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NARR. — NASSE.
und sich in das Unvermeidliche fügen, so dass er 1844, nach einer schwerenKrankheit, alle weiteren Versuche in dieser Richtung aufgab, obgleich er auchspäter immer bereit blieb, die Verdienste der Jugend anzuerkennen. Währendder Kreis seiner Zuhörer immer kleiner wurde, widmete er von 1848 an den polit.Ereignissen lebhafte Theilnahme, war von 1849—51 liberaler Landtags-Abgeordneterund 1848—9 Gemeindebevollmächtigter in Würzburg. Er starb 22. Febr. 1869.
Rinecker in Verhandl. der physik.-med. Gesellsch. in Würzburg. Neue Folge, II,1872, pag. XL. — Callisen, XIII, pag. 414; XXXI, pag. 8. G .
Nasse, Christian Friedrich N., berühmter Kliniker, geb. zu Biele-feld 18. April 1778, als Sohn eines Stadt- und Landphysicus, studirte seit 1797zu Berlin und Halle als Lieblingsschüler R eil's , promovirte hier 1800 mit derDiss.: „De neuritide", liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wurde daselbst 1810Armenarzt, privatisirte dann eine Reihe von Jahren in Göttingen, Leipzig, Dresdenund Weimar und folgte zu Ende 1815 einem Rufe als ord. Prof. der neuen Klinikund Director des klin. Instituts nach Halle. 1822 siedelte er als ord. Prof. derHeilk. und Director der med. Klinik nach Bonn über, wo er, nach ausserordent-lich verdienstvoller Thätigkeit sowohl als akad. Lehrer, wie in wissenschaftlicherBeziehung, 18. April 1851 starb. — N. war ein „allseitig gebildeter, durch persön-liche Würde hervorragender Arzt". Sein Hauptverdienst bestand darin, dass er,im Verein mit v. W alther, J oh. M üeller, S tein und M ayer , die physiol.Richtung der Med. eifrigst pflegte und der erste deutsche Kliniker war, der diephysikal. Diagnostik am Krankenbett übte. Auch um die Pflege und Anregung derpsychiatr. Studien erwarb er sich grosse Verdienste. Die Zahl seiner Schriften isteine ausserordentlich grosse. Wir können an dieser Stelle von den selbständigerschienenen nur folgende anführen: „ Leichenöffnungen, zur Diagnostik undpatholog. Anatomie 1 ' (Bonn 1821) — „Ueber den Begriff und die Methode derPhysiologie" (Leipzig 1826) — „ Handbuch der speciellen Therapie" (Ebenda1826—38, 2 Bde.) — „Handbuch der allgem. Therapie" (Ebenda 1840, 45) —„Anleitung zur Hebung angehender Aerzte in Krankheitsbeobachtung und Beur-theilung" (Bonn 1834) — „Die Isogenesis, ein Naturgesetz" (Ebenda 1844) —„Die Behandlung der Gemüthskranken und Irren durch Nichtärzte" (Ebenda1844) — „ Verbrennung und Athmen, chemische Thätigkeit und organisches Leben"(Ebenda 1846), die letzten 3 Schriften auch u. d. T.: „Vermischte Schriftenpsychol. und physiol. Inhalts" zusammengefasst (Bonn 1850) — „Untersuchungenzur Physiologie und Pathologie" (2 Bde., Bonn 1835—39, zus. mit Hermann N.).Ausserdem sehrieb er zahlreiche Aufsätze im „Archiv für thier. Magnetismus",„Archiv für med. Erfahrung", „Med. Correspondenzbl. rhein. Aerzte", „Jahrbücherfür Anthropologie", „ H ufeland's Journal", „Rhein. Monatsschr. für prakt. Aerzte",„Zeitschr. für psych. Aerzte", den Artikel „ Thierische Wärme" im Handwörter-buch der Physiologie u. v. a. m.
Deutsche Klinik. 1851, Nr. 6 , pag. 21. — Neuer Nekrolog der Deutschen. 1851,Jahrg. 29, I, pag. ¡¿96. — Callisen, XIII, pag. 415—425; XXXI, pag. 9—11. Pagel.
*Hermann Nasse, geb. zu Bielefeld als Sohn des Vorigen 25. Mai 1807,studirte in Bonn, Paris und Berlin, wurde 1831 Privatdocent in Bonn, 1837 Prof. inMarburg, leitete von dort ab bis 1879 das physiol. Institut daselbst. Mit seinemVater gab er (Bonn 1835—39) „Beiträge zur Physiologie und Pathologie desBlutes" heraus; ferner : „ Ueber den Einfluss der Nahrung auf das Blut" (Marburg1856) — „Ueber Lymphe und deren Bildung" (Ebenda 1872) — „De secretionebilis" (Rectorats-Programm, 1881). An W agner's Handwörterbuch und dem mitB eneke und V ogel herausgegebenen Archiv für gemeinschaftliche Arbeiten hatteN. wesentlichen Antheil. Er lebt als Geh. Med.-Rath in Marburg. Wernicb.
*Otto Johann Friedrich Nasse, zu Rostock in Mecklenburg, geb.2. Oct. 1839 zu Marburg als Sohn des Vorigen, studirte in Marburg, Berliu, Wien,war besonders Schüler seines Vaters, E. Du B ois- R eymond's und C. L udwig's,