ANDBEAE.
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Andreae, August Wilhelm A., wurde am 27. Mai 1794 zu Xeu-l ialdeusleben geboren, wo sein Vater ein beschäftigter Arzt war. Bereits mit17 Jahren bezog er 1811 die Universität Berlin, wo er 1814 promovirte unddann alsbald im Hauptfeldlazareth des preussischen Gardecorps den zweiten undletzten Feldzug gegen Napoleon mitmachte. Er kam 1815 aus Paris zurück, umspäter nach Wien zu gehen und dort unter Beek und jägee Augenheilkunde zustudiren. Nach Vollendung seiner Studien liess er sich im Jahre 1817 als. Arztin Magdeburg nieder, wo er an der damals noch bestehenden chirurgischen Lehr-anstalt Vorträge über allgemeine Pathologie und Therapie und mit besonderemErfolg über Augenheilkunde hielt. Seine praktische, sowie seine wissenschaftlicheThätigkeit gestalteten sich hier in kurzer Zeit zu einer ungemein vortheilhaftenund die Anerkennung derselben liess auch nicht allzulange auf sich warten; erwurde zum königlichen Regierungs-Medicinalrath ernannt, wurde Director dermedicinischen Oberexaminations - Commission und dergleichen. —• Er starb am7. März 1867.
Seine wissenschaftliche Thätigkeit war vornehmlich der Augenheilkundegewidmet , er nahm in diesem Zweig der Medicin unbedingt eine hervorragendeStellung ein, sowohl als Praktiker wie als Schriftsteller. Sein „ Grundriss dergesammten Augenheilkunde" (Magdeburg 1834) war ein Werk, welches bestimmtmit zu den besten Lehrbüchern der vorophthalmoskopischen Periode der Ophthal-mologie gehörte. Es zerfiel in zwei Theile, in: „ Grundriss der allgemeinenAugenheilkunde" und „Grundriss der speciellen Augenheilkunde", von denendas erste im Jahre 1846 in der dritten, das letztere in der zweiten Auflageerschien. Von ganz besonderem Werthe sind aber seine historisch-ophthalmologischenArbeiten, nämlich: „ Zur ältesten Geschichte der Augenheilkunde". Programmder medicinisch-chirurgischen Lehranstalt zu Magdeburg 1841, und „Die Augen-heilkunde des Hippokrat.es" (Magdeburg 1843). Besonders das letztere, neunBogen starke Werk ist eine ganz vorzügliche historisch-augenärztliche Arbeit undsichert seinem Verfasser einen hervorragenden Platz in der Reihe der medicinischenHistoriker. Es ist für das Studium der antiken Oculistik fast unentbehrlich undwird seinen Werth immer behalten, da es unter genauester Benützung der Quellenund der einschlägigen Literatur gearbeitet ist. Ein vollständiges Verzeichniss derArbeiten A.'s findet sich bei EtfGELMANN, Biblioth. medico-historica, Leipzig 1848,sechste Auflage. Magnus.
Andreae , Tobias A., nacheinander Professor der Medicin an den Uni-versitäten zu Duisburg, Herzogenbusch, Frankfurt an der Oder und Franeker, wurdeam 11. August 1633 zu Bremen geboren, besuchte die Universitäten Duisburg,Leyden und Groningen, wurde an der erstgenannten 1659 nacheinander zumDr. philos. et med. promovirt. Er war darauf Professor der Philosophie amGymnasium zu Bremen und wurde 1662 Professor der Medicin in Duisburg. ImJahre 1669 veranlasste ihn Lüdwig de Bils , Anatom zu Herzogenbusch, dorthinüberzusiedeln und ihn bei seinen Arbeiten zu unterstützen. A. folgte diesem Rufeund wurde daselbst Professor der Medicin und Philosophie. Durch seine Schriften:„Breve extractum actorum de cadaveribus Bilsiana methodo praeparatis"(Duisburg 1659), und „Bilanx exaeta Bilsianae et Clauderianae balsamationis u(Amsterdam 1682), nahm er an der die damaligen Anatomen lebhaft bewegenden Frageder De BiLS'schen Einbalsamirungs- und Conservirungsmethode der Leichen regenAntheil, indem er diese gegen die Angriffe der Gegner vertheidigte und sie nament-lich der claudeß 'schen Methode vorzog; auch schrieb er dem De Bils die Erfindungder Chirurgia infusoria zu. — 1674 wurde er von dem Kurfürsten von Brandenburgals Professor der Medicin an die Universität zu Frankfurt an der Oder berufen.Er schrieb daselbst von 1675—1679 einige kleine Schriften, Disputationen etc.über verschiedene Gegenstände, namentlich auch über psychische Medicin, worin erden Einfluss des Geistes auf den Körper in verschiedenen Krankheiten zu beweisen