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1 (1876)
Entstehung
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355
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Angelica.

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Radix Angelicae, Angelicawurzel, Heiligegeistwurzel, Brustwurzel, Engelwurz,

besteht aus einem 2,54,0 Ctm. dicken, bis zu 8 Ctm. langen, entweder allmäligin eine Hauptwurzel verlaufenden oder unten abgestumpften, nach obenschwach, aber dicht geringelten und mit Wurzeln besetzten Wurzelstocke,welcher sich nach unten in 15 25 Ctm. lange, 3 4 Millim. dicke, derLänge nach tief gerunzelte, mit zerstreuten Warzen besetzte Wurzelästetheilt. Diese sind an der trocknen Wurzel zopfartig zusammengewunden.Frisch giebt die Wurzel einen gelblichen Milchsaft. Getrocknet ist der Wurzelstockinnen schwammig, weisslich. DerLänge nach aufgeschnitten, zeigtdie dicke, markige, aussen grau-braune, innen schmutzig weisseRinde dünne gelbe glänzende Bal-samschläuche oder Oelbehälter,welche auf dem Querschnitte in ra-dialer Ordnung und einreihig in denschmalen dunkleren Baststrahlenliegen. Im Querschnitt findetman das Holz fleischig strahlig,mit dichten, weissen, breitenMarkstrahlen, getrennt durchschmale, gelbe, poröse, etwasunregelmässig gekrümmte Gefass-bündel. In Nebenwurzeln undWurzelästen fehlt das Mark.

Der Geschmack ist süsslich scharf, hintennach bitter, der Geruch geradenicht unangenehm, stark balsamisch.

Die Angelicawurzel wird im Frühjahre des zweiten Jahres gesammelt.5 Th. frische Wurzel geben 1 Tli. trockne.

Eine Verwechselung kommt so leicht nicht vor, weil die Wurzel desHandels meist nur von der cultivirten Pflanze genommen wird. Als Verwech-selungen werden angegeben die Wurzeln von: Angelica silvestris Linn . Wurzelkleiner und holziger, weniger aromatisch, Rinde der Wurzel dünner, Balsam-oder Oelbehälter weit kleiner und nur wenige.

Levisticum ofßcinale Koch . Wurzeläste nieht mit Warzen bedeckt.Balsambehälter weit kleiner. Holz auf dem Querschnitt undeutlich strahlig,mit linienförmigen Markstrahlen.

Das wässrige Infusum der Wurzel von Angelica sativa soll mit Jodlösung(2 Jod, 3 Jodkalium, 100 Wasser) versetzt sich trüben und eine schmutziggraue,das Infusum der wildwachsenden Angelica und anderer Angelicaarten in gleichemFalle eine braunrothe Farbe annehmen.

Aufbewahrung. Die Angelicawurzel ist hygroskopisch und sehr dem Wurm-frasse (durch den Bohrkäfer, Anobiumpaniceum Fabricius ) unterworfen, siehält sich aber gut, wenn man sie bei gelinder Wärme bis fast zum Zerbrechenaustrocknet und dann in dicht geschlossenen Büchsen aus Weissblech aufbe-wahrt. Im gepulverten Zustande kommt sie in der Praxis selten vor; als feinesPulver gebraucht man sie zur Bereitung des Electuarium T/ieriaca, als grobesPulver in einigen Vieharzneien.

Bestandtheile fand Büchner in der Angelicawurzel: flüchtiges Oel (unge-fähr 1 Proc. in der trocknen Wurzel, Harz, Wachs, Zucker, Stärkemehl, Bitter-stoff, eisengrünender Gerbstoff, Aepfelsäure, Baldriansäure, Angelicasäure

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Fig. 96. Radix Angelicae. Fig. 97.

Querschnittfläche aus dem Querschnittfläche aus derfrischen Wurzelstock getrockneten Hauptwurzel(.natürl. Grösse). (dreimal vergröss.)

Lupenbild.

m Mark, h Holz, r Rinde; zwischen Holz und Rinde derKambiumring.