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TAUFE DES KINDES — TUBER

Anleitung zn zweckmässiger Erziehung taubstummer Kinder im elterlichenHause. Dresd. u. Leipz. 1838. —

Taufe des Kindes (s. Th. S. 993). Dass die frühen Kindtaufen(vor dem 9. Tage nach der Geburt) hier noch gesetzlich bestehen, ist sehrzu tadeln. Mancher Dorfbewohner muss bis zu seinem Kirchdorfe oft 1—1'/ 2Stunden mit dem zarten Kinde reisen; einen warmen Zuwagen besitzt ernicht. Er muss in jeder Jahreszeit, sowol in strenger Wiuterkälte, als inbrennender Sommerhitze, auf offenem Wagen, im Winter wol auch auf demBauerschlitten, sein höchstens 8 Tage altes Kind zum Pfarrdorf und Priesterfahren, wo der ungewohnte Reiz, bald der Kälte, bald der Sommerhitze daszarte Geschöpf kraule machen kann, ja manches schwächliche Kind selbstdadurch früh getödtet worden ist. — Wildbtrg sagt schon vor 20 Jahren(Medic. Gesetzgebung §. 407 — 409) darüber: „Die Sorge für die neugebor-nen Kinder erfordert auch, dass Missbräuche bei der Taufhandlung, welcheder Gesundheit der Kinder nachtheilig werden können, abgeschafft werden.Dass Kinder im kalten Winter, oder in rauher Herbst- und Frühliugswitte-rung, oder in den heissen Sommertagen in die Kirche zur Taufe getragenwerden, kann der Gesundheit der Kiuder eben so grossen Nachtheil briagen,als das Taufen derselben mit ganz kaltem Wasser. Die Unterlassung desAbtrocknens der getauften Kinder um des Aberglaubens willen, dass durchsAbwischen des Taufwassers der Wirkung der Taufe etwas entzogen werde,ist ebenfalls nachtheilig. — Es muss daher zum Gesetz gemacht werden,dass die Taufe der Kinder zu einer jeden Jahreszeit in den Häusern (derWöchnerin oder des Priesters? M.~), nicht mit kaltem, sondern lauem Wassergeschehe und hinterher der Kopf gut und schnell abgetrocknet werde." Diesist nicht genug. Es muss allen Menschen freistehen, im Sommer wenigstensvier Wochen, im Winter acht Wochen nach der Geburt des Kindes denTaufact aufzuschieben, um weder der Mutter noch dem Kinde zu schaden.

Eben so albern, auf Aberglauben beruhend und zur katholischen Gei-steslahmheit und Finsterniss führend, ist die sogenannte Nothtaufe, wel-che, namentlich in unterm Mecklenburg, noch bis auf den heutigen Tag vonHebammen und sonstigen Frauen bei schwächlichen Neugebornen, die wenigHoffnung zum Leben zeigen, exercirt wird. Wozu dieser leeren Formel?Glaubt doch wol Niemand in der ganzen Christenheit mehr an die Taufe alsseligmachendes Mittel oder daran, dass ein guter Jude, Türke oder Heidenicht eben so gut, wie jeder Christ, selig werden könne. Dass solchenSchwächlingen durch das Begiessen mit Wasser ausserdem Schaden gesche-hen könnte, ist nicht ohne Grund von mehrern erfahrnen Männern behauptetworden.

Tellurismus, s. Zoomagnetismus.

Testicondus, Crypsorchis u. Zwitter.

Thalami nervorum opticorum, s. Gehirn.

Tinctura gallarum, a. Galläpfeltinctur.

Tobsucht, s. Mania.

Trachinus VIpera, s. Fische, giftige.

Todtenflecke, s. Th. I. s. 403 u. Th. II. S. 1051

Traum, magnetischer, s. Zoomagnetismus.

Traumhandeln, s. Ebend.

Traumwandeln, s. Ebend.

Trüffel, s. Schwämme, giftige.

Trunbfälligkeit , s. Trunkenheit,

Tuher» s. Schwämme, giftige.