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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
Entstehung
Seite
127
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FÄRBUNG DER ORGANE IN LEICHEN 127

einem kleinen schwarzen Punkte in der Mitte; durch Gruppirting bilden sieerhabene, anfangs rothe, späterbin grauliche Platten. Bei chronischer Ent-zündung ist die Färbung violett oder schieferartig, mitunter marmorirt; oftfindet man, vorzüglich wenn ein acuter oder gemischter Entzündungszustendvorherging, dunkle Flecken und Striemen auf dem violetten Grunde. Nachsehr langwieriger und verborgerer Entzündung erscheint die Zottenhautweiss oder weissgrau. Bei der gallertartigen Erweichung ist dieSchleimhaut meistens bläulich weiss, zuweilen aber gelb gefärbt durch Galle,oder bräunlichroth durch färbende Arzneien, oder durch ein kleines Blutex-travasat unter ihr, welches nach Zerreissuug eines durch eiuen kleinen, esumgebenden Blutpfropf bezeichneten Haargefässes entstand und nach Weg-nahme des erweichten Theiles leicht wegzuwaschen ist. Hier ist nirgendseine verästelte oder sonstige Gefässauftreibung und Röthung, noch sonsteine entzündliche Erscheinung zu entdecken. Die Fäulniss oder der Lei-chenzustaud färbt, vorzüglich die abhängigsten Partien des Magens und desDarincanals, roth, braun, violett, schieferblau, schwarz, auch gelblich,selbst aurorafarben. Die Färbung ist in der Regel gleichraässig verbreitetoder gefleckt, gestreift, sehr selten verzweigt. Sie durchdringt meistensdie ganze Magen - und Darmwaud und tritt äusserlich sogar mehr hervorals innerlich. Oft entstehen dergleichen Färbungen durch cadaveröse Trän-kung in der Nähe der Leber und Milz, sitzen dann in dem Bauchfellüber-zuge und sind im Umkreise der Berührungsstelle scharf umschrieben. Dierottibranne Farbe der Leber theilt sich, besonders von deren unterer Flächeaus, zuweilen def Bauchhaut mit und bildet, namentlich auf dem von ihrberührten Magen und Colon, vorzugsweise in der Umgegend des Pförtners,gleichmäßige braune Flecke, ohne Verdickung der leicht ablöslichen Bauch-haut; sie stehen bald einzeln, bald vereinigt, und sind entweder trockenoder mit einem zähen, rothen, offenbar aus der Lebersubstanz getretenenSchleime bedeckt. Gleiches geschieht, wiewol seltner, zuweilen von derMilz aus, sodass, gewöhnlich am untern vordem Theile der grossen Curva-tür des Magens, ein weissröthlichcr, manchmal bläulichbrauner Fleck ent-steht oder mehrere dergleichen, die dicht beisammenstehen und ein sonder-bar marmorirtes Ansehen erzeugen, sonst aber sich wie die von der Leberausgehenden Flecke verhalten. Bei vorschreitender Fäulniss dringt diese,dann meist dunkelblaue Färbung bis zur Schleimhaut des Magens und Dar-mes hindurch, wobei die Leber und Milz eine gleiche Farbe zeigen. Diegelblichen Flecke, die man zuweilen im Dünndarme antrifft, sind ebenfallsals Wilkung der cadaverösen Tränkung anzusehen, da sie in der Regel nurdie freien Ränder der Klappen einnehmen, welche allein in den hier vor-kommenden Schleim eintauchen. Auch mittels Entwickeluiig von Schwefel-wasserstoffgas und dessen Einwirkung auf das Blut der Gefässe unter derSchleimhaut kann schieferblaue Färbung entstehen ( Rigot u. Trouaseau inden Archives g^neral. de Mid. Tom. XII). Wenn die Verwesung vor-schreitet, ist die Färbung meist bläulichgrau oder flaschengrün, noch späterweissgrau mit blauen Flecken (s. Fäulniss). Die Galle färbt die mitihr in Berührung kommenden Theile luanniohfaltig. Schon das naturgemässeVorhandensein derselben bewirkt eine grüne oder gelbe Färbung, vorzüg-lich im Zwölffinger- und Leerdarme, oft auch im Magen, nie im Dick-darme. Diese gelben, oft weit verbreiteten Flecke bleiben unverändert,wenn sie mit einer schwachen Aullösung von Kali causticum berührt wer-den, während bei derselben Berührung die gelben Flecke von Iod ver-schwinden, die von Salpetersäure aber dunkler und orangengelb werden(Barritel in den Anna!. d'Hygiene publ. 1829. 1). Die nach dem Todedurcbgeschwitzte Galle färbt, nach Verhältniss ihrer Beschaffenheit, die derGallenblase nahen Theile, vorzüglich Colon und Duodenum, manchmal diePlörtnergegend des Magens, gelb, grün, aschgrau, braunschwarz, destodunkler und stärker, je länger die Leiche lag oder je mehr die Galle durchKrankheiten der Leber und des Pfortadersystems ausgeartet war. (S. Siim-merring, Eingaweidelehre. 55, 90 u. 104. Wendelslädt 1. c. p. 173 u.