Alkaloidia.
207
giebt mit den meisten Alkaloiden sofort oder allmälig entstehende Nieder-schläge, von welchen einige bald oder später krystallinisch werden.
Die Abwesenheit des Ammoniumchlorids in der zu untersuchenden Flüssig-keit ist gefordert, da dieses auf viele der Niederschläge lösend wirkt.
13. Ceroxyduloxyd, ein von Sonnenschein empfohlenes, jedoch nochwenig experimentirtes Reagens, stellt man dar durch Einleiten von Chlorgasin Aetzkalilösung, in welcher Ceroxydulliydrat zertheilt ist, bis zur Ueber-führung in das braungelbe Ceroxyduloxvd. Dieses wird in einem Filter ge-sammelt, ausgewaschen und getrocknet.
Das Reagens wird in der Art angewendet, dass man das Alkaloid in con-centrirter Schwefelsäure löst und mit einer Spur Ceroxyduloxyds versetzt. Eserfolgen dann (nach Sonnenschein ) folgende Reactionen:
Anilin, allmälige blaue Färbung an Coniin, blassgelb,
dem Rande der Flüssigkeit, Em et in, braun,
Atropin, missfarbig gelblichbraun, Morphin, olivenbraun,
Brucin, anfangs orange, dann er- Narkotin, erst braun, dann kirsch-blassend, roth,
C äff ein, bleibt farblos, Piperin, schwarzbraun,
Chinin, strohgelb, Solanin, gelb, dann bräunlich,
Cinchonin, bleibt farblos, Strychnin, blau, dann violett und
Co de In, olivengrün, kirschroth,
Co 1 chi ein, grün, dann schmutzig Vera tri n, röthlich braun,braun,
14. Erdmann's Alkaloidreagens. Eine Salpetersäure enthaltende con-centrirte Schwefelsäure. Man verdünnt 10 Tropfen der officinellen Sal-petersäure mit 20 CC. destillirtem Wasser und giebt von dieser Flüssig-keit 20 Tropfen zu 40 CC. reiner concentrirter Schwefelsäure. Auf1 — 2 Milligr. trocknes Alkaloid in einem Uhrgläschen, auf weissem Papierstehend, oder in einem weissen porcellanenen Schälchen giesst man 1 CC.des Reagens und wartet 15 — 30 Minuten auf die Reaetion. Temperatur 18bis 22° C.
15. Froehde's Alkaloidreageiis. Eine Lösung von 0,01 Natronmo-lybdaenat in 10 CC. reiner concentrirter Schwefelsäure. Reagensmuss immer vor der Anwendung frisch bereitet werden.
Es erzeugt auch mit mehreren Glykosiden charakteristische Reactionen z. B.
Colocyntliin, allmälig kirschroth, Populin, violett,
dann nussfarben, Salicin, violett, später dunkel kirsch-
Elaterin, gelb, roth,
Ononin, roth, Syringin, blutroth, später violett-
Phloridzin, blau, kurze Zeit. roth.
16. Concentrirte reine Schwefelsäure. Auf 1 Milligramm Alkaloid, ineinem auf weisses Papier gestellten Uhrgläschen oder einem weissen Porcellan-schälchen 10 —12 Tropfen Säure.
17. Concentrirte reine Salpetersäure von 1,35—1,4 spec. Gew.Wie vorstehend anzuwenden.