NANNONI. — NARR.
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1808 unter französ. Herrschaft in Toseana verlor er seine Aemter und Stellungen,wurde aber später wieder in dieselben eingesetzt und Präsident der med. Jury.Nachdem er 1811 noch zwei grössere Reisen nach Frankreich und Oberitalienunternommen hatte, starb er 14. Aug. 1812. Ausser verschiedenen bemerkens-werthen Chirurg, und physiol. Journal-Aufsätzen verfasste N. noch umfangreicheHandbücher, so : „Trattato di chirurgia teorico-pratica, con un corso completodi ostetricia" (Florenz 1785, 6 voll.) — „ Trattato cCanatomía e fisiología"(Ib. 1788, 3 voll.).
Biogr. méd. VI, pag. 315. — Diet. hist. III, pag. 629. Pgl.
Naranowitsch , Paul N. , geb. 1801 im Gouvernement Tschernigow,studirte an der med.-chir. Akademie zu St. Petersburg 1820—23, wo er Prosectorder Zootomie wurde, nachdem er Arzt I. Cl. geworden. 1829 wurde er anat.Prosector, ging 1830 als Ober-Chirurg zur activen Armee nach Polen, wurde1833 Prof. -Adjunct der Anatomie, 1836 Dr. med. mit der Diss. : „Tractatus deherniis". Seit 1839 hielt er Vorlesungen über pathol. Anat., wurde jedoch erst1844 zum Prof. ord. der pathol. -chir. Anatomie ernannt. 1858 erhielt er denTitel als Leibchirurg, leitete 1867—69 als Chef die medico-chir. Akademie. N. hatdie Leichen des Kaisers Nicolai und der Kaiserin Maria Fedorowna ein-balsamirt. Er starb in Zarskoje Selo 2. Jan. 1874. Seine literar. Thätigkeit wareine sehr fruchtbare, namentlich 1839—46 als Rédacteur des „Wojenno medi-zinski Journal". Zu erwähnen sind : „Chronische Entzündung des Herzens" (1823) —„Anatomische Beschreibung eines Aneurysma Aortae ascendentis, welches in denrechten Ventrikel des Herzens perforirt" (1842) — „Ueber die Erschütterung desHerzens durch Erbrechen" (1843) — «Lie Krankheiten der Knochen" (St. Peters-burg 1845) — „Anästhesie mit Aetherdämpfen bei chir. Operationen" (1847) —„Künstliche Blutung bei Leichen" (Drug Sdrawya, 1854) — „Ueber Augenunter-suchung mittelst des Augenspiegels" (1857) — „Ueber Hypnotismus oder künst-lichen hypnotischen Schlaf" (1859).
Peter Naranowitsch, geb. 1805, Bruder des Vorigen, studirte1824—26 an der med.-chir. Akademie, wurde 1833 Prosector der Anatomie,1837 Dr. med. mit der Diss. : „Calculi vesicae urinariae momenta pathologica,therapeutica nee non chirurgica" . In demselben Jahre wurde er Prof. in Charkow,erst der Anatomie, dann 1838 der Chirurgie. Von seinen zahlreichen Arbeitenist besonders erwähuenswerth : „Anatomo-physiologische Beschreibung der Bewegungs-organe des Menschen" (Charkow 1850, 2 Bde., russ.). Er starb in Charkow 1858.
0. Petersen (St. Pbg.).
Narr, Johann N., zu Würzburg, geb. 21. April 1802 zu Eichstädt,studirte von 1822 an in Landshut und von 1823—26 in Würzburg, wo er 1826Doctor wurde, besuchte 1827 die Münchener und später die Pariser Kliniken,habiiitirte sich 1828 als Docent in München, machte 1828-29 eine zweite wissen-schaftl. Reise nach Wien und begann 1829 Vorlesungen über allgem. Pathol. undTher., die zu den beliebtesten und besuchtesten gehörten. 1830 wurde ihm dieLeitung der syphil. Abtheilung des Allgem. Krankenhauses übertragen, auf derer klinische Vorträge hielt. Als 1832 Schoenlein mit 7 Collegen der med. Facultätin Würzburg entfernt wurde, wurde N. dorthin als Prof. ord. der allgem. Pathol.und Semiotik versetzt. Die schwierige Stellung, in die er dadurch gerathen war,benutzte er, nachdem er vorher nur einige Dissertationen und gegen ein Dutzendlateinische Programme geschrieben hatte, zur Abfassung eines grösseren wissen-schaftl. Werkes: „ Allgem. Krankheits-, Heilungs- und patholog. Zeichenlehre"(3 Bde., Würzburg 1839), das jedoch, noch auf dem Standpunkte der Natur-philosophie stehend, dem am Ende der Dreissiger-Jahre sich erhebenden frischenHauche einer neuen Zeit keinen Widerstand leisten konnte. Wenn auch N. ver-suchte, sich, unter Beihilfe seines Freundes Scherer , auf den neuen Standpunktzu erheben, so musste er doch bald dieses Bemühen als ein fruchtloses erkennen