EXTRAVASATE
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ncs congestiven oder entzündlichen Zustandes, wo sie geruchlos ist, wennnicht Geschwüre oder Brand vorhanden sind; oder in Folge fauliger Zer-setzung, wo sie den der Fäulniss eigentümlichen Geruch hat (s. Kmphy-sema). Ausserdem kann sie aber auch aus der verletzten Lunge strömen,oder durch eine neu entstandene Öffnung von Aussen nach Innen dringen.— Die Gasentwickelung in Leichen geschieht oft sehr rasch, beson-ders nach schnellen und gewaltsamen Todesarten, denen heftige Schmerzen,grosse Anstrengungen u. s. w. vorausgingen: da reichen oft 2 — 3 Stundenhin, um den Körper dergestalt emphysematös aufzutreiben, dass er auf deinWasser schwimmt; seihst in den Venen entwickelt sich Luft und treibt, woeine Verletzung stattfindet, das Blut aus der Wunde. Als das Product derFäulnis» muss das Luftextravasat angesehen werden, wenn es nicht biospartiell ist, und wenn l.ungeu, Pleura, Luftröhre, Magen und Gedärme un-verletzt sind. Vorstehende Airgahen sind auf sämintliche Haupthöhlen desKörpers anwendbar. Daher wird die specielle Diagnose nur kurz sein müs-sen. Sie sind, nach Verhältniss der Örtlichkeit, auch auf <lie kleinern Höh-len (Gelenke, Scheidenbaut des Hodens, inneres Ohr und Auge, Schleim-beutel) anwendbar, welche aber hier blos erwähnt werden. Ergiessung indie Schädelhöhle. Das Ergossene ist Blut, Eiter, Serum oder Lymphe(selten Luft), und sitzt entweder zwischen oder unter den Hirnhäuten, oderin den Gehirnhöhlen, oder auf dem Schädelgrunde, oder auch in der Sub-stanz des Gehirns, zuweilen tbeilweise selbst in der Kückenmarkshöhle. Eswirkt zunächst durch Druck: Gefühl von Schwere, Schwindel, Schläfrig-keit, Lähmungen; ist der Druck stark, »o ist der Kranke ganz betäubt,sinn- und fühllos, athmet tief, mühsam, schnarchend, röchelnd, mit roth-aufgeschwollenem Gesicht u. s. w. Bai einem entzündlichen Zustande kön-nen abwechselnd auch krampfhafte Erscheinungen hinzutreten (ja letzteresind bei jeder Pneumatose ein fast constantes Symptom, Most). — Hierhergehört vorzüglich der Schlafifluss, die Hirnwassersucht, das traumatischeExtravasat (s. Verletzungen des Kopfes); man findet zuweilen eineumfängliche Vereiterung, die aber nicht mit der Erweichung des Gehirnsverwechselt werden darf. Ergiessung in die Rücke nmarkshöhle. Sieverhält sich wie die der Schädelhöhlei nur sind, statt des Gehirnes, hiermehr die Brust- und Baucheitigeweide, die Genitalien, dife Extremitätenbetheiligt. Sie sucht im Stillen den untern Theil des Canals, wobei vor-züglich die untere Körperhälfte leidet. Ergiessung in die Brusthöhle.Das Extravasat besteht in Blut, Eiter, Lymphe, Serum, Milchsaft oderLuft und sitzt in einem oder beiden Säcken des Brustfells, oder im Herz-beutel, im Mittelfelle, in oder hinter dem Rippenfelle, oder iu den Lungenselbst. Es kann auch, z. B. nach einer Wunde oder Eiterung im Zwerch-felle, aus dem Unterleibe in die Brust gedrungen sein. Ks bewirkt ausserden allgemeinen Zeichen, nach Verhäitmss seines Sitzes und Unifangs, mehroder weniger Dyspnoe (s. Brustbeschwerden) mit Beängstigung undkurzer, keuchender oder zischender Respiration und erschwertem Kinath-men, oft mit Herzzufällen, manchmal mit etwas Husten. — TropfbareFlüssigkeiten: Blutergiessung (Blutbrust, Hämatothorax) ist ge-wöhnlich Folge einer äussern Gewalttätigkeit (s. Verletzungen derBrust) oder innerer Zerreissung, seltener einer Entzündung oder dergl.;oft entsteht einige Tage nach der Verletzung auf der leidenden Seite, ge-gen den Musculus quadratus lumborum hin, eine besondere, bell violetteoder milchfarbige Ecchymose, welche nie mit der Wunde zusammenhängt.Aber auch ohne Brustextravasat kann auf äussere Veranlassung, durchSchreck, einfache Erschütterung oder Congestion, durch Verletzung einesBrust- oder Rückenmuskels oder eines Nervenästchens, oder blos vomSchmerz, Dyspnoe mit allgemeiner Schwäche, Kälte und Blässe entstehen,welche indessen der Gewaltthat unmittelbar folgt, gewöhnlich in jeder Lagegleichbleibt und meistens mit einer langsamen, stöhnenden Respiration ver-bunden ist. Eiter ergiesst sich gewöhnlich aus einer geplatzten Vomicaia einen Brusfellsack (Eiterbrust, Empyema verum, Pyothorax ) oder