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6 (1888) Treiber - Zypen. Nachträge und Ergänzungen
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VETTER.

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Vetter, Alois Rudolf V., geb. 28. Aug. 1765 zu Karlsberg in Kärnten,begann die med. Studien in Laibach , vollendete sie in Wien, wo er auch dasDoctordiplom erhielt, übernahm 1797 die durch Johann* Peter Frank ebenerrichtete Prosectur des Wiener allgem. Krankenhauses, freilichbloss zum Bestender Kunst", d. h. ohne Gehalt. Er hatte die Anfangsgründe der pathol.-anat.Technik dem strebsamen Prof. Reinlein zu danken, fand 4 Präparate vor uudhinterliess deren 400, als er 1803 Prof. der Anat. und Physiol. in Krakau wurde.Er starb 10. Oct. 1806 in Wien und sehrieb eiuAnatomisches Lehrbuch" (4 Thl.,Wien 178892, m. Kpf.); ferner: Neue Curart aller venerischen Krankheiten,nach Hunter, Girtanner und Hahnemann. Mit anat. Erklärungen"(Wien 1793 ; neue Ausg. 1804)Erklärung der Physiologie" (2 Bde., Ib. 1794;neue Aufl. 1805)Lehrbuch der Anatomie des gesunden Menschenkörpers"(1. Bd., 3. Aufl. Ib. 1803)Aphorismen aus der pathol. Anat." (Ib. 1803)De plica semilunari in cordis humani atrio sinistro nuperrime detecta oratio"(Krakau 1804, m. 1 Kpf.). Nach seinem Tode erschien noch dasLehrbuch derAnatomie des Menschenkörpers, die Knochen- und Muskellehre enthaltend"(Wien 1812). Ein dauerndes Andenken erwarb er sich durch dieAphorismen ausder pathol. Anatomie" (Ib. 1803). Rokitansky und Virchow erklären dieselbenfür das beste pathol. anat. Werk seit Matthew Baillie's pathol. Anatomie. AuKritik, an Penetration in's morpholog. Detail, ja an Fülle seltener Beobachtungensteht er hinter dem grossen Schotten zurück, obwohl er sich rühmt, der Erste inEuropa zu sein, der im 36. Jahre bereits mehrere tausend Leichen seeirt habe;aber er übertrifft ihn in der Fähigkeit, zu generalisiren. V. ist der Erste, der dieOrganerkrankungen nicht bloss in anatomischer Folge abhandelt, soudern eine invieler Beziehung gelungene allgemeine systemat. Eintheilung aller pathol. Verände-rungen und Neubildungen vorausschickt und, was besonders merkwürdig ist, auchdie Entwicklungsgeschichte wenigstens der aus Entzündungen hervorgegangenenBildungen berücksichtigt.

v. Wurzbach, L, pag. 230. g. Scheuthauer.

Vetter, Friedrich Wilhelm August V., zu Berlin, geb. zu Glogauin Schlesien 23. Dee. 1799, diente 1813 zu Breslau im Militär-Hosp. und wurde vomTyphus befallen, studirte seit 1819 an der chir. Schule daselbst, war seit 1823zu Frankfurt a. 0., seit 1825 in Berlin, wo er 1828 mit der Diss.:De consti-tutionum atmosphaerae varietatibus" Dr. wurde, Hess sich in Berlin als Arzt niederund verfasste eineAnweis, zur ersten Hilfe bei Gholerakranken" (Berl. 1831)Beleuchtung des Sendschreibens, die Cholera betreffend, des Präsid. Dr. Rustan den Freih. Alex. v. Humboldt. In Uebereinstimmung mit mehrerenAerzten Berlins herausg." (Ib. 1832; holländ. v. J. A. ArntzeniüS , Amster-dam 1832). Als Schwiegersohn von F. A. A. Struve , des Erfinders der kiinstl.Mineralwässer, schrieb er: Ueber den Gebrauch und die Wirkungen künstl.und natürl. Mineralbrunnen. Ein Beitrag zur Begründung der Pharmaco-dynamik der Mineralwässer" (Berlin 1835); ferner:Die Cholera-Epidemie imJ. 1837 in Berlin" (Ib. 1831) und sein bahnbrechendes, die höchste Anerkennungverdienendes Hauptwerk: Theoret.-prakt. Handb. der Heilquellenlehre u. s. w."(2 Bde., Ib. 1838; 2. Aufl. 1845); ferner:Allg. Brunnen- und Badebuch. Zunächstfür Curgäste" (Ib. 1840). Auch hatte er übersetzt von Sir James Clark :DieLungenschwindsucht" (Leipz. 1836), war Herausgeber derBerliner Gesund-heitszeitung, eine volksärztl. Wochenschr." (1833, 34) und derAnnalen derStruve 1 sehen Brunnen-Anstalten" (Berlin 184143), Mitarbeiter an Canstatt'sJahresber. der med. Wissensch, im Fache der Balneologie seit 1841 und auSchjiidt's Encyclop. der Med. seit 1841 u. s. w. Sein Lebensende war traurig.In Folge unglücklicher Grundstücks-Speculationen in Berlin zu Anfang der Vierziger-Jahre musste er flüchten, ging nach Nord-Amerika und starb daselbst im Elend.

Callisen, XX, pag. 114; XXXIII, pag. 148. G.