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FASTEN
332.) Zuweilen ist sie sehr zähe, pechartig, fest an der Schleimhaut sitzendund diese roth färbend. — Das Kindspech theilt bei Neugebornen demDickdarme, dessen Gesammtwand davon durchdrungen ist, eine grüue Farbemit. — Ein verdorbener Magensaft kann ebenfalls Färbung und Desor-ganisation nach dein Tode hervorrufen. Zuweilen färbt sich die Magen-und Darmhaut durch Einsaugung des dahin ausgeschwitzten oder ergossenen,reinen oder vermischten Blutes oder färbende Medicamente (z. B.Färberröthe, Klatschrosenaufguss, Chinaabkochung, Eisenpräparate u. s. w.)in ihrer ganzen Ausdehnung; selbst von manchen sonst unschuldigen Ge-tränken kann sie eine rothe oder livide Farbe annehmen. Gifte, be-sonders d : e scharfen, bewirken theils Organisation, theils entzündete, blut-rothe oder schwärzliche, Petechien ähnliche Flecke. Dergleichen Fleckeentstehen im Magen und. Darmcanale zuweilen auch von der äusserlichenAnwendung des Giftes, z. B. von dem in die Haare gepuderten Arsenik.Die Gifte bringen aber, abgesehen von der allgemeinen Wirkung der Ent-zündung, Bluterfüllung, brandigen oder sonstigen Zerstörung oft auch ei-gentümliche Färbungen hervor, wie z. B. salpetersaures Silber bräunlicheStreifen, Schwefelsäure schwarze, Salpetersäure, Iod und Operment gelbeFlecke; die lodflecke vergehen allmälig an der Luft, werden durch eineconcentrirte Lösung von Amylum veilchenblau und verschwinden augenblick-lich durch Pottasche und Ammoniumflüssigkeit, welches bei den durch Sal-petersäure entstandenen Flecken nicht geschieht; letztere werden durch Kaliroth ( Devergie ). Die durch Operment erzeugten gelben Flecke werdendurch Betupfen mit Salpetersäure mit verändert. (S. Wendelstädt, Überdie Beurtheilung der bei Sectionen gefundenen Flecke im Magen. In Kopp «Jahrb. der Staatsarzneikunde. Jahrg. 2. 1809. — Prochaska, Disquisit.anatorn. phys. organ. hura. Viennae 1812. Cap. IX, — Seoutetten, Üb. d.pathologische Anatomie des Peritouaei, a, d. Lond. med. Repository, Sept.
1824, übers, von Steinthal in Siebold's Journ. f. Geburtsh. V. 2 u. 3.
1825. Nr. 13 u. 23. — Huttin, Abb. üb. die Beschaffenheit der Magen-und Darmschieimhaut im gesunden und kranken Zustande, in der Nouv.Biblioth. medicale. 1825. Juli, August u. November. — Bouillard, Üb. d.rothe Färbung der Organe in Leichen. In der Revue medicale. Bd. II. u.III. Paris 1825. — Billard , Die Schleimhaut des Magens und Darmcanalsim gesunden und kranken Zustande. A. d. Franz. Leipz. 1828. — Andral,Untersuchungen üb. d. patholog. Anatomie des Verdauungsoanales. Au«Nouv. Journ. de Med. 1822. Nov., übers, von Krause in Horn's Archiv.1823. 2. S. 355 ff, — Carswell, Illustrations of the elementary forms ofdisease. London 1834. — IVcrsse, Die Entzündung nach ihren anatomischenErgebnissen, in Horns Archiv. 1834. S. 264 if. — Piorry, Abh. üb. d.hypostatische Lungenentzündung. A. d. Franz. von Krupp. Wien 1835. —Orfila u. Lesueur, Handbuch zum Gebrauche bei gerichtl. Ausgrabungenetc. A. d. Franz. von Güntz. Leipzig 1835. — Devergie, Medecine legale.Paris 1836. Tom. II. Part. II. Cap. XVI.)
Fasten, Enthaltung von Nahrungsmitteln, Nahrungslo-sigkeit, Jejunium, Inedia, Abstinentia alimentaria. Die Entziehungder nöthigen Nahrungsmittel schadet nicht nur durch die fehlende Ernäh-rung, sondern auch durch Beraubung der erforderlichen Reizung. Sie kannfreiwillig geschehen (in betrüglicher Absicht oder um sich zu Tode zu hun-gern) oder gezwungen (z. B. durch Krankheit der Schling - oder Ver-dauungsorgane oder durch zufällige Absperrung von der menschlichen Ge-sellschaft). (S. Hunger.) Dass eine Wochen, Monate, ja Jahre lang fort-gesetzte Enthaltsamkeit, wo höchstens nur etwas Wasser genossen wird,möglich sei, lehren viele unverdächtige Beispiele. (S. Hufeland, N. Anna-len d. fr. A.-K. I. S. 336. — Hufeland, Journal. 18 L1. März. S. 116.XXIV. 2. S. .154, u. Supplementheft 1829. S. 216. — Mende, Handb. dergerichtl. Arzneikde. VI. §. 62. — Bibliothek for Läger etc. Kjöbenhavn1829. X. p. 287. — Edinb. med. Essays VI. — Edinb. med. and surg.