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KANNEGIESSER. — KAPOSI.
Seine Schriften bestehen ans einer Unzahl von Dissertationen, Programmen undakademischen Gelegenheitsreden (das Dict. hist. zählt deren ca. 63 auf). Ausser-dem hat er erhebliche Beiträge zu den Acta der k. k. Leopold. Akademie, derenMitglied er war, geliefert.
Boerner, I, pag. 563; II, pag. 444, 768; III, pag. 400, 710. — Baldinger,pag. 88. — Kordes, pag. 471. — Biogr. med. V, pag. 404—406. — Dict. hist. III, pag.307—310. — A. Hirsch in Allgem Deutsche Biogr. XV, pag. 78. Pagel.
Kaiiold, Johann K., einer der ersten wissenschaftlichen Bearbeiter derEpidemiographie, geboren am 15. December 1679 in Breslau, studirte seit 1701Medicin in Halle und war ein besonders eifriger Schüler und Anhänger von Stahl,zu dessen Grundsätzen er sich sein ganzes späteres Leben hindurch bekannt hat.Nachdem er 1704 mit der: „Disp. de abortu et foetu mortuo" Dr. med. ge-worden , liess er sich in seiner Heimath als Arzt nieder und blieb hier ohneUnterbrechung bis zu seinem am 15. November 1729 erfolgten Tode. K. isthöchst wichtig dadurch, dass er die ersten Beiträge zu einer Geschichte derVolkskrankheiten geliefert hat. Seine Arbeiten über die von ihm in den Jahren1700—1716 beobachteten Pestepidemieen bilden das Fundament dieses Zweigesder Geschichte der Heilkunde. Seine berühmte Schrift: „Einiger MedicorumSendschreiben von der in Preussen 1708, in Danzig 1709, in Rosenberg 1708,in Frauenstadt 1709 grassirten Pest, von der wahren Beschaffenheit desBubonis , des Schweisses und der Pestgeschwüre, sonderlich der Beulen, vomächten Gebrauch, der Vomitoriorum et Sudoriferorum" (Breslau 1711; Ibid.1713) ist die Frucht mehrjähriger eingehender Forschungen. Er veröffentlichtenoch: „Einiger Marsilianischen Medicorum in französischer Sprache aus-gefertigte und in's Teutsche übersetzte Sendschreiben von der Pest in Marsilienund mit einigen reflexionibus sonderlich von dem wahren Ursprung der Pestilenzaus und im Orient" (Leipzig 1721). Wichtig für die Epidemiographie jenerPeriode ist ferner die von K. zusammen mit Kdndmann und Brdnschwitz heraus-gegebene: „Sammlung von Natur- und Medicin-Geschichten, wie auch hierzugehörigen Kunst- und Literatur-Geschichten, so sich in Schlesien und anderenLändern begaben (gewöhnlich Breslauer Sammlungen genannt) von 1717—1727"(37 Quartalhefte mit 24 Supplementen, Breslau 1718—1729), fortgesetzt vouBüchner u . d. T.: „MisceUanea physico-medica" (Erfurt 1727—33, Universal-Register, Erfurt 1736). Ausserdem veröffentlichte K. noch: „Historische Rela-tion von der Pestilenz des Hornviehes, welche a. 1711 und 1712 in Schlesien,wie nicht weniger im Jahr 1710 in Mähren, Polen, Ungarn, Oesterreich,Siebenbürgen grassirte" (Breslau 1713) — „Kurze Historie von der Seuche desViehes von 1701 bis 1717, vorzüglich von der grossen Pestilenz unter demHorn- und Pferdevieh von 1709 bis 1717 aus vielerley Gorrespondenz undanderen Berichten zusammengetragen" (Bautzen 1720 ; Ibid. 1721), sowie ver-schiedene Beiträge zu den Acta der k. k. Leopold. Akademie.
Biogr. med, V, pag. 406. — Dict. hist. III, pag. 310. ■— A. Hirsch in Allgem.Deutsche Biogr. XV, pag. 80. — Haeser, Gesch. d. Med. II, pag. 1095 u. III, pag. 455.
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* Kaposi, Moriz K. (Moriz Kohn ), aus Kaposvär in Ungarn, geborenam 23. October 1837, war an der Wiener Universität schon zu seiner Studien-zeit und nachher Schüler Hebra's . Promovirt 1861 , habilitirte er sich 1866,wurde 1875 Professor, 1879 Vorstand der Klinik und der Abtheilung für Haut-kranke in Wien. Seine erste grössere Schrift war: „Die Syphilis der Schleim-haut der Mund-, Rachen , Nasen- und Kehlkopfhöhle" (Habil.-Sehr., Erlangen1866). Dann folgten im Archiv fiir Dermatologie und Syphilis, in den WienerWochenschriften mehrere casuistische und auch umfassendere dermatologische Mit-theilungen. 1872 begann das von K. (im Verein mit Hebra ) bearbeitete Lehr-buch der Hautkrankheiten, ia welchen zahlreiche Abschnitte von K. bearbeitetsind, sowie die in Lieferungen erschienene Arbeit: „ Die Syphilis der Haut und