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BOYEli.
Boyer, Jean-Baptiste-Nieolas B., zu Paris, war am 5. Mai 1693zu Marseille geboren, machte, für den Handel bestimmt, zunächst einige Reisen nachder Levante, studirte dann aber Medicin zu Montpellier, wo er 1717 Doctorwurde. Die erste der von ihm vertheidigten Thesen betraf die Inoculation derBlattern, die er in Constantinopel kennen gelernt hatte und für deren Einführungauch in Frankreich er sich aussprach. Er ging darauf nach Paris, gewann dieGunst mehrerer hochgestellter Aerzte, wurde 1720, als die Pest in Marseille aus-gebrochen war, dorthin geschickt und schrieb über jene Epidemie eine „Relationhistorique de la peste de Marseille" (Cologne 1721). Zur Belohnung für seinedaselbst geleisteten Dienste erhielt er eine Pension aus dem königlichen Schatzeund die Stelle eines Regimentsarztes der königlichen Garden. Er machte siehweiterhin (1742 — 50) verdient um die Bekämpfung von Epidemien in der Umgebungvon Paris und im Beauvoisis, wonach er eine Erhöhung seiner Pension und denAdelstitel erhielt. 1756 wurde er zum Decan der medicinischen Facultät erwählt uuderschien unter seinem Decanat eine neue Ausgabe des „Codex medicamentarius,seu pliarmacopoea Parisiensis". 1757 wurde er Inspector der Militär-Hospitälerdes Königreiches; er war ausserdem Leibarzt des Königs, Arzt der Stadt Paris,des Parlamentes, der Schlösser von Vincennes und der Bastille u. s. w. Seine beiden verschiedenen Epidemien gemachten Erfahrungen legte er in den folgendenSchriften nieder: „Methode indiquee contre la maladie qui vient de rSgner aBeauvais" (Paris 1730, 4.) — „Methode a suivre dans le traitement desdifferent.es maladies epidimiques qui regnent le plus ordinairement dans lageneralite de Paris" (Paris 1761, 62). Ausserdem ist unter seinem Präsidium von172:)—59 eine Anzahl von Dissertationen erschienen. Er starb am 2. April 1768.
Biogr. med. II, pag. 487. — Dict. hist. I, pag. 500. Ci.
Boyer, Alexis Baron B., berühmter französischer Chirurg, war am1. März 1757 zu Uzerchcs (Correze), im alten Limousin, von unbemittelten Elterngeboren, lernte nur lesen uid schreiben, war anfänglich Schreiber eines Notars,erwarb sich bei einem Chirurgen und Barbier eiuige Kenntnisse und Fertigkeiten,ging mit 17 Jahren nach Paris, wurde Gehilfe bei einem Barbier, wo er Ge-legenheit fand, nebenbei anatomische Vorlesungen zu hören uud bald darauf auchAnfänger in der Anatomie zu unterrichten. 1781 erhielt er bereits in der Ecolepratique des College de Chirurgie die goldene Medaille, lernte nunmehr auchlateinisch, wurde 1782 Eleve in der Charite, 1787 „Chirurgien gagnant-maitrise"in demselben Hospital, blieb auch nach der durch die Revolution von 1789 erfolgtenVerjagung der an der Spitze desselben stehenden Ordensbrüder als Chirurgien adjointin demselben, dessen C'hef-Chirurg Deschamps war, und behielt diesen Titel, ausPietät gegen seinen alten Lehrer, bis zu dessen Tode (1824) bei. Ein 1791von ihm der Academie de Chirurgie vorgelegtes „Mein, sur la meilleure forme desaiguilles propres a la reunion des plaies et a la ligature des vaisseaux etc."wurde, wegen der Auflösung jener Körperschaft, erst viel später (Mem. de la Soc.d'emulation T. III, 1800) gedruckt. Im J. III der Republik wurde er bei der neuerrichteten Ecole de sante zum Professor der operativen Chirurgie ernannt. ver-tauschte diese Professur aber bald mit der der chirurgischen Klinik, die er bisan sein Lebensende beibehielt. Für seine Vorlesungen über Anatomie schrieb ereinen „Traite complet d'anatomie, etc. u (4 voll., Paris 1797—99; 4. edit. 1815);den Doetor-Titel verliehen ihm im J. XI (1803) seine Collegen, die Professorender Schule. In demselben Jahre erschienen seine „Legons sur les maladies des os;redigees en un Traite complet de ces maladies par Anthelme Richer and"(2 voll. Paris, av. figg.; deutsche Uebersetzung von G. A. Spangenberg , 2 Bde.,Leipzig 1804; englische Uebersetzung von R. Farrel , London 1804; ameri-kanische Ausgabe von Jos. Hartshorne , Philadelphia 1805; italienische Ueber-setzung, Napoli 1805). Schon vorher hatte er in dein von ihm mit Corvisartund Leroi'x seit 18o0 herausgegebenen Journ. de medec., de ehir. et de pharm..