BIDDER.
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Bidder, Heinrich 1!., Collegienratli und Arzt zu Mitau in Kurlandwar am 4. April 1783 auf dem Gute Wehsahteu in Kurland geboren, war anfäng-lich Apotheker, widmete sich von 1803 an aber dem Studium der Medicin auf denUniversitäten Jena, Würzburg und Göttingen, ferner in dem unter Adelb. Friedr.Marcus ' Leitung stehenden Krankenhause zu Bamberg uud im Winter 1807 inParis, erwarb 1809 in Königsberg die Doctorwtirde und kehrte nach Kurland zurück.Als Arzt in Mitau übernahm er 1813 zeitweise die Leitung einer seiner verwitwetenSchwester gehörigen Apotheke. Ausser dem „Schreiben an die k'&nigl. preuss.lmmediat -Commission zur Abicehrung der Cholera" (Preuss. Staatszeit. 1831)und den „Beitrügen zur medicinischen Statistik und Topographie Kurlands 1 'sind seine Schriften unbedeutend. Er starb zu Schwalbach, wohin er zum Gebrauchder dortigen Quellen gereist war, am 6. August 1833.
v.Heeke und Napiersky-Beise, I, pag. 165; [I, pag. 594; IV, pag. 603. —Beise, I. pag. 55. — Callisen, II, pag. 233; XXVI. pag. 287.
* Bidder, Heinrich Friedrich B., Sohu des Landwirthes ErnstChristian B., wurde am 28. October (9. November) 1810 auf dem Gute Laudohuin Kurland (deutsch-russ. Ostseeprovinz) geboren. Er besuchte das Gymnasiumillustre zu Mitau bis zum Juli 1828 und bezog sodann die Universität zu Dorpat,um Medicin zu studiren. Nach Absolvinmg seiner Studien wurde er am 12. 24. April1834 zum Poctor der Medicin promovirt und unmittelbar darauf zum Professorextraordinarius und Prosector an der Universität zu Dorpat ernannt. Um sichjedoch noch weiter für seine Lehrthütigkeit vorbereiten zu können, wurde er vonder Universität auf ein Jahr nach Deutschland geschickt. Im August 1834 begabsich B. nach Berlin, verbrachte daselbst das Wintersemester 1834/35, hörte Vor-lesungen bei den Professoren Joh. Müller, Ehrenberg, Schlemm und Henle,machte anatomische Studien; im Sommer 1835 besuchte er Dresden, Halle undLeipzig, um die dortige Sammlung kennen zu lernen, und kehrte 1835 nachDorpat zurück. Hier hat er von da ab 34 Jahre lang ununterbrochen als Lehrergewirkt. Im November 184 2 wurde 15. zum ordentlichen Professor der Anatomieernannt, vertauschte aber sehr bald, im Mai 1843, dieses Fach mit der Professurder Physiologie und Pathologie. Neben den dieser Professur zukommenden Dis-eiplinen hat aber B. wiederholt anatomische Vorlesungen gehalten, so z. B. 1 J / 2 Jahrelang, als nach dem Abgang Reichert's von Dorpat nach Berlin der Lehrstuhlder Anatomie vacant war und auch in späterer Zeit zu wiederholten Malen. Biszum Jahre 1858 las B. auch über pathologische Anatomie. — Sieben Jahre laug(1857—1864) bekleidete B. das Amt eines Rectors der Universität. Im August1869 wurde er nach 25jähriger Lehrthfttigkeit auf seine Bitte aus dem Staats-dienste entlassen und lebt seitdem als Privatmann in Dorpat. Aus seiner Dissertation:„De graviditatis vi medicatrice" hat B. eine ganze Reihe grösserer und kleinererAbhandlungen anatomischen und physiologischen Inhaltes verfasst. Es seien genannt:„Neurologische Beobachtungen" (4., Dorpat 1836, mit 2 Taf.) — „ 1 ergleichend-anactomische Untersuchungen über den Harn und die Geschlechtswerkzeuge dernackten Amphibien" (4. Dorpat 1846, mit 3 Taf.) — In Verbindung mit Volk-mann : „Die Selbständigkeit des sympathischen Nervensystems, durch anatomischeUntersuchung nachgewiesen" (4., Leipzig 18421 — „l ntersuchungen über dieTextur des Bückenmarks" (4., Leipzig 1857, mit 5 Taf.) — In Verbindung mitKarl Schmidt : „ Die Verdauungssäfte und der Stoffwechsel, eine physiologisch-chemische Untersuchung" (Melon und Leipzig 1852). Ausserdem sind 77 Disser-tationen auf B.'s Anregung uud unter seiner unmittelbaren Leitung von DorpaterDoetoren verfasst. Im December 1879 ertheilte die Akademie der Wissenschaftenin St. Petersburg ihm zur Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste dieBaer-Medaille. B. ist gegenwärtig Präsident der Dorpater Naturforscher-Gesell-schaft. — Von den Söhnen Heinrich Friedrich B.'s ist * Ernst Fried-rich B. am 19. October 1839 geboren. Er studirte in Dorpat von 1856—1859,