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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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PFUSCHEREI, MEDICINISCHE

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Alaun, Hirschhorngeiat, ein Brechmittel ia abgewogenen, für Erwachseneberechneten Dosen, Sennesblätter, Glaubersalz, Gummi arabicum, Hotfmann»che Tropfen, Zimmttinctur, Magnesia, Pulvis temperans). Kür besondereFälle erstreckt sich diese Erlaubnis» auch auf Opiumtinctur, Liquor C. C.succinatus, Essignaphtha, Haller'iches Sauer, kaustischen Salmiakgeist undwegen gewisser örtlicher Verhältnisse auch noch weiter (das heisst den pu-ren Wundärzten, wenn sie nicht zugleich, wie die Wundärzte erster Ciasseim Preussischen, bis zu einem gewissen Grade auch in der innern Heilkundeausgebildet sind und Prüfung über ihre in derselben erlangten Kenntnissetheoretisch und praktisch nachgewiesen haben, zuviel einräumen, zur Pfu-scherei in Yertheilung der Arzneien Gelegenheit geben. Tott.) Der Ober-amtsarzt muss, um Pfuscherei', das Übertreten der gesetzten Schranken zu■verhüten, von Zeit zu Zeit Revision anstellen, der Wundarzt sich von demdie Waaren liefernden Apotheker den Empfang attestiren lassen und umge-kehrt (der Apotheker kann, um zu gewinnen, dem Wundarzte zu seinenmedicinischen Pfuschereien auch heimlich Arzneien verabreichen, die er nichtins Verzeichniss setzt. Wer kann hier so strenge Controle führen? Nochweniger kann dies hier geschehen, wie im Badischen, wo Apotheker keinevon Wundärzten verordneten innerlichen Arzneimittel dispensiren dürfen. Auchdarf der Wundarzt von seinen Mitteln keinem Arzte, oder Wundarzte, ohneRecept, welches er aufbewahrea muss, kein einziges abgeben, selbst nichtMischungen vornehmen (wird auch das der Oberamtsarzt immer verhütenkönnen?), und wenn er einen aussergewöhulichen Gebrauch von seinen Vor-räthen gemacht hat (den er, zumal von den heimlich vom Apotheker genom-menen und von diesem nicht auf den Empfangschein gestellten Arzneimittelnauch zu machen nicht verfehlen wird T.) ; so muss er diese sofort einem aus-übenden Arzte anzeigen (diese Anzeige wird sich jedoch immer nur auf dieauf den Eoipfangschein gestellten Arzneimittel beschränken. Die an den Gren-zen wohnenden Wundärzte können, Sicherheitshalber, die Arzneimittel, welchesie nicht führen und dispensiren dürfen, ohne Zweifel von den Apothekerndes Grenznachbarstaates rechnen, und so können die Landesapotheker auchnoch gar frei von aller Schuld sein, dazu beigetragen zu haben. Tott.)Zweckmässig ist die Einrichtung im Schwerinschen, dass nämlich die Badereine förmliche Prüfung vor dem Kreisphysikus und einem Wundarzte überAderlass, Zahnausziehen, Blutegel-, Klystiersetzen, Schröpfen und Leich-dornbeschneiden bestehen müssen. Es wird hierdurch wenigstens die Über-zeugung gewonnen, dass diese chirurgischen Vorrichtungen nicht solche Sub-jecte ausüben, welche ihre Übung darin nicht nachgewiesen haben. Die Spa-nier nennen die Pfuscher in der Medicin oder die Quacksalber Matasanosd. b. Ge a un denm ö rd er. Ein amerikanischer Arzt, Dr. Ticknor, hat einWerk über Quacksalberei herausgegeben, in welchem er folgende Anekdoteerzählt. Einer der Quacksalber, von welchen es in Amerika vrimmelt, pflegteseinen Patienten zu sagen, es befände sich in ihrem Magen irgend ein be-sonderer Gegenstand, z. B. Apfelkerne, oder wenn der Patient ein Jagd-freund war, Schrotkörner, und — er hatte immer Recht. Eine Dame, diesich an diesen Quacksalber wandte, erfuhr von ihm, dass die Ursache ihresLeidens ein von ihr verschluckter Apfelsiukern sei, wogegen die Dame in-dessen einwandte, dass sie in sechs Jahren keine Apfelsinkerne gegessen habe;dennoch bestand der Quacksalber auf seiner Meinung, Hess Pillen nehmen,und siehe da! man fand die Apfelsiakerne. Bei einer zweiten Dosis Pillenwar der Erfolg derselbe. Die Dame, welche noch immer zweifelt, schneidetendlich eine der Pillen auf und findet einen Apfelsinkern darin. Es klärtesich so das Geheimniss als Betrugs auf. Als Quacksalberei ist auch die Ver-ordnung von Hausmitteln für sich selbst zu betrachten: denn der sich selbstBerathende hätte den Rath eines Arztes suchen sollen. J. C. Roosens, Di-strictschirurg zu Nedre Tellmarren in Norwegen, sucht (Wildberg's Jahrb.der Staatsarznk. III. Bd. 3. H.) die Ursache des Beifalles und Vertrauens,welches Quacksalber finden, sowie der oft glücklichen Curen derselben 1) inder Wichtigkeit, mit welcher ein Quacksalber sein Werk unternimmt, und