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1 (1876)
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IV
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Der leichteren Uebersichtlichkeit wegen habe ich die Arzneikörper,welche den Giften zuzuzählen sind, mit ff, und die starkwirkendenoder doch mit einiger Vorsicht aufzubewahrenden und zu dispensirendenArzneikörper mit einem f bezeichnet. Wo in dieser Beziehung dieseBezeichnungen mit den Angaben der Pliarmacopoea Germanica nichtconform sind, habe ich auch den Grund davon angegeben.

Die Beziehungen der pharmaceutischen Praxis zu dem Arznei-gebraucliende 11 Publikum, speCiell im Handverkauf, sind un-endlich vielseitige. Iiier wird von dem Pharmaceuten Rath in Beur-theilung der Waare als Medicament für Menschen und Tili er e,als Waare für ökonomische und gewerbliche Zwecke, Uber dieArt der Verwendbarkeit und des Gebrauchs eingefordert. Hierdrängt sich auch dem Pharmaceuten recht oft der Anlass auf, Vorsichtanzurathen und Schaden, welchen Unwissenheit und Unverstand leichtanrichten können, abzuwehren. Wenn in dieser Beziehung von Seitender Pharmaceuten dem Publikum gegenüber viel Lauheit gezeigt wurde,so hatte das wohl seinen Grund in der Unkenntniss von der Wirkungoder Gesundheitsschädlichkeit vieler Arzneistoffe und Chemikalien, worüberselbst unsere besten Handbücher der pharmaceutischen Praxis mit Still-schweigen hinwegzugehen pflegen. Der Verkauf und die Abgabe starkoder schädlich wirkender Stoffe ist ja dem Apotheker als dem Sachver-ständigen gesetzlich vorbehalten, das Publikum ist aber fast nie hiersachverständig, mithin liegt dem Pharmaceuten die Verwerthung seinerSachverständigkeit ob. Diese wird auch in sanitätspolizeilicher und ingerichtlicher Beziehung häufig von den Behörden in Anspruch genommen.Die Notizen und Erinnerungen dazu soll das Handbuch der pharma-ceutischen Praxis so weit als thunlich darbieten.

Ferner tritt recht oft an den Pharmaceuten der Auftrag der Dar-stellung eines alten oder neuen Medicaments nach geschichtlichgewordenen Magistralformeln heran, nach deren Wortlaut manvergeblich in den pharmaceutischen Büchern herumsucht. Das Handbuchder pharmaceutischen Praxis bietet auch nach dieser Seite hin dasNöthigste.

Bei Bearbeitung dieses Handbuches hatte ich mir die Aufgabegestellt, damit ein Werk zu schaffen, welches dem Pharmaceutenein treuer Begleiter und Rathgeber am Receptirtisch, am Handverkauf-tisch, im Arzneikeller, in der Kräuter- und Materialkammer, im Labo-ratorium und am Reagirtisclie, also überall, wohin den Pharmaceutendie Pflicht führt, sein könne. Wie weit ich diese Aufgabe zu lösenvermochte, werden practische Pharmaceuten am besten beurtheilen,möchten sie aber auch mit Rücksicht auf das so grosse Material meinerArbeit gütige Nachsicht gewähren.

Pulvermtthle bei Fürstenberg a. d. Oderiin April 1876.

Der Verfasser.