GAZIO. — GEBAUER.
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Stellung jedoch — wie es scheint, wegen ungenügender Beschäftigung — alsbaldaufgegeben und sich in der Folgezeit in mehreren Städten Italiens aufgehalten,wo es ihm gelang, sich einen grossen Ruf als Arzt und Reichthitmer zu erwerben.In höherem Alter kehrte er in seine Heimath zurück, gab sich nun ausschliesslicheiner schriftstellerischen Thätigkeit hin und ist hier am 3. September 1530 gestorben.Seine Schriften „Florida Corona, quae ad sanitatis hominum conservationem aclongaevam vitam producendam sunt necessaria" (Venedig 1491 u. v. a. Aufl.,später auch unter dem Titel: „Aerarium sanitatis" Augsburg 1546 erschienen)und „De somno et vigilia libellus" (Basel 1519, auch im Anhange zu den Opp.Constantini Africani, Yol. II, Basel 1539 erschienen) tragen durchweg das Geprägeder arabistischen Medicin des Mittelalters.
Vedova, Scritt. Padovani, I, 444. A. Hirsch.
Grazola, Giuseppe G., 1661 in Verona geboren, hatte in Padua Medicinstudirt, 1623 den Doctorgrad erlangt, aber noch drei Jahre zu seiner weiterenAusbildung daselbst zugebracht. Nach seiner Vaterstadt zurückgekehrt, begründeteer eine wissenschaftliche Gesellschaft, welche den Namen „Academia degli ale-tofxli" führte, deren Aufgabe vorzugsweise in der Förderung der mathematischenund physikalischen Wissenschaften bestehen sollte und die am 21. December 1686eröffnet wurde. Bald darnach wurde G. auf Veranlassung des venetianischen Gesandtenam spanischen Hofe nach Madrid berufen, wo er sich das Wohlwollen der Königinerwarb und auf ihre Empfehlung 1692 zum Leibarzte des Kaisers Leopoldernannt wurde. Nach mehrjährigem Aufenthalte in Madrid machte G. eine grösserewissenschaftliche Reise durch Frankreich und Italien und kehrte endlich 1697nach Verona zurück, wo er die ärztliche Praxis von Neuem aufnahm und bis zuseinem am 14. Februar 1715 erfolgten Tode gewirkt hat. Unter seinen literarischenArbeiten nimmt die unter dem Titel „II mondo ingannato da falsi medici"(Perugia 1716 u. v. a. Aufl., auch in französischer und spanischer Uebersetzungerschienen) die erste Stelle ein. G. unterwirft in derselben das Studium der Heil-kunde und die Thätigkeit der praktischen Aerzte einer scharfen Kritik, indem erunter Anderem erklärt, dass ein gut gebildeter Arzt selten angetroffen wird undfast ebenso viele Kranke an den Heilmitteln und Heilmethoden, wie an Krank-heiten sterben; mit aller Entschiedenheit spricht er sich gegen jeden Dogmatismusin der Heilkunde aus, namentlich bekämpft er den damals noch herrschendenGalenismus, an dessen Stelle er die neuere (iatrophysische) Richtung gesetzt wissenwill u. s. f. Ausserdem hat er eine kleine , der Königin von Spanien gewidmeteSchrift, ebenfalls medicinisch-ethischen Inhaltes „Entusiasmos medicos, politicosy astronomicos" (Madrid 1689) und einen Bericht über die 1711 in Italien epi-zootisch herrschende Rinderpest „Origine preservativo e rimedio del contagiopestilenziale del bue" (Verona 1712), eine in medicinisch-polizeilicher Beziehungwichtige Arbeit, veröffentlicht.
Eloy, Dict. hist. Vol. II, pag. 319. A. Hirsch.
Greach, Francis G., geboren 1724, Dr. med., Wundarzt, später Chef-arzt am Hospital von Plymouth, Mitglied der Royal Society, schrieb: „Medicaland chirurgical observations on inflammations of the eyes; on venereal disease;on ulcers, and gunshot wounds" (London 1766, 68) — „Some observations onD. Baker's essay on the endemical colic of Devonshire etc." (Ebenda 1767) —„Some observations on the jpresent epidemic dysentery" (Ebenda 1781), über einenFall von Gallensteinen u. s. w. G. starb 1798.
Dict. hist. T. II, pag 511. Pgl.
Gebauer, Christian Samuel G., geboren am 1. November 1716 zuGoldberg in Schlesien, wo sein Vater Arzt war, studirte Medicin in Halle unterHoffmann und Juncker. 1739 Dr. med. unter dem Präsidium von MichelAlbertj , war er bis 1743 Arzt in Liegnitz, folgte dann einem Rufe als Professor