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1 (1884) Aaskow - Chavasse
Entstehung
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Einleitung.

^ ie in anderen Wissenszweigen hat sich hei allem Schwankender mit jedem Tage wechselnden Interessen auch in der Mediein dasBedürfniss nach einem Einblick in die Entwicklung des Faches wach erhalten.Und so stiefmütterlich auch die Studienpläne der meisten Universitäten diehistorische Seite unserer Wissenschaft behandeln, dem ausgebildeten Arztewird die Ueberzeugung bald rege , dass nur eine geschichtliche Schulung,eine gerechte Würdigung des vor ihm Dagewesenen ihn auf der einenSeite vor pietätlosem Nihilismus schützt, wie sie ihn auf der anderen imwahren Sinne befreit von den Fesseln des in unserer Zeit so sehr gefürchtetenAutoritätenglaubens. Die Befriedigung dieser Bedürfnisse erstreben wirnaturgemäss durch das Studium der Specialwerke über die Geschichte derHeilkunde; nicht der letzte Beweis für das historische Interesse unter denAerzten mag in der Beliebtheit gesehen werden, deren sich das berühmteWerk unseres verehrten Mitarbeiters Haeser nun bereits durch mehrere Auf-lagen zu erfreuen hat.

Allein, der historische Darsteller kann in den Rahmen seinerSchilderung nur die wirklich bewegenden Elemente bringen; nicht dasPersönliche, sondern die Signatur des Zeitalters ist sein Gegenstand, undnicht die erfreuliche Einzelleistung, welche das Leben fleissiger Männererfüllte, darf seine Feder da aufhalten, wo sie dem Grösseren derFassung und Charakterisirung des Resultates dienstbar bleiben muss.So nahe uns daher beim Studium eines bestimmten Fachgegenstandes, beiNennung von Namen und Citaten oft der Wunsch tritt, uns über diePersönlichkeiten, ihr Zeitalter, ihr Können und ihre Zuverlässigkeit zuunterrichten, selten nur wird es möglich sein, durch sofortiges bequemesNachschlagen sich in den Besitz der erwünschten Kenntnisse zu setzen. Eineandere, man darf wohl sagen berechtigte, menschliche Seite geht den Geschichts-werken noch mehr ab; über die den neuesten Entwicklungsphasen der

Biogr. Lexikon. I. 1