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ULLEKSPERGER. — ULRICH.
Ullersperger, Johann Baptist U., geb. 11. März 1798, zu Neuburga. d. Donau, bezog 1817 die Universität Würzburg, an der er 1822 zum Dr. med.promovirt wurde. Nach Reisen in Norddeutschland und nach Paris übernahm erim J. 1824 die Stelle als Arzt des Leuchtenbergischen herzogl. Hauses. Nachdem Tode des Prinzen August im J. 1835 in den Ruhestand versetzt, widmeteer sich in München einer ausgedehnten Praxis, die er aber wegen einer vorüber-gehenden geistigen Verstimmung im J. 1847 aufgab, um fortan seine Kraft undZeit ausschliesslich literar. Thätigkeit zuzuwenden. Bei dieser war er vorzüglichbestrebt, die Resultate der deutschen med. Forschung dem Auslande zu vermittelnund umgekehrt die inländ. Fachgenossen mit den wichtigsten literar. Erscheinungenjenes bekannt zu machen. Durch die Vielseitigkeit seiner sprachlichen Bildungwar er für diese Aufgabe, die er bis an sein Lebensende verfolgte, besondersbefähigt. Ein Theil seiner zahlreichen Abhandlungen ist auch in fremden Sprachen,der französ. und spanischen, verfasst. Unter ihnen wurden mehrere mit Preisengekrönt, so: „La historia de las neurosis llamadas digestivas y en especialde la gastralgia", 1859 von dem Instituto medico Valenciano — „De la pro-phylaxie de la tuberculose", 1860 von der Soc. imp. de med. de Bordeaux —„Mim. sur Vangine de poitrine", 1861 von der Acad. imp. de med. de Paris —„Historisch-patholog. Darstellung der Herzbräune" (Neuwied u. Leipig 1865),von der kaiserl. Akademie in Paris und: „Memoria sobre un progratnma depatologia general" (Madrid 1866, 4.), von der kgl. med. Akademie zu Madrid.Weiter sind unter seinen Schriften noch anzuführen: „ Ueber die Anwendungder verschiedenen natürlichen Salzquellen in den Salinen zu Kissingen zuHeilzwecken 1 ' (Erlangen 1849) — „Paediatrophie, Paediopathie und Paediatrik"(Ib. 1867) — „Die Contagiosität der Lungenphthise" (Neuwied u. Leipz. 1869) —„Haematuria brasiliensis" (1869) — „ Die Geschichte der Psychologie undPsychiatrik in Spanien" (Würzburg 1871) — „Urne oder Grab? Welches istdie der Menschheit zuträglichste Bestattung" (Erlangen 1874) — „Die Anwen-dung der Elektricität bei Behandlung der Geisteskranken" (München 1875). Deranspruchslose, im Umgange liebenswürdige Gelehrte fehlte viele Jahre lang ankeinem Tage auf der Münchener Hofbibliothek bis das Schwinden seiner körper-lichen Kiäfte mit dem Eintritte des 81. Lebensjahres ihn auf sein Arbeitszimmerbannte, in dem er 15. Sept. 1878 sanft entschlummerte.
Leopoldina. Jahrg. 1879, pag. 18. Seitz.
Ullmann, Christoph U., zu Marburg, geb. 11. Mai 1773 zu Cassel,
wurde 1795 in Marburg Dr. med. mit der „ Diss sistens ossium cariem",
war dann Arzt daselbst, wurde 1804 a. o. und 1807 ord. Prof. der Anat.,1805 der Chir. und war seit 1839 Geh. Ob.-Med.-Rath. Ausser einer Anzahl vonArtikeln im Berliner encyclop. Wörterb. der med. Wissensch, schrieb er nur einigeAufsätze in v. Siebold's Samml. chir. Beobb. (1807), Graefe's und Walther'sJourn. (1821, 23), darunter: „Geschichte eines glücklich geheilten Lymph-abscesses" — „Onychia maligna, u. s. w." und „Ophthalm. Beobb." (v. Ammon'sZeitschr. f. Ophthalm., 1832). Er wurde 1843 wegen dauernder Kränklichkeit vomDienste entbunden und starb zu Marburg 18. Jan. 1849.
Strieder, XYI, pag. 239. — Dechambre, 5. Serie, I, pag. 46. — Callisen,XIX, pag. 509; XXXIII, pag. 102. ß.
Ulmjis, s. Umeau.
Ulrich, Johann U., zu Wien, Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrh.lebend, gehörte zu den bedingten Gegnern des Brownianismus und schrieb: „ UeberNatur, Künste lind Wissenschaften. Nebst einer Anleitung zur gründlichenArzneikunde" (2 Thle., Wien 1797) — .. Analysis des Brown'schen Systemszur möglichsten Uebereinkunft darüber" (Ib. 1800) — „ Versuch zur Ver-besserung der Grundsätze für die ausübende Arzneikunst" (Ib. 1805).
v. Wurzbach, IL, pag. 19. G.