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BOURGEOIS. —
DE BOURGES.
Ambrosius Pare's . Nachdem sie ilire Kunst zuerst fünf Jahre lang bei armenLeuten geübt hatte, liess sie sich, nach der damaligen Sitte, von einem Doetor,zwei Chirurgen und zwei approbirten Hebammen examiniren und wurde hierauf:als geschworene Hebamme der Stadt Paris angestellt. Späterhin wurde sie dieHebamme der Gemalin Heinrich IV., Maria von Medici, die sie den27. September 1601 von ihrem ersten Kinde (dem späteren Könige Ludwig XIII.)und weiterhin noch von fünf anderen entband. Sie starb gegen das Ende derersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ihre Tochter widmete sich gleichfalls demHebammenstande. Ihre Werke sind: „Observat. sur les sterilite, peste de fruit,feconditS, accouchements etc." (Paris 1609, 1626, 1642); ferner: „Recit vSri-table de la naissance de mosseigneurs et dames les enfants de France" (Paris1625) und „Apologie contre les rapports des midecvns" (Paris 1627). Ueber-setzt wurden ihre Werke in das Lateinische, Deutsche und Holländische. Ihre unleug-baren Verdienste um die Geburtshilfe bestehen darin, dass sie in ihrer Praxis dennaturgemässen richtigen Weg einschlug. So iiberliess sie z. B. die Geburten mitdem Gesichte möglichst der Natur, empfahl die Wendung auf die Fiisse, wo Ein-schreiten der Kunst nothwendig ist u. dgl. m. Sehr warm empfahl sie den Heb-ammen, Sectionen weiblicher Leichen beizuwohnen, um sich über die anatomischeBeschaffenheit und Lage der weiblichen Genitalien zu orientiren.
Kleinwächter.
Bourgery, Marc-Jean B., zu Paris, war am 19. Mai 1797 zu Orleansgeboren, studirte in Paris, sah sich aber ungünstiger Vermögensverhältnisse wegengenöthigt, seine Stellung als Interne, in welcher er 1819 die goldene Medailleerhalten hatte, aufzugeben. Er wurde Officier de sante, prakticirte als solcher etwa10 Jahre lang in den Kupferhütten zu Romilly, entschloss sich indessen,, 1827 nachParis zurückzukehren und wurde daselbst Doctor mit der These: „ Quelques faitssur l'emploi des ligatures circulaires des membres dans la plupart des maladiesperiodiques". Er nahm nunmehr auch wieder mit grösstem Eifer sein Lieblings-studium der Anatomie auf, verfasste einen „Traite de petite Chirurgie" (Paris 182!i:1835; englische Uebersetzung von Will. C. Roberts und Jam . B. Kissam , NewYork 1834 ; deutsche Uebersetzung, Berlin 1836) und, indem er sich mit demberühmten Zeichner Jacob verband, gab er das erst im Laufe von 15 Jahrenvollendete, bekannte, anatomisch-chirurgische Prachtwerk: „Traite complet deVanatomie de l'homme, comprenant la medecine opiratoire. Avec plancheslithographiees d' apres nature par II. Jacob. Supplements par D u chaus s o y"(8 voll., Paris 1832—54, Fol.) heraus. Inzwischen erschien, ebenfalls von Beiden,ein kleineres anatomisches Werk für den Handgebrauch: „Anatomie elementaire en20 planches etc." fol. . . . „avec texte explicatif, formant un manuel completd'anatomie physiologique" (Paris 1834—42 ; deutsch bearbeitet von A. P. WlL-helmi , Leipzig 1837). Von der Akademie der Wissenschaften wurde ihm 1845eine Belohnung von 5000 Eres, für seine Arbeiten zuerkannt. Zu einem 1846stattgehabten Concurse für einen anatomischen Lehrstuhl verfasste er die These:„Des annexes du foetus et de leur ddveloppement". Ausserdem findet sich vonihm eine Reihe von Notizen über die Structur einzelner Organe, z. B. der Milz,der Zunge beim Menschen und den Säugethieren, in den Comptes rendus de l'Acad.des sc. (1836—1848), der Gaz. med. de Paris (1847, 48). Er starb im Juni1849 an der Cholera, noch ehe das obengenannte grosse Werk vollendet war.
Beaugrajnd bei d e chjamb re, x, pag. 362. ■— Callisen, iii, pag. 7; xxyi,pag. 397. Gurlt.
de Bourges, eine medicinische Familie, von der mehrere Mitglieder währendeiniger Jahrhunderte die Pariser Facultät geziert haben: Jean de B., promovirte1473 und wurde Leibarzt Carl VIII. und Ludwig XII. Er übersetzte dasHippokratische Werk „De natura humana" unter dem Titel: „Le livre d'Uippo-craf.e de la nature humaine avec unc Interpretation" (Paris 1548). — Louisde B., Sohn des Vorigen, geboren 1482 in Blois, promovirte 1504 in Paris und