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PE'l'RüS. — PETEYCY.
Petrus Hispanus, als Papst unter dem Namen „Johannes XXI." bekannt,galt früher als Yerf. einer populären med. Schrift: „Thesaurus pauperum", derenAbfassung in die Mitte des 13. Jahrh. fällt; wahrscheinlich rührt dieselbe abervon dem Vater desselben, Julianus, her. Der Thesaurus ist zuerst in Ant-werpen 1476, später als Anhang zur Practica Serapionis 'Ley den 1525) im Druckerschienen; auch hat er eine italienische (Venedig 1494) und spanische (Alcala 1595)Uebersetzung erfahren, ist übrigens nicht mit einem anderen „Thesaurus pauperum"zu verwechseln, der einen Auszug aus den (apokryphen) Schriften von AlbertusMagnus darstellt. A H
*Petruschky, Theodor Karl Adolph P., zu Königsberg i. Pr., geb.1. April 1826 zu Medzibor in Schlesien, studirte von 1846 an als Zögling dermed.-chir. Akad. fiir das Militär auf der Berliner Universität, bei der er 185 Lmit der Diss.: „De resectione articulorum extremitatis superioris" (4., c. 2 tabb.)zum Dr. promovirt wurde; er war seit dieser Zeit Militärarzt, seit 1861 Ober-Stabsarzt, war später O.-St.-A. I. Cl. und Divisionsarzt in Königsberg, wurde 1886als Generalarzt verabschiedet. Seit 1865 ist er Privatdocent der Hygiene undgerichtl. Med. an der dortigen Universität, seit 1884 mit dem Patent als Professor.Literar. Arbeiten : n lieber die Grenze der gerichtsärztlichen Competenz beiBeurtheilung der Körperverletzungen" — „ lieber Desinfections anstalten" n. s. w.
Red.
Petrycy, Sebastian P. ( Petricius ), geb. 1550 in Pilzno in Galizien,studirte in Krakau Philosophie, wurde 1574 Baccal., 1583 Mag. phil. und lehrtedie Philosophie an dem neu gegründeten Gymnasium, doch reiste er schon 1589nach Italien, um dort die in Krakau bereits begonnenen med. Studien zu beenden,•wurde 1590 in Padua Dr. med., durchreiste darauf Deutschland und die Nieder-lande und wurde 1591 nach seiner Rückkehr Prof. der Med. in Krakau. 1603verlie8s er seinen Lehrstuhl, um Leibarzt des Cardinal-Bischofs von Krakau, Bern-hard Maciejowski, zu werden, begleitete 1605 Marina, die Tochter desWojewoden Mniszech, welche mit dem Czaren Demetrius vermählt war, nachMoskau und wurde nach des Czaren Ermordung mit den anderen Polen, die sich amHofe in Moskau befanden, eingekerkert ; nach vielen Mühsalen und Gefahren kehrteer endlich wieder nach Krakau zurück und übernahm von Neuem seinen Lehrstuhl.Er starb 7. Dec. 1626. Als Arzt erfreute er sich wegen seiner Gelehrsamkeit undprakt. Tüchtigkeit eines sehr grossen Rufes und war ein Abgott der ärmerenVolksciasse, fiir die er eine unendliche Opferwilligkeit stets an den Tag legte.Bemerkenswerth ist es, dass er den König Sigmund III. zur Abschaffungder Leibeigenschaft der Bauern, leider vergeblich, zu bewegen suchte. 1620bestimmte er 6600 damalige Gulden zur Erhaltung eines Historiographen undstiftete zwei Stipendien für arme Studirende. Er schrieb: „De natura, causis,symptomatibus morbi gallici ejusque curatione" (Krakau 1591), dann inpolnischer Sprache ein Pestregimen (Ebenda 1613); ferner übersetzte er in'sPolnische des Aristoteles Politik (Krakau 1605), Ethik (Ebenda 1618) undOekonomik (1618).
Johann Innocenz Petrycy, als Sohn des Vorigen in Lemberg geb.,studirte in Krakau Philos, und Med., ging dann nach Italien und erwarb denDoctorhut in Bologna. 1620 wurde er Mitglied der med. Facultät in Krakau und1634 deren Deean; 1621 übertrug man ihm die von seinem Vater gestifteteStelle eines Historiographen ; als Arzt trat er in die Fusstapfen seines Vaters,ohne ihn jedoch zu erreichen. Er starb am 31. Mai 1641. Wir besitzen vonihm: „Quaestio de hy drope" (pro loco, Krakau 1620) — „0 wodach w Drusbakuy Lçckowey" (Ueber die Mineralwässer von D. u. L.) (Krakau 1635 und einSupplement dazu, 1640); ferner ein Pestbüchlein (Ebenda 1622; 1739). AlsHistoriker entwickelte er eine viel regere schriftstellerische Thätigkeit ; die bezüg-lichen Schriften übergehen wir. % & p