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WIBMER. — AVICHERKIEWICZ.
der im J. 1837 auf der Insel Poros ausgebrochenen Pest. Er hat dieses ihr letztesVorkommen in Europa in einer Abhandlung: luTOptxYj 7tspl iv Dopco
7u*vtü/7); (sv 'Axhqvat; 1837). In München nahm er seine Vorlesungen über Arznei-mittellehre und die frühere ärztliche Praxis wieder auf und wurde im J. 1841zum Assessor am Medicinal-Comite und im J. 1854 zum Kreis Medicinal-Rathfür Oberbayern ernannt. Wie in Griechenland, wendete er in seiner neuenStellung im Vaterlande den herrschenden Volkskrankheiten seine volle Aufmerk-keit zu. Mit Vorliebe beschäftigte er sich mit statist. Arbeiten zur Darstellung derKrankheits- und Sterblichkeitsverhältnisse der bayerischen Hauptstadt. Auf Grund-lage derselben erschien von ihm im J. 1863 die „Medicinische Tomographie undEthnographie der K. Haupt- und Residenzstadt München" und im J. 1870 imBayer, ärztl. Intelligenzblatt (Nr. 19) eine Abhandl.: „Beiträge zur med. Statistikder Stadt München". Erfüllt vom Geiste wahrer Humanität und voll Mitgefühl fürdie Leiden Anderer hatte W. schon im J. 1831 in München eine Heilanstalt fürkranke Kinder aus Privatmitttin und im J. 1*55 einen Verein zur Errichtung vonBäuglings-Bewahranstalten , sogen. Krippen , gegründet. Zum Ankauf der Häuserfür dieselben spendete er namhafte Beiträge, wie er denn auch schon vor seinemam 30. Aug. 1885 erfolgten Tode seine Büchersammlung der Universitäts-Bibliothekeinverleibt und in seinem Testamente die altkathol. Gemeinde, den Krippen- undärztl. Pensionsverein mit ansehnlichen Schenkungen bedacht hat.
F. Seitz, Nekrolog des kgl. Ober-Medicinalrathes Dr. Carl Wibmer im Aerztl.Intelligenzblatt. Seitz.
Wichelhausen. Engelbrecht W., geb. zu Bremen 27. Oct. 1760,studirte daselbst und in Göttingen, wo er 1783 zum Dr. med. promovirte, wurdein demselben Jahre zum Prof. der Med. am Gymnasium in Bremen und zumStadtphysikus ernannt, hielt die „Orat. inaug. de adversis medicinae fatis omniutilitate non de.-titutis" (Bremen 1784, 4.), ging 1786 als Provinzialmedicusnach St. Petersburg, wurde 1788 C'abinetsmedicus und Collegicn-Assessor, lebteseit 1790 drei Jahre auf Urlaub in Moskau, nahm 1793 seinen Abschied ausruss. Diensten, bereiste die Schweiz, Italien und Frankreich, lebte 1796—97 inHamburg, dann an verschiedenen Orten und seit 1805 zu Mannheim, wo er 7. Jan.1814 starb. Er hatte noch geschrieben : „Sur la maladie de feu le prince Paul deGagarin, iieut.-general, premier commandant de la ville de Motcou" (Moskau1790)— „Ideen über die beste Anicendung der Wachsbildnerey, nebst Nach-richten von den anat. Wachspräpp. in Florenz u. s. w." (Frankf. a. M. 1798) —„Auszug aus den Briefen eines teuischen Arztes" (Altona 1796) — „Ueber dieErkenntniss, Verhütung und Heilung der schleimichten Lungensucht" (1. Thl.,Mannh. 1806) — „Ueber die Bäder des Alterthums, insonderheit der altenBörner, ihren Verfall und die Notwendigkeit, sie allgemein wieder einzu-führen" (Ib. 1807).
Rotermund, Bremer Gelehrte. II, pag. 251. G.
*Wieherkiewicz, Victor Bolesläw W., geb. 7. Juli 1847 als Sohndes Arztes Johann Aloys W. zu Ivcynia, trat 1867 in die Berliner Pepiniöre,verliess sie jedoch nach 2 Jahren, bezog die Berliner Universität, machte denFeldzug von 1870—71 als Hilfsarzt mit, wurde 1872 mit der Diss.: „UeberSarcome und ihr Vorkommen im Mediastinum" Doctor, kam 1874 nach Breslau,wurde Prof. Foekster's Assistent, bald darauf Arzt an der schles. Augenheil-anstalt, ging 1875 nach Wiesbaden, wo er 2 Jahre hindurch unter A. Pagen-stecher's Leitung thätig war, reiste 1877 nach Paris und London, liess sich nachder Rückkehr in Posen als Augenarzt nieder und gründete dort eine Privatklinikund ein von der Provinzialeasse subventionirtes Hospital für unbemittelte Augen-kranke. Als Schriftsteller entwickelte er eine rege Thätigkeit und veröffentlichtedie meisten seiner Arbeiten im Krakauer Przeglad lekarski (seit 1878) und in denklin. Monatsbl. für Augenheilk. K. & P.