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PLINIUS. — PLOSS.
Plinius, Cajus Plinius Secundus P., zum Unterschiede von seinemgleichnamigen Neffen „der Aeltere" genannt, einer vornehmen, in Como oder Veronalebenden Familie entsprossen, war im J. 23 p. Chr. geboren. Nach biographischenNotizen seines Neffen hatte er die Feldzüge nach Deutschland mitgemacht, dann,mit dem besonderen Vertrauen der Kaiser Vespasian und Titus beehrt, alsProconsul in Spanien gelebt, endlich die Flotte in der Schlacht bei Misenumbefehligt, schliesslich aber, der öffentlichen Geschäfte überdrüssig, sich in's Privat-leben zurückgezogen und sich einer überaus umfangreichen, die verschiedenstenGebiete umfassenden, literar. Thätigkeit hingegeben. Beim Ausbruche des Vesuvsim J. 79 hatte er sich behufs genauerer Beobachtung dieser Naturerscheinungnach Stabiae begeben und hier ist er, beim Untergange der Stadt, am 22. Aug.um's Leben gekommen. Von seinen zahlreichen Schriften sind alle verloren gegangenbis auf die „Historia naturalis", eine in 37 Bücher getheilte, mit enormem Fleisse,aber sehr kritiklos angestellte, für die Geschichte allerdings sehr werthvolle Samm-lung von Mittheilungen über bemerkenswerthe Gegenstände aus der Natur undKunst, wobei auch sehr zahlreiche med. und pharmakol. Fragen, allerdings mitjedem Mangel des Verständnisses und in einem der griechischen Mediein sehrfeindlichen Sinne behandelt werden. Der Inhalt dieser Schrift ist zum mindesten2000 Werken entnommen, die jetzt fast särnmtlich verloren sind. Die Ausgabendes ganzen Werkes, sowie einzelner Theile desselben ist Legion (vergl. das Ver-zeichniss der Ausgaben, soweit sie bis zum Jahre 1840 erschienen waren, beiChoulant , 1. c.). Unter den neueren Ausgaben des ganzen Werkes sind zu nennendie von Franzius zu Ende geführt von Wendler (Leipz. 1788—91, 10 Bde.),werthvoll wegen der Erklärungen von Hardouin ; ferner die von Ajassox deGrandsagne (Paris 1829—33, 20 voll.) (Text mit französ. Uebers.) und von Sillig,(Gotha 1851 ff.) Ausserdem hat das Werk Uebersetzungen in's Französische, Englische,Spanische und Deutsche, die beste von Strack , (3 Bde., Berlin 1853—55) erfahren.
Biogr. méd. VI, pag. 445—50. — Choulant, Haudb. 2. Aufl., pag. 181 bis 206. —ileyer, Gesch. der Botanik. I, pag. 117 ff. A Hirsch
Plinius Valerianus. Diesen Namen führt eine dem 6. oder 7. Jahrh.angehörige, populär-med. Schrift, welche die Bearbeitung eines früheren, wahr-scheinlich aus dem Anfange des 4. Jahrh. stammenden, als „Medicina Plinii"bezeichneten Werkes darstellt, dessen Autor unbekannt ist und für dessen Her-stellung, wie der Name sagt, vorzugsweise die „Historia naturalis" des Plinius,demnächst aber auch einige andere Quellen gedient haben. Die Schrift wurdeunter dem oben genannten Namen gedruckt zuerst in Rom 1509, später in derCollectio Torini (Basel 1528) und in der Collectio Aldina (Venet. 1547). Neuer-lichst hat Val. Rose das Originalwerk (Leipzig 1875) herausgegeben.
Vergl. hierzu Rose in Hermes. VIIT, pag. 16—66. A. H.
Plisson , François-Édouard P., zu Paris, wurde 1818 daselbstDoctor mit der These : „Sur les asphyxies", die in 2. Aufl. erweitert als: „Essaihist, et thérap. sur les asphyxies ; avec quelques réflexions sur la respiration, etc."(1825) erschien. Er verfasste ferner: „Syphilo graphie, ou manuel élément., hist,descriptif et prat, de la maladie vénérienne etc." (1825; übers, von KarlFitzler , Ilmenau 1827) — „Examen crit. des nouvelles doctrines relatives àla maladie syphilit., à l'occasion du traité prat. des malad. syphilit. deL. V. Lagneau" (1829). Er war Mitredacteur des Diet, de méd. usuelle, indem sich eine Anzahl Artikel von ihm befinden. Auch schrieb er später noch :„Les mondes, ou essai philosophique sur les conditions d'existence des êtresorganisés dans notre planétaire " (1847).
Sachaile, pag. 529. — Callisen, XV, pag. 119; XXXI, pag. 258. G.
Ploss, Hermann Heinrich P., geb. 8. Febr. 1819 zu Leipzig, widmetesich von 1839 ab auf der dortigen Universität dem Studium der Med. und erwarb1846 mit der Diss.: „De genesi psychosium in puerperio" die Doctorwürde.