unter-suchung werden durch den Zweck derselben vorgezeichnet. Daher kann einemit minutiöser Sorgfalt und Mühe ausgeführte Wasseranalyse häufig für Nicht-kenner werthlos sein, wenn damit die Beurtheilung über die Verwendbarkeitdes Wassers für diese oder jene Zwecke nicht verbunden ist.
Bekanntlich unterscheidet man hartes und weiches Wasser. Ersteresliefern die Quellen und Brunnen. Es enthält fast immer freie Kohlensäureund verschiedene mineralische Substanzen, wie Kalkcarbonat, Kalksulfat, Chlor-calcium, Chlormagnesium etc., welche die Seife zersetzen und die Ursache sind,dass die Samen der Hülsenfrüchte beim Kochen in dem Wasser nicht weichwerden, lind welche beim Kochen unter Verlust der freien Kohlensäure mine-ralische Absätze (Kesselstein) bilden.
Weiches Wasser ist Regen-, Schnee-, Flusswasser, das Wasser derTeiche und Landseen. Es enthält höchstens Spuren freier Kohlensäure unddesshalb oft nur verschwindende Spuren Kalk- und Magnesiacarbonate. DasWasser ist um so weicher, je weniger es eben von mineralischen Stoffen ent-hält. Dagegen enthält das weiche Wasser organische Substanzen und Gebilde,welche in dem Quell- oder harten Wasser nicht selten gänzlich fehlen.
Das weiche Wasser ist für die Verwendung in der Technik, das harteWasser als Trinkwasser in hygienischer Beziehung von grosser Wichtigkeit.
Regen- und Schneewasser (atmosphärisches Wasser) werden irrthümlich oftfür reines Wasser gehalten. Sie sind dies aber keineswegs, sondern enthaltenneben Staub immer Ammon, ja selbst zuweilen mineralische Substanzen, wiez. B. Chlornatrium, welche die Winde mit sich führen.
Enthält das harte Wasser eine vielmal grössere Menge mineralischerSubstanzen als das Trinkwasser, so gehört es der Klasse der Mineralwässeran (vergl. unter Aquae minerales).
Trinkwasser. Behufs der Beurtheilung eines Wassers, ob es als Trink-wasser für Menschen (und Vieh) brauchbar ist und bei längerem Gebrauchohne Nachtheil auf die Gesundheit bleibt, sind folgende Eigenschaften maass-gebend.