934
MIDDENDORFF. — MILLER.
■morhi casu observatci illustrata"). Nach weiteren naturwissenschaftl. Studien inBerlin wurde er 1839 Prof. der Zoologie an der Univers, in Kiew, gab aber baldseine Stellung auf und machte mit K. E. v. B aer eine Reise nach Kola und demruxs. Lappland, 1842 eine Reise in den Norden Sibiriens, nach dem Taimyrlande,der Küste des Ochotskischen Meeres, dem Amurgebiet, wurde 1845, nachSt. Petersburg zurückgekehrt, ord. Mitglied der Akademie der Wissenschaften,1855—75 beständ. Secretär derselben, besuchte 1860 noch einmal Sibirien, 1867Nowaja Semlja und Island, 1870 Spitzbergen und Schottland, 1878 Turkestan.Seit einer Reihe von Jahren lebt M. auf seinem Landgute in Livland, mit wissen-schaftl. und gemeinnützigen Arbeiten beschäftigt und beging 1887 sein 50-jähr.Dr.-Jubil. Von seiner ausserordentlich vielseitigen literar. Thätigkeit verdienenhier vor Allem seine auf den Menschen Bezug habenden Arbeiten Erwähnung,Er hat die ersten Messungen zu anthropol. Zwecken an den Eingeborenen Sibiriensangestellt, mit denen sich in erster Linie in ethnograph. und anthropolog. Hinsichtder IX. Band seines grossartigen Reisewerkes (St. Petersburg 1875) beschäftigt.Ebenso bringt sein letztes Werk: „Einblick in das Ferghana-Thal" (Peters-burg 1881) über die Bewohner Turkestans viel Interessantes. Seine anderen zahl-reich. zoolog., geograph. und Ökonom. Abhandlgg. können wir hier nicht aufführen.
L. Stieda
Miedes, Gromez, s. G omez M iedes , Bd. II, pag. 596.
Miescher - His, Johann Friedrich M. (s. Bd. IV, pag. 239), starb21. Jan, 1887. G.
MikscMk, Eduard M., zu Wien, wurde, nach Vollendung seiner Studien,1837 Secundararzt im Allgem. Krankenhause auf S chuh's Abtheilung, 1838Hausarzt im Theresianum, begleitete den Erzherzog AI brecht auf einer Reisenach Russland, wurde 1843 zum Primar-Geburtsarzt auf der Zahl-Abtheilung desGebärhauses ernannt, wo er, nach dem Vorgange von K iewisch , sich der Gynäkol.zu widmen begann und eine gynäkol. Abtheilung in's Leben rief. Es erschienenin dieser Zeit von ihm bereits in der Zeitschr. der Gesellsch. der Wiener Aerzte(1844) mehrere vortreffliche Abhandlungen, darunter: „Ueber Beckenabsce-se" —„Beobb. über Molen". 1847 wurde er als Leibarzt der Grossfiirstin Helenenach Petersburg berufen, woselbst er, am Hofe und im Publicum in ungewöhnlichemGrade anerkannt, bis 1853 blieb und „ Beitrag zur Pathol. der Ovarien undTuben" (Vortrag in der dortigen Gesellsch. deutscher Aerzte) veröffentlichte. Inseiner wieder übernommenen Stellung als Primararzt im k. k. Gebärhause undVorstand der Abtheil, für Frauenkrankhh., so wie bereits vorher, verfasste er diefolgenden, durch Klarheit und Präcision ausgezeichneten Abhandlgg.: In der Med.Wochenschr.: „Ein Fall von Tetanus nach Zerstörung eines Krebsgeschwüresam Mut/erniund" (1851) — „Ein neues Instrument zur Excision grosserfibröser Polypen des Lterus" (1851) — „Aeussere Anwendung von Jod beiFrauenkrankheiten" (1855) — „Ein Fall von Thrombose im Sichelblut-leiter" (1855); in der Oesterr. Zeitschr. fiir prakt. Heilkunde: „Ein Fall vonGraviditas extrauterina mit glücklichem Ausgange für die Mutter" (1855); inder Zeitschr. der Gesellsch. der Aerzte zu Wien: „ Ueber Zweckmässigkeit desZw an cid sehen Hysterophors" (1855) — „Zur acuten Gebärmutterentzündung"(1855) — „Zur Pathol. des Cl ar k e sehen Blumenkohlgewächses" (1856) —„Bemerkungen über einige Nachkrankhh. des Wochenbettes 11 (1856). Er starb17. März 1856, an den Folgen eines lentescir. Typhus, im 47. Lebensjahre, nacheiner glänzenden, leider nur zu kurzen Laufbahn.
Wochenbl. der k. k. Gesellsch. der Aerzte zu Wien. Jahrg. 2, 1856, pag. 257. G.
Miller, Edward M., geb. zu Dover, Del., 9. Mai 1760, studirte in seinerVaterstadt unter Leitung des dortigen ausgezeichneten Praktikers C harles R idley,besuchte auch die Universität von Pennsylvania, sowie 1 Jahr lang das Militärspitalvon Basldngridge, N. J., war 1782 auf einem französ. Kriegsschiff thätig, liess