Adiantum.
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den zurückgebogenen und mit den Schleiercheu verwachsenen Kerbzähnen über-deckt. Der Geschmack ist mild herb, süsslich-bitterlich, der Geruch deszwischen den Fingern zerriebenen Wedels einigermaassen gewürzhaft.
Zeit der Einsammlung. Juni — Juli. Ausbeute 100 frisches Krautgeben 25 trocknes.
Bestandteile. Wenig Gerbstoff', bitterer Extractivstoff, wenig flüchtiges Oel.
Wirkung und Anwendung. Das Frauenhaar findet nur noch im südlichenDeutschland Beachtung. Es gilt als ein reizminderndes, die Secretionen derSchleimhäute beförderndes, mild schweisstreibendes Mittel und wird daher be-sonders bei Leiden der Luftwege, gewöhnlich im Aufguss (1 — 5 auf 100) oderals Syrup gebraucht. In den niederen Volksschichten legt man dem Frauen-haar Wunder- und Zauberkräfte bei.
(1) Syrupus Capilli Veneris.
Syrupus Adianti. Capillärsaft. Sirop
de capillaire.iv Herbae Capilli Veneris siccae 50,0.
SuperfusaAquae destillatae 500,0Stent per horam dimidiam in balneo va-poris. In colaturae filtratae 400,0 solve
Sacchari albissimi 800,0,ut ebulliendo fiat syrupus, cui addanturAquae Aurantii florum triplicis 50,0.
Der Zusatz von Pomeranzenblüthen-wasser fehlt in den Vorschriften derFranzösischen und andererPharniakopöen.
Dieser Syrup färbt sich auf Zusatz vonAetzammon dunkelgelb und Ferrisalzeverändern seine Farbe in Grün.Im nördlichen und mittleren Deutschlandsubstituirt man seit 60 Jahren demC ap ill ärsaftden Syjrupu s A|uran-tii florum.
(2) Syrupus Capilli Veneris compositum.
IV- Syrupi Capilli VenerisSyrupi LiquiritiaeSyrupi Althaeae ana 50,0.
Misce.
Arcanum. Schneeberg' s Kräuter - Allop der Apotheker Jül. Bittner in Glogg-nitz und Fkanz Wilhelm in Neunkirchen. Gegen Lungenkrankheiten. SyrupusCapilli Veneris. 185 Grm. = 2,5 Mark. ( Hager , Analyt.)
II. Adiantum pedatum Linn ., fussförmiger Krullfarn, eine in Nordamerikaeinheimische Polypodiacee.
Folia Adianti. Canadensis, llerba Capillariae, Oapillarienkraut, ist in
Deutschland kaum noch im Gebrauch. Dünne, rothe, glänzende, nach obenin zwei Aeste sich tlieilende Wedel. Jeder Ast trägt nach innen 6 — 7gefiederte, naeli Aussen an Grösse abnehmende Zweige. Die kurzgestieltenFiedern sind grün, halbirt - länglich, stumpf, und nur an dem nach innen ge-richteten Rande stumpf-lappig und gekerbt. Der Geschmack ist etwas zusam-menziehend , der Geruch mild und angenehm. Man gebraucht das Oapillarien-kraut bei Schnupfen und Husten wie das Frauenhaar. In concentrirter Abkochungsoll es emetisch wirken.
Diese Drogue kommt in comprimirten Massen aus Canada nach Europa,ist aber eine seltene Waare uud wird ihr nicht selten das Mexicanische Oapil-larienkraut (von Adiantum trapeziforme Linn .) substituirt. Die Wedel diesesFarns sind weit grösser und auch die Fiedern durch ihre Grösse und Trapez-form unterschieden. Die vermeintliche therapeutische Wirkung dürfte nichtdifferiren.
III. Polytrichum commune Linn ., ein in [Deutschland gewöhnliches, gegen30 Centimeter hohes Laubmoos (Bryacee) in feuchten Wäldern und auf Haiden.
llerba Adianti aurei, Herba Polytrichi, goldner Widerthon. Die fruchttra-genden Stengel sind officiiiell. Auf einem langen purpurrotheu Fruchtstiel be-ll*