BOYLSTON. —
BOZ/INI.
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Boylston. zabdiel B., in Boston, wurde 1680 als Sohn des ArztesThomas B., der aus England nach Amerika gekommen war, geboren, erhieltseine medicinische Erziehung durch seinen Vater und Dr. Johx Cutter in Bostonund zeigte besonderes Interesse auch für die Naturwissenschaften. Trotz des grösstenihm von Aerzten und Laien entgegengesetzten Widerstandes, wobei sein Lebenin Gefahr gerieth, führte er, als 1721 und 1722 die Blattern die Bevölkerungviin Boston und dessen Umgebung decimirten, die eben erst aus Europa bekanntgewordene Inoculation derselben in Amerika ein. Auf die Einladung von SirHans Sloane . der hiervon Kenntniss erhalten hatte, ging er nach London, wo er,auch Seitens der königlichen Familie, eine sehr gute Aufnahme fand, und, alserster Amerikaner, zum Mitgliede der Royal Society ernannt wurde, in deren Ver-handlungen er 1726 einen Bericht über seine Inoculationen erstattete, der imfolgenden Jahre in Boston von Neuem abgedruckt wurde. Nachdem er im Laufeder Jahre aus seiner Praxis, welche die erste in Boston war, der Royal Societynoch viele Mittheilungen gemacht hatte, zog er sich im hohen Alter nach Brooklinezurück, bewirthschaftete dort ein Landgut und starb am 1. März 1766.
Tliächer, I, pag. 185. _ G-.
Boyveau-Laffecteur. Gegen 1750 in Paris geboren und ursprünglich fürdie juridische Carriere bestimmt, gelangte B.-L. in den Besitz des Geheimnissesder Darstellung eines antisyphilitischen Syrups, dem er unter dem Namen „ ltobLa ffecteur" eine grosse Verbreitung zu verschaffen wusste und so zu Ansehenund Reichthum jrelangte. — Seine Schriften sind nicht ohne Interesse und Nutzen,enthalten jedoch zumeist nur Anpreisungen seines erwähnten Geheimmittels.
Unger.
* Bozeman, Nathan B. , amerikanischer Arzt, der sich besondere Ver-dienste um die operative Behandlung der Blasensclieidenfisteln mittelst der vonihm erfundenen „button suture" erworben hat, hat über jene und verwandteGegenstände das Folgende geschrieben: „Remarks on vesico-vaginal fistule, tvithan account of a new mode of suture, etc." (Louisville Rev. 1856) — „Uretkro-vaginal and vesico-vaginal jistules, etc." (North Amer. Med.-Chir. Rev. 1857) —„ Application of the button suture to the treatment of varicose dilatation of veins"(New Orleans Med. and Surg. Journ. 1860)— „Urethro-vaginal, vesico-vaginal,and recto-vaginal ßstules, etc." (Ibid.) — „Operation of vesico-vaginal fistuleivithout the aid of assistants etc." (New York 18611) — „On urethrocele, catarrh,and ulceration of the bladder in. females" (1872) — „Remarks on ovario-tomy, etc." (187'J) — „Retroversion in relation to lacerations of the cervixuteri" (1870) u. s. w.
Iudex-Catalogue. II, pag. 317. t'.
Bozzini. Philipp B., geboren am 25. Mai 1773 zu Mainz, studirte zuJena Medicin, promovirte zu Mainz 1796. In Frankfurt wurde er 1803 alsArzt aufgenommen und 1808 zum Physicus extraordinarius ernannt. Er starbschon in der Nacht vom 4.—-5. April 180!) am Typhus. B. hat das Verdienst,in einer Zeit, wo die meisten Aerzte von naturphilosophischen Speculationen inAnspruch genommen waren, ein richtiges Mittel der Diagnostik zuerst angegeben zuhaben. In 1807 erschien sein Werk: „Der Lichtleiter, oder Beschreibung einereinfachen Vorrichtung und ihrer Anwendung zur Erleuchtung innerer Höhlenund Zivischenräume des lebenden animalischen Körpers" (Weimar, fol., mitKupfern). B.'s Idee wurde verworfen von der Wiener medicinischen Facultät,welche das Instrument „Laterna magica in corpore humano" nannte, und von derJosephs-Akademie daselbst. Dagegen ist die Nachwelt ihm gerecht geworden.Mobell Mackenzie („ On the use ofthe laryngoscope in the diseases of the throat" :London 1865) bezeichnet den Lichtleiter als das erste Laryngoskop: in der Gazettedes hopitaux vom 4. Mai 1867 ist der Lichtleiter abgebildet. w Stricker.