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VAROLIO. — VARRENTRAPP.
vatis epistola" (Padua 1572). Als Anhang zu dieser Schrift veröffentlichte er nochdie Abhandlung: „De resoluttone corporis humani libri quatuor" (Frankf. 1591).
Brambilla, II, P. I, pag. 198. —Biogr. med. YII, pag. 398. — Dict. hist. IV,pag. 309. — Biogr. univers. XLII, pag. 654. Pagel.
Varone, Roger de, s. Roger de Barone , Bd. V, pag. 60.
Varrentrapp, Vater und Sohn, zu Frankf. a. M. — Johann Konrad V.,geb. daselbst 7. Aug. 1779, studirte 1799—1803 Med. zu Jena und Berlin, pro-movirte zu Jena 1803 mit der Diss.: „De superfoetatione, respectu ad Boosiilibellum habito" (4.), besuchte hierauf noch ein Jahr lang Wien, wurde 1804unter die Frankfurter Aerzte aufgenommen, war 1807—08 Arzt am Senckenberg-schen Stift, seit 1812 Arzt an den Militärlazarethen und Prof. der gerichtl. Med.und med. Polizei an der bis Ende 1813 bestehenden med. Specialschule, von1814—41 Arzt am Hosp. zum heil. Geist, 1814—52 Vorsitzender der Admini-stration der Senckenberg'schen Stiftung, 1814—51 Arzt am Irrenhause. Stadt-physicus wurde er 1814, Physicus primarius war er 1818—51, indem in denJahren 1851 und 52 seine körperlichen Leiden (Paralysis agitans in Folge einerApoplexie) ihn nöthigten, auf seine Thätigkeit zu verzichten. Er starb 11. März 1860.Ausser seiner Diss. hat er nur noch verfasst: „Die natürlichen Blattern inFrankfurt" (Froriep's Notizen, 1825, XII).
Jahrestier, über die Verwaltung des Medicinalwesens für 1860. — Frankf. Convers.-Blatt. 1860, Nr. 66. — Stricker, pag. 343. w. Stricker.
Johann Georg Varrentrapp, der Sohn, geb. zu Frankfurt a. M.20. März 1809, studirte von 1827 an in Heidelberg, Strassburg, Würzburg, woer 1831 mit der Diss.: „Observationes anatomicae de -parte cephalica nervisympathici" promovirte. Nachdem er noch in demselben Jahre sein Staatsexamengemacht, wurde er Assistent seines Vaters im Hosp. zum heil. Geist und hat dieseStelle 10 Jahre lang bekleidet, bis er seines Vaters Nachfolger wurde. Wissen-schaftl. Reisen machte er in den Jahren 1832 und 1838; die erste erstreckte sichdurch Deutschland und Oesterreich, die zweite nach den Niederlanden und Gross-britannien. Ueber die letztere veröffentlichte er: „Tagebuch einer medic. Beisenach England, Holland und Belgien" (Frankf. 1839), worin V. schon denHospitaleinrichtungen und den socialen Zuständen grosse Aufmerksamkeit schenkte.1834 wurde er Mitgründer der „Armeuklinik", seit 1840 wandte er seine Auf-merksamkeit dem Gefängnisswesen zu und veröffentlichte 1841 seine Schrift „UeberPönitentiarsysteme", 1842 wurde er mit dem Juristen Nöllner in Giessen unddem Dr. med. N. Jülius Herausgeber der „Jahrbücher für Gefängnisskunde",1844 publicirte er seine in Bordeaux gekrönte Preisschrift: „Sur Vemprisonne-ment individuel sous le rapport sanitaire" und 1846 berief er den Congressfür Gefängnissreform nach Frankfurt. Wie erwähnt, war V. am 1. Jan. 1842 alsChefarzt am Hosp. zum heil. Geist angestellt worden ; dadurch wuchs sein Interessean hygien. Fragen. 1847 machte er seine zweite, 1852, nach dem Besuche deshygieu. Congresses in Brüssel, seine dritte Reise nach England, wo er immer neueAnregungen fand, zunächst auf dem Gebiete der Städtereinigung. Als Mitgliedder gesetzgebenden Versammlung setzte er mit grosser Energie die Anlage vonSchwemmsielen durch, welche 1865 in Angriff genommen wurden. Auf der Natur-forscher-Versammlung zu Frankfurt 1867 regte er die Gründung einer Section fürHygiene an, welcher 1868, unter seiner Redaction, das Erscheinen der „DeutschenVierteljahrsschrift für öffentliche Gesundheitspflege" folgte; 1873 entstand zuFrankfurt der „Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege". 1868 erschienseine Schrift: „Ueber Entwässerung der Städte" (Berlin). Ausserdem wendeteer der Kindersterblichkeit, . der Schulhygiene, den Arbeiterwohnungen etc. seinreges Interesse zu. Seine letzte That war, dass er aus der Schweiz die Einrich-tungen der Feriencolonien einführte (1878); Frankfurt war die erste deutscheStadt, welche diesen seitdem so verbreiteten Zweig humaner Einrichtungen pflegte.