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2 (1885) Chavet - Gwinne
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DEVEKGIE. DEVILLE.

während der Zeit des ärgsten Verfalles dieser Doctrin, zu den Hervorragendsten.Mit einigen kleinen Schriften, welche von 1812 bis 1836 erschienen sind, kämpfteer gegen den damaligen Gebrauch, eigentlich Missbrauch, des Quecksilbers. Vonseinen übrigen Werken ist nur die in Gemeinschaft mit Bard, Cullerikr Onkelund Neffe, Desruelles und Gama herausgegebeneClinique de la maladiexyphilitique" (Paris 18261831, 4., II, pp. 274, 290 [Dasselbe Brüssel 1837,4., pag. 375] sammtAtlas", Paris 1833, fol. mit 126 colorirten Tafeln) das erstegrössere Bilderwerk über diese Krankheiten, erwähnenswerth. Die Erkrankungender Eingeweide, des Gefäss- und Nervensystems und der Sinnesorgane waren D.,wie der weitaus meisten Syphilographen jener traurigen Periode, völlig unbekannt;auch knüpft sich an seinen Namen keine sonstige wissenschaftliche That vonbleibender Bedeutung. j K Proksch.

Devergie, Marie-Guillaume-Alphonse D., wurde am 15. Februur1798 zu Paris geboren und starb daselbst am 2. October 1879. Er wird mitRecht in Frankreich als einer der Begründer der gerichtlichen Medicin angesehenund vereinigte sich Ende der Zwanziger-Jahre mit Andral , Esquirol , Leuret,Orfila u . A. zur Herausgabe derAnnales d'liygiene et de medecine legale",aus deren Redactions-Comite er erst mit seinem Tode schied. Er war vielleichtder fruchtbarste Mitarbeiter an diesem Organ neben seiner Thätigkeit an denHospitälern Bicetre, St. Antoine und St. Louis, die er bis zu seinem 65. Lebensjahreinnehatte. Daneben war er unermüdlich schriftstellerisch thätig; seine Medecinelegale, tlieorique et pratique" erschien in erster Auflage 1835 (2. Aufl. Paris1840; 3. Aufl. Daselbst 1852). Neben diesem Werke wird derTraiti pratiquedes maladies de la peau" (Paris 1854, 1857) am häufigsten genannt. Obwohlauf seinem Wissensgebiet sehr anerkannt, glückte es D. doch nicht, den Lehrstuhlder gerichtlichen Medicin an der Pariser Facultät zu erhalten, da er bei Collard'sTode (1826) noch gesetzlich zu jung war und 1861 (als Tardieu auf Adelonfolgte) bereits zu alt erschien. Eed.

Deveze, Jean D., französischer Arzt, geboren 1753 in Rabartens, gestorben1825 in Fontainebleau, prakticirte viele Jahre in San Domingo und ist vorzugs-weise bekannt durch seine Monographie über das Gelbfieber: Tratte de la fievrejaune" (Paris 1820), in der er seine reichen, an Ort und Stelle gemachten Er-fahrungen über die genannte Krankheit niederlegte; er stellte die Behauptungauf, dass das Gelbfieber nicht contagiös sei und vertrat diese Ansicht auch nochin einer akademischen Publication:Memoire sur la question: la fievre jauneest-elle contagieuse?" (1819). Un°-er

Deville, Amadee D., dessen Geburtsjahr in den unten genanntenBiographien nicht angegeben ist und der am 20. August 1879 im Irrenhause zuJvry nach 17jährigem Aufenthalte daselbst starb, begann seine Carriere unterglänzenden Auspicien, brachte es indessen nur bis zum Prosecteur des höpitaux,wozu er 1846 ernannt wurde. Zwei weitere Concurse missglückten ihm, und 1851wurde er ein Opfer des Staatsstreiches und zur Deportation nach Cayenne ver-urtheilt. Diese Sentenz wurde in einfache Ausweisung umgeändert, als es D.geglückt war, das Deportationsschiff gelegentlich eines Sturmes in Brest zu ver-lassen. Er lebte dann mehrere Jahre in London, rieb sich hier bei wissenschaftlichenArbeiten fast auf und publicirte unter Anderem:Coup d' oeil sur la Chirurgieanglaise. Des hernies crurales" (Paris 1853)Revue clinique des höpitauxanglais"Memoire relatif aux hernies du testicle". Nach Verdriesslich-keiten mit der Administration des Guy's Hospital legte er sich dann ganz auf diePraxis, erwarb enormes Vermögen, endete aber sein eigentliches thätiges Lebenbereits 1861, als ein heftiger Anfall von Verfolgungswahn ihn dem obengenanntenAsyl zuzuführen zwang.

Gaz. liebdomad. de Paris 1879, XVI. Progres med. 1879, XII. Laucet. 1879, II.

Red.