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4 (1886) Lindsley - Revillon
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NADHERNY. NAEGELE.

ihm 1814 definitiv verliehen. Er schrieb in dieser Zeit:TJeher die Verletzungenin gerichtl.-med. Beziehung" (Prag 1818)Darstellung des Physicatswesensin den österr.- deutschen Erblanden, u. s. w." (Wien 1821; neue Aufl. 1831).Bereits 1819 war er zum Gubernialrathe, Protomedicus und Sanitäts - Referentenfür Böhmen ernannt worden und war als solcher auch Director der med. - chir.Studien, bleibender Beisitzer des akad. Senats und Präses der med. Facultät, somitChef des gesammten Medicinal wesens im Lande, und vereinigte dadurch in seinerPerson eine solche Fülle von Macht und Einfluss, wie sie niemals wieder in Oester-reich in die Hand eines Einzigen gelegt worden ist. Erst mit der neuen Organi-sation der Behörden im J. 1850 trat eine Veränderung seines Wirkungskreisesein, jedoch ist seiner umsichtigen und energischen Amtsführung sehr Vieles zudanken, wie die Kegulirung der Kreisphysicate, die allgemeine Einführung derImpfung, die Maassregeln zur Beschränkung und Tilgung der das Land heimsuchendenEpidemieen und Epizootieen, mehrere treffliche Einrichtungen in den böhmischenCurorten, die Erweiterung der Prager Krankenanstalten, der anat. Lehranstalt, desbotan. Gartens, die Errichtung eines chemischen Laborat., eines physiol., zoochem.,pathol.-anat. Instituts, neuer Kliniken u. s. w., während er gleichzeitig für Ver-mehrung der Lehrmittel und Erhöhung der Dotationen der Anstalten sorgte. Nichtgeringen Antheil hatte er auch an der Gründung der (Prager)Vierteljahrschriftfür prakt. Heilk.". Nachdem er 1835 in den erblichen Ritterstand erhoben, 1857zum k. k. Ministerialrath und Referenten für des med. - chir. Studium im Staats-ministerium in Wien ernannt worden, 1862 sein Dr.-Jubil. begangen und 1863,nach 48jähr. Dienstzeit, in den Ruhestand getreten war, starb der um das Medicinal-wesen Böhmens hochverdiente Mann zu Prag am 3. Aug. 1867.

Prager Vierteljahrschr. LXXVI, 1862, Miscellen, pag. 28 ; LXXVIII, 1863, Misc.,pag. 3. Schrader-Hering, pag. 293. v. Wurzb&ch, XX, pag. 25. Callisen,XIII, pag. 402; XXX, pag. 1. ^

Naegele, Franz Karl N., berühmter Geburtshelfer, geb. zu Düsseldorf12. Juli 1778 als Sohn des Directors der damals bestehenden med.-chir. Schule,August N., wurde schon bevor er seine eigentlichen Studien anfing, Prosectorund Repetitor der Anatomie in seiner Vaterstadt, studirte dann in Strassburg,Freiburg und Bamberg, liess sich in Barmen nieder, wo er zugleich Municipalrathund Mitvorsteher einer Armenanstalt wurde, war Physicus der Aemter Barmenund Beyenburg im Grossherzogth. Berg und beschäftigte sich mit besonderer Vor-liebe mit Geburtshilfe und Hebeammenunterricht. 1807 folgte er einem Rufe alsProf. e. o. der Geburtshilfe nach Heidelberg, wo er 1810 ord. Prof. und Directorder Entbindungsanstalt wurde und bis zu seinem 21. Jan. 1851 erfolgten Todewirkte. Von 182547 war er Mitherausgeber derHeidelberger klinischen (seit1835medicinischen") Annalen". N. war einer der hervorragendsten deutschenGeburtshelfer dieses Jahrhunderts und hat sich besonders durch seine Leistungenauf dem Gebiete der geburtshilfl. Pathologie verdient gemacht, so speciell um dieLehre vom schräg und quer verengten Becken, die Bestimmung der Becken-neigung, Berechnung der Schwangerschaftsdauer, Geburtsmechanismus, Verbesserungder Zange (N.'sches Schloss) etc. Von seinen grösseren Schriften citiren wir :Erfahrungen und Abhandlungen auf dem Gebiete der Krankheiten desiveiblichen Geschlechtes, nebst Grundzügen einer Methodenlehre der Geburts-hilfe" (Mannheim 1812)Ueber den Mechanismus der Geburt" (Heidelberg1822; Mainz 1838; engl. London 1829)Das weibliche Becken, betrachtetin Beziehung auf etc." (Karlsruhe 1825)Lehrbuch der Geburtshilfe fürHebeammen" (Heidelberg 1830; 13. Aufl. 1868)Das schräg verengte Becken,nebst einem Anhange über die wichtigsten Fehler des weiblichen Beckens über-haupt" (Mainz 1839, m. 16Taff.; 2. Ausg. 1850).

Goeschen in Deutsche Klinik. 1851, Nr. 6, pag. 21. Med. Central-Ztg. 1851,Nr. 11. H. Rohlfs, Gesch. der Deutsch. Med. Die med. Classiker. II, pag. 499566.

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