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2 (1885) Chavet - Gwinne
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588
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GOEPPERT. GOERCKE.

Medicin und Botanik mit der Schrift:De acidi hydrocyanici vi in plantascommentatio" und übernahm 1830 das Lehramt für allgemeine Pathologie undTherapie und das für Arzneimittellehre an der medicinisch - chirurgischen Lehr-anstalt daselbst. 1831 wurde er ausserordentlicher Professor, 1839 Ordinariusin der medicinischen und 1852 Ordinarius für Botanik in der philosophischenFacultät und übernahm zugleich die Leitung des botanischen Gartens. Währendder Cholera - Epidemie in Breslau 1831 war er als Lazaretharzt an einemCholera-Hospital thätig und gab als solcher mit den anderen LazarethärztenDieasiatische Cholera in Breslau während der Monate Octoher, November, December1831" (Breslau 1832) heraus, redigirte auch die damals zu Breslau erscheinendeCholera-Zeitung. Seiner Ansicht von dem innigen Zusammenhange der Natur-wissenschaften mit der Medicin gab er durch die Schrift:Ueber die Wichtig-keit der naturwissenschaftlichen Studien für die zukünftige Ausbildung desArztes" (Breslau 1831) Ausdruck und wandte sich selbst immer mehr und mehrder Botanik zu; zahlreiche Schriften, die landwirthschaftliche, gärtnerische undforstliche Botanik betreffend, geben davon Zeugniss, nicht minder seine Arbeitenüber die Beziehungen zwischen Pflanzenleben und Wärme. G.'s eigentliche Bedeu-tung beruht jedoch in seinen phytopaläontologischen Arbeiten über die Yergleichungfossiler Pflanzen mit noch lebenden und in seinen Untersuchungen über die Florader Tertiärzeit, namentlich Schlesiens, welche auch nur in den wichtigsten hieranzuführen wir unterlassen müssen. G. starb am 18. Mai 1884. Ausser denschon angeführten Schriften seien noch erwähnt: Ueber die chemischen Gegen-gifte" (2. Aufl., Breslau 1843)Die officinellen und technisch wichtigenPflanzen unserer Gärten" (Görlitz 1857) »Die in Schlesien wildwachsendenojficinellen Pflanzen" (Breslau 1835).

Nowack, Schlesisches Schriftsteller-Lexikon. I, 52. Wortmann, BotanischeZeitschr. 1884, Nr. 31. y

Goercke, Johann, geboren den 3. Mai 1750 im Dorfe Sorquitten inOstpreussen, ging im 13. Lebensjahre mit seinem Oheim, einem Regiments-chirurgen, nach Tilsit, wo er sprachwissenschaftlich unterrichtet wurde. NachdemG. weiterhin in Königsberg seinen Studien obgelegen, wurde er 1767 Compagnie-C'hirurgus und 1784 Pensionär Chirurgus in Berlin. 1787 begab sich er aufwissenschaftliche Reisen nach Wien, wo er mit Brambilla bekannt wurde, nachItalien, dann nach Paris, wo er 1788 seine Ernennung zum Regiments-Chirurguserfuhr und Desault kennen lernte, endlich nach London, wo er die Bekannt-schaft von John und William Hunter und Cooper machte. Im März 1789dem General-Chirurgus Theden adjungirt, trat er, nachdem er noch in SchottlandBell und Hamilton aufgesucht, 1790 in diese neue Stellung. 1792 wurde erMit-Director der Feldlazarethe in Frankreich und 1797 folgte er, Mürsinna über-springend, dem General-Chirurgus Theden im Amte. 1817 hatte G. das Glück,seine allgemein festlich begangene fünfzigjährige Dienstjubelfeier zu erleben. FünfJahre später zog er sich vom Schauplatze seiner öffentlichen Thätigkeit zurück,starb am 30. Juni 1822 in Sans-Souci und wurde in Bornstedt bei Potsdambeerdigt. Seine viel mehr sanitäts-organisatorischen als literarischen Verdienste sindfolgende: 1793 wurde auf seinen Vorschlag ein sogenanntes Feldlazareth ambulant(fliegendes" im Gegensatz zustehend") für 1000 Kranke errichtet, fernerwurden auf seine Empfehlung 1795 bei den Lazarethen auf Federn ruhende Kranken-wagen nach dem Muster eines von den Engländern auf ihrem Rückzüge in Hollandzurückgelassenen verwendet. 1807 vermittelte er es, dass den Compagnie-Chirurgeudas Monatsgehalt auf 10 Thaler erhöht und den oberen Militärärzten ein höhererund bestimmter Rang (vom Obersten abwärts) und ebenfalls Gehaltserhöhunggewährt wurde. Endlich ist auch die Errichtung von Veliten-Compagnien (d. i.Krankenträger-Abtheilungen) im Jahre 1814 G.'s mittelbares Werk. G.'s grösstesVerdienst besteht vielleicht darin, dass er 1795 die medicinisch-chirurgische Pepiniere