Druckschrift 
6 (1888) Treiber - Zypen. Nachträge und Ergänzungen
Entstehung
Seite
261
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

WHITEHEAD. — WIBMER.

261

1873), ferner: „Treatment offine strictures" (Brit. Med. Journ., 1880) — „Extir-pation of the kidney" (Ib. 1881) — „Successful case of excision of the larynx"(Lancet, 1882).

Medical Directory. Red.

Whytt, Robert W., berühmter engl. Physiolog, geb. 1714 in Edinburg,studirte in St. Andrews, Edinburg, Paris, London und schliesslich in Leyden,erhielt in seiner Vaterstadt die Licenz zur ärztl. Praxis, worauf er sich daselbstniederliess und bald einen solchen Ruf erlangte, dass ihm 1746 ein Lehrstuhlder Med. an der Universität zu Edinburg übertragen wurde. 1752 wurde erMitglied der Roy. Soc. in Lond., 1761 Leibarzt des Königs in Schottland, 1764Präsident des R. C. P. Edinb. Er starb 15. April 1766. W. ist in der Geschichteder Med. besonders als einer der eifrigsten Anhänger der Lehren Stahl's bekannt;allerdings modificirte er diese in der Weise, dass er der Seele nicht sowohl Ver-nunft als Empfindung zuschrieb. Auch war W. aus diesem Grunde ein Gegnerder HALLEü 'schen Irritabilitätslehre. Im Uebrigen war er ein tüchtiger Experi-mentator und guter Beobachter, dessen Schriften sich namentlich durch ihrenklaren Styl und scharfen krit. Geist auszeichnen. Neben zahlreichen Journalaufsätzensind als selbständig erschienene Schriften hervorzuheben : „An essay on the vitaland other involontary motions of animals" (Edinb. 1751) — „Physiologicalessays on the causes which promote the cireulation of the fluids in the verysmall vessels of animals etc." (Ib. 1755, 63) — „Observations on the nature,causes and eure of those disorders which are commonly called nervous, hypo-chondric or hysteric" (Ib. 1765)— „Observations on the dropsy of the brain etc."(Ib. 1768). Seine gesammelten Werke erschienen in einer von seinem Sohne ver-anstalteten Ausgabe in Edinburg 1768.

Diet. hist. IV, pag. 404. — Biogr. univers. XLIV, pag. 555. Pgl.

Wibmer, Carl August W., geb. 27. Oct. 1803 zu München, bezog1823 die Hochschule Landshut, machte, 1826 daselbst zum Doctor promovirt,wissenschaftl. Reisen mit längerem Aufenthalte in Wien, Berlin und Paris, liesssich 1828 als prakt. Arzt in seiner Vaterstadt nieder und habilitirte sich im folg.Jahre mit einer Diss.: „De effectu plumbi in organixmo animali" an der Univers.München für Toxikologie und Arzneimittellehre. Seine Vorlesungen über beideFächer wurden bald zahlreich von Studirenden besucht. Dabei liess er sich dieErforschung der Wirkung, welche Arzneimittel und Gifte im gesunden thier. Körperhervorrufen, durch Versuche an Thieren und an sich selbst angelegen sein. DieErgebnisse dieser Versuche veröffentlichte er meist in J. A. Bochner's Repertoriumfür die Pharm. Sie bildeten die Grundlage eines grösseren Werkes, das von 1831bis 1842 u. d. T.: „Die Wirkung der Arzneimittel und Gifte im gesundenthier. Körper" in 5 Bdn. erschien. W. hat sich durch diese Schrift, die eine Zu-sammenstellung der bisherigen Resultate aus der ganzen Literatur über diesenGegenstand enthält, wie durch manche Entdeckungen, unter welchen wir den Nach-weis des Bleies und anderer Metallpräparate in den Orgauen des Thierkörpersnennen, ein bleibendes Verdienst um die Heilkunde erworben. Die den GrenzenBayerns mehr und mehr sich nähernde Cholera veranlasste ihn im J. 1831 zurHerausgabe eines populären Schriftchens: „ Unterricht über das Verhalten bei derCholera für Nichtärzte", das grosse Verbreitung gewann. Im J. 1832 wurde W.zum 1. Leibarzt des Königs Otto von Griechenland ernannt und bekleidete dieseStelle wie die des Chefs des gesammten Medicinalwesens des neu geschaffenenKönigreiches bis zum J. 1839, in welchem seine durch wiederholte Wechselfieber-anfälle geschwächte Gesundheit ihn zur Rückkehr nach München veranlasste. Erliess in Griechenland einen geachteten Namen zurück wegen der Vorsorge fürAerzte, an denen es damals noch fehlte, und seiner energ. Massregeln zur Be-kämpfung der herrsch. Volkskrankheiten: bösartiger verbreiteter Wechselfieber,einer Typhusepidemie im J. 1835 in der neu bezogenen Hauptstadt Athen und