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3 (1886) Haab - Lindsley
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KIRN. KIRSTEN.

Zuerst Arzt an der Irrenheilanstalt Illenau, habilitirte er sich 1878 an der Univer-sität Freiburg i. Br. und wurde 1883 zum Extraordinarius ernannt. Von ihmrühren her:Die periodischen Psychosen" (Stuttgart 1878) und in Maschka'sHandbuch (Tübingen 1882):Die einfachen Psychosen und die durch fort-schreitende. geistige Schwäche charakterisirten Seelenstörungen." Dazu einegrössere Anzahl von Aufsätzen in der Allgem. Zeitschr. für Psychiatrie und einzelnenanderen Zeitschriften. W e r n i c h.

Kirsten ( Kirstenius ), Peter K., zu Upsala, war am 25. December 1577zu Breslau geboren , studirte auf mehreren deutschen , holländischen und franzö-sischen Universitäten, wurde mit 24 Jahren Doctor in Basel, bereiste dann Holland,England, Spanien, Italien, Griechenland und einen Theil von Asien, kam nachsieben Jahren durch Ungarn nach Breslau zurück, wurde daselbst Gymnasial-Reetorund Schul-Inspector, führte dort 1608 arabischen Druck ein, flüchtete später nachPreussen, wo er von dem Reichskanzler Grafen Axel Oxenstjerna bewogenwurde, nach Schweden überzusiedeln. Hier wurde er 1636 zum extraordinärenLeibmedicus der Königin Christine und zum Professor der praktischen Medicinin Upsala ernannt. Er starb jedoch bereits am 4. April 1640. Er war ein sehrgelehrter und besonders durch seine Kenntniss der orientalischen Sprachen unddes Griechischen berühmter Mann, der zuerst in Schweden den arabischen Druckeinführte. Ausser einer arabischen Grammatik (1608 ; 1610), dem Leben der vierEvangelisten (arabisch und lateinisch) und anderen griechischen und arabischen,nicht medicinischen Schriften gab er heraus:Libri II canonis Avicennae"(Breslau 1609, arabisch und lateinisch) Tractatus de vero usu et abusumedicinae" (Breslau 1610; Upsala 1636)Conradi Peuceri OTOffTWOii;,seu informatio medicae artis studioso perutilis, etc." (Breslau 1618; Upsala1636)Galeni exhortatio ad bonas artes, praesertim medicinam etc."(Upsala 1636, 4.) TroxpxTO'j; v6u.o;" (1637, griechisch).

Sacklen, I, pag. 454; IV, pag. 69. G.

Kirsten ( Kirchstein ), Georg K., zu Stettin, war hier am 20. Januar1613 geboren, studirte Philosophie und Medicin in Halle, Jena, Strassburg, Tübingenund Leyden, machte wissenschaftliche Reisen durch die Niederlande mit längeremAufenthalt in Franeker, Groningen und Utrecht, erwarb in Leyden die Doctür-würde und übernahm auf Veranlassung von Oxenstjerna eine Stelle als Pro-fessor am Gymnasium zu Stettin mit dem Titel eines Leibarztes des Königs vonSchweden. Er starb am 4. März 1660. Die Titel seiner unbedeutenden Schriftensind:Oratio de medicinae dignitate et praestantia contra Platonem et Phnium"(Stettin 1647)Adversaria et animadversiones in Joannis Agricolae commen-tarium in Poppium et chirurgiam parvam" (Ibid. 1648)Disquisitionesphytologicae" (Ibid. 1651).

Biogr. med. Y, pag. 429. Pgl-

Kirsten, Michael K., als Sprachkenner und Mathematiker ausgezeich-neter Arzt, geboren am 25. Januar 1620 zu Beraun in Mähren, bezog 1637 dieRostocker Universität zum Studium der Philosophie und Medicin, ging 1640 nachStettin, wo er Lorenz Eichstad bei der Redaction seiner Ephemerides astrono-mieae unterstützte und machte 1643 eine Reise nach Dänemark , Schweden undNorwegen, mit längerem Aufenthalt in Kopenhagen, wo er mit dem gelehrtenSimon Pauli zusammen eine deutsche Uebersetzung von Kaspar Bartholin'sInstitutiones anatomicae anfertigte. 1646 Reisebegleiter des Sohnes von Fabriciu s,Leibarztes des Königs von Dänemark, geworden, ging K. 1648 als Assistent vonDr. Marquard Scelegel nach Hamburg und 1650 nach Italien. Hier blieb eretwa drei Jahre lang, promovirte 1653 in Padua zum Dr. med., kehrte dann nachDoutschland zurück und übernahm 1655 die Professur für Mathematik, später(1660) für Physik und Poesie am Gymnasium zu Hamburg. Gleichzeitig beschäftigte