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Erziehungs- und Waisenhäuser und ihre Notwendigkeit für den Staat"(Bamberg) und: „Das Ob er may er'sehe Besserungssystem in den Strafanstaltenzu Kaiserslautern und München und die körperliche Züchtigung" (Heidelberg1841) Zeugniss ablegen. Von seinen med. Schriften sind zu nennen : „Der Scharlach,sein Wesen und seine Behandlung mit besonderer Berücksichtigung des 1818zu Bamberg herrschenden Scharlachs" (Bamberg u. Würzburg 1819) — „Handb.der allgemeinen Heilkunde" (Bamberg 1824) — „Geschichte des allgem. Kranken-hauses zu Bamberg" (1825) — „Beobachtungen über die Krätze" (Bamberg1833) — „Die Mineralquellen zu Kissingen und ihre Beziehungen zu denenvon Brückenau und Bocklet" (Ebenda 1842).
Jos. Kerschensteiner, Das Leben und Wirken des Dr. Karl von Pfeufer.Augsburg 1871, pag. 5 u. 6. Seitz.
Pfeufer, Karl von P., Sohn des Vorigen, geb. 22. Dec. 1806 zuBamberg, bezog 1824 die Universität Erlangen, siedelte 1825 nach Würzburgüber und wurde dort für die Heilkunde durch SchoENLein , dessen klinischerAssistent er nach abgelegtem Examen wurde, begeistert und gewonnen, nachdemer, mit einem reichen Talent für Poesie begabt, länger geschwankt hatte, ob er sichnicht ganz der schönen Literatur widmen solle. Im J. 1831 erschien seine Diss.„Beiträge zur Geschichte des Petechialtyphus" . Im Herbst desselben Jahresreiste er mit einem Stipendium der bayerischen Regierung nach Norddeutschland,zur Beobachtung der herrschenden Cholera. Sein Bericht über das Ergebniss seinerUntersuchungen über die Aetiologie und die Therapie der asiatischen Seuche kammit denen anderer bayerischer, auf den Schauplatz der Epidemie gesendeter Aerzte1833 in der ausserordentlichen Beilage der Bayerischen Annalen (Nr. 19) und ineinem Separatabdruck zur Veröffentlichung. Im J. 1836 bot sich P., der seit 1833in München ärztliche Praxis ausübte, Gelegenheit, dieser Volkskrankheit bei ihremersten Ausbruch in Bayern zu Mittenwald selbsttbätig entgegenzutreten. Er hatdie Epidemie und die von ihm zur Bekämpfung derselben als königlicher Regie-rungscommissar durchgeführten Maassregeln in seinem 1837 in München veröffent-lichten Bericht über dieselbe eingehend geschildert. Ende Sept. dieses Jahres wurdeer zum Landgerichtsarzt in der Vorstadt Au bei München ernannt, als welcherer bei der einen Monat später in der bayerischen Hauptstadt ausbrechendenCholeraepidemie seine bei Beobachtung derselben au anderen Orten gewonnenenErfahrungen verwerthen konnte. Die ihm nicht zusagende gerichtsärztliche Stellungvertauschte er 1840, nach Abgang schoen lien's nach Berlin, mit dem Lehrstuhlder med. Klinik an der Universität Zürich. Er eröffnete seine klinische Thätig-keit daselbst mit einer Antrittsrede: „Ueber den gegenwärtigen Zustand derMedicin" (Annalen des allgem. städt. Krankenhauses in München, Bd. I). InZürich, wo er sich bald grossen Erfolges als Lehrer erfreute, verband er sieh mitseinem Collegen Hexi.e zur Herausgabe einer med. Zeitschrift , welche es sichzur Aufgabe machen sollte, der prakt. Medicin im Bündnisse mit der Physiologieeine rationelle Methode der Krankenbeobachtung und Behandlung zu schaffen.In dieser „Zeitschrift für rationelle Medicin", von welcher vom J. 1844—6925 Jahrgänge erschienen sind, hat P. eine Anzahl von Abhandlungen, unterwelchen vorzüglich die : „ Ueber die nächste Ursache der Fieber symptôme"(Bd. I) — „ Ueber den Schwefeläther" (Bd. VI) — „ Ueber die Aderlässe bei Ent-zündungen der Bespirationsorqane" (Ibid.) — „Ileus" (N. F., Bd. II) zu nennensind, veröffentlicht. 1844 folgte er, zusammen mit seinem Freunde Henle , einemRufe nach Heidelberg, wo er als Lehrer und ausübender Arzt eine grosse Thätig-keit entwickelte und in dem Kreise seiner Freunde Gervjnus, Haeusek, Henle,Jolly und Vangekow heitere Tage verlebte. Dort erschien 1849 die kleineSchrift: „Zum Schutze wider die Cholera", welche, ein Muster populärer Schreib-weise, in kurzer Zeit weite Verbreitung fand. 1852 verliess P. Heidelberg, umdie klinische Professur mit der Oberarztstelle der 2. med. Abtheilung im Allgem.Krankenhause zu München zu übernehmen. Mit den gleichzeitig an die dortige