TUBERCULOSIS
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Tuberkeln angetroffen -werden. Die Tuberkeln sind nach Davies die allei-nige Ursache der wahren Phthisis, und kommen sie in den Lungen vor, sofinden wir sie auch in andern Organen. Sie gehören zu den zufälligen Er-eignissen , die der Normalstructur des Organs fremd sind. Louis hat 350Phthisiker secirt,.und das Verhältnis» genau bestimmt, in welchen Organensie beobachtet sind; sie kommen demnach am häufigsten in den LuDgen vor.Lombard aus Genf hat die Leichen vieler Kinder, die an verschiedenenKrankheiten verstorben waren, untersucht, und fand, dass die Mortalität,die von der Phthisis herkam, in Vergleich mit der in andern Krankheiten,nach dem Alter sehr verschieden war. Im Fötus und in den ersten Mona-ten kam sie selten vor. Von 1—2 Jahren war es 3 / a , von 2—3 Jahrenbetrug es 2 /,, von 3 — 4 Jahren 4 / 7 , von 4—5 Jahren 3 / 4 ; vom 5ten Jahrebis zur Pubertät weniger als zwischen dem 4ten und 3ten Lebensjahre, abermehr als vor dem 4ten. Bayle fand das Verhältsiss der Sterblichkeit anPhthisis im Vergleich mit andern Krankheiten wie von 244 : 696. Jn 100Fällen war folgendes Verhältnis»: Von 15—18 Jahren starben 10, von20 — 30 Jahren starben 23, van SO — 40 Jahren starben 23, von 40—50Jahren starben 21, von 50—60 Jahren starben 15, von 60—70 Jahrenstarben 8. Hierbei muss das Land und die Localität berücksichtigt werden.In England ist die echte Phthisis viel häufiger als in Deutschland und Frank-reich. Höchst merkwürdig ist der Umstand, dass in der Schwangerschaftder oft schon längst begonnene Erweichungsprocess der Tuberkeln stillsteht.Die Kranken befinden sich in der Schwangerschaft sehr gut und der Hustenverschwindet oft ganz. Aber nach erfolgter Geburt des Kindes macht dieKrankheit um so raschere Fortschritte, selbst schon im Wochenbette, und derTod folgt bald (vergl. G. F. Most'8 Encyklopädie der medicinischen Praxi».2. Aufl. Artikel: Phthisis und Tuberculosis). Über die Lungen-schwindsucht haben am besten geschrieben: J. Raulin, Th. Reid, IV.Hunter, A. Portal, Th. Beddoet, J. J. Busch, und unter den Neuern:O. L. Rayle , Recherches sur la Phthisie pulmonaire. Paris, 1810. R. T.H. Laenncc, De l'auscultation mediate, ou traite du diagnostic des mala-dies de» poumor.s etc. Tom. I. Paris. 1819. Deutsch. Weimar, 1822. J. D.Heroldt, Über Lungenkrankheiten. Berlin, 1814. A. Duncan, Beobach-tungen über die diagnostischen Zeichen der drei verschiedenen Arten vonLungenschwindsucht. A. d. Engl, von Choulant. Leipzig, 1817. Lorinscr,Lehre von den Lungenkrankheiten. Berlin, 1823. A. Louis, Recherche»anatom. patholog. sur la phthisie. Paris 1825. Frei aus dem Franz. über-setzt von C. Weese. Leipzig, 1827. J. C. A. Krebs, Dis». de phthisi pul-monali vera. Berol. 1829. Lectures ou the Disease» of the Jungs and heart,by Thomas Davies. London, 1835. Consumption curable, by D. Ramadge,ins Deutsche übersetzt von Dr. Hohnbaum, 1835. mit Kupfern. —. In me-dicinisch-forensischer und sanitäts-policeilicher Hinsicht bemerken wir überdie traurige Knotensucht, zumal die in den Lungen, Folgendes: 1) Dieechte, wahre Schwindsucht beruht einzig und allein auf Tuberkelbildungund Erweichung dieser Knoten in der Lungensubstanz. Hier findet sich derbekannte Schwindsuchtskörperbau ( Habitus phthisicus ) wie er oben beschrie-ben worden ist. Da nun thatsächlich dieses Übel erblich ist, und dann,wie oben gesagt, sich schon als Keim im Fötu» und Kinder lungensüchtigerEltern zeigt; so hat die Gesundheitspolicei wol darauf zu achten, dassSchwindsüchtige kein Ehebündniss »chliessen, eben so wenig,wie Epileptische, Wahnsinnige u. a. m. (s. Ehe). Wildberg (Medic. Ge-setzgebung. 2. Aufl. 1820. §. 374 u. 375) sagt mit Recht: „Da nicht alledergleichen Krankheiten in die Augen fallen, und da es auch Krankheitengiebt, die sogar durch den Ehestand gehoben werden können; so ist dieEinrichtung sehr zweckmässig, dass alle diejenigen, welche sich verheira-then wollen, von bekannten Ärzten ihres Wohnortes oder doch wenigstensihrer Gegend gewissenhafte Beglaubigungsscheine ihres Gesundheitszustandeshaben müssen, ehe ein Geistlicher sie trauen darf. — Dass von Verehe-lichten so manche Fehler, die entweder der eigenen Gesundheit derselben,
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