374
JAEGER.
Beharrlichkeit sein ganzes Leben hindurch der praktischen Verwerthung dieserneuen Untersuchungsmethode widmete. Noch nach einer anderen Richtung verdanktdie Ophthalmoskopie J. eine besonders werthvolle Förderung, indem er, wiederumganz im Sinne Helmholtz's , die Verwendung des Augenspiegels zur exactenobjectiven Refractionsbestimmung als der Erste in die Praxis einzuführen sichbemühte. Von seinen übrigen Verdiensten sei noch hervorgehoben die Zusammen-stellung geeigneter Sehproben zur Prüfung der Sehschärfe.
Sattler in Fortschr. d. Med. 1884, Nr. 15. Wernich.
Jaeger, Hermann Joseph J., zu Neuss, war 1792 zu Uerdingen amRhein geboren, studirte auf den Hochschulen zu Strassburg, Montpellier undHeidelberg, auf welcher letzteren er die Doctorwürde erwarb. 1815 machte er alspreussischer Oberchirurg der 2. rheinischen Legion den Feldzug gegen Frankreichmit und wurde, in die Heimath zurückgekehrt, Bataillonsarzt des Landwehr-Bataillons Neuss, später mit dem Titel Regimentsarzt. Er verfasste einen „ Tractalusphysico-med. de atmosphaera et de aere atmosphaerico, nec non de variis gazis,vaporibus, effluviisque in eis contentis, respectu eorum in corpus humanumefftctuum" (Köln 1816). 1820 wurde er zum Physicus des .Kreises Greven-broich ernannt und war in dieser Stellung 24 Jahre lang unermüdlich als Arztsowohl, wie in fast allen Zweigen der Natur- und besonders der Alterthumskunde,behufs Leitung von Nachgrabungen nach römischen Alterthümern thätig. Unterdem Titel: „Praktische Miscellen" veröffentlichte er, theils in Harless ' NeuenJahrbb. (Bd. III, V; 1821, 22), theils in Graefe's und Walther's Journal(Bd. XI, XII; 1828, 29) eine Reihe der von ihm gemachten Beobachtungen. Auchseine Beleuchtungen, Ansichten und Vorschläge zur bevorstehenden Reform,des Medicinalwesens im Kgl. Preussischen Staate" (Neuss 1842) fanden die ihnengebührende Anerkennung. Sein Tod erfolgte am 3. November 1848.
Med. Zeitung, herausgegeben v. d. Verein f. Heilk. in Preussen. 1848, pag. 236.
G.
Jaeger, Michael J., zu Erlangen, war am 10. August 1795 zu Würz-burg geboren, studirte auch daselbst, erwarb 1819 den Doctorgrad, schrieb 1820seine Diss.: „ Tractatus anat.-physiol. de arteriarum pulsu" und trat, zu weitererAusbildung, eine Reise nach Wien, Berlin und Hamburg an. Er habilitirte sichdarauf 1822 in Würzburg als Privatdocent, hielt Vorlesungen über pathologischeAnatomie, besuchte dabei aber stets noch die Kliniken, namentlich die von Kaj.Textor und die Militärspitäler. 1826 erhielt er die durch den Tod von Schregerin Erlangen erledigte Direction der dortigen chirurgisch-augenärztlichen Klinik undwurde gleichzeitig zum Prof. e. o. ernannt. Daselbst erweiterte und gestaltete erdie Klinik um; die Zahl der Hilfe suchenden Leidenden vermehrte sich von Jahrzu Jahr; er wendete allen Fleiss auf die Vermehrung der Sammlungen, erstatteteregelmässige jährliche Berichte über die Klinik und lieferte so den Beweis. dassmit ihm neues Leben und ein neuer Geist in die Erlanger chirurgische Klinikeingezogen sei. Daneben begann er eine überaus fruchtbare literarische Thätigkeit,nämlich seit 1830 für das von der Berliner med. Facultät herausgegebene Ency-klopädische Wörterbuch, seit 1831 für Rüst's Handbuch der Chirurgie und seit
1836 für das von ihm in Gemeinschaft mit Walter und Radius redigirte „Hand-wörterbuch der Chirurgie und Augenheilkunde". 1831 wurde er zum Prof. ord.eruaunt und schrieb dazu die Programme: „Operatio resectionis conspectu chrono-logico adumbrata" und „Commentatio chirurg. de exstirpatione linguae", nach-dem er 1831 eine Monographie: „Die Entzündung der Wirbelbeine u. s. w."herausgegeben hatte. Das erwähnte Programm über die Resectionen und dieerweiterte Bearbeitung desselben in den Artikeln: „Decapitatio ossium" — ,,Ex-cisio ossium partialis" — „Exstirpatio ossium" des RuST 'schen Handbuches derChirurgie (1831, 32) sind die Grundlagen aller späteren literarischen Arbeiten aufdem Gebiete dieser Operationen geworden. Sehr gegen seinen Wunsch wurde er
1837 zum Professor der Chirurgie in Würzburg, an Stelle des von dort (zur Strafe