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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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SÄUGAMME

das Glüek und die sichere Existenz der Familien beträfe oder der häufigerdie Entscheidung der Ärzte in Anspruch nähme, als gerade dieser. Alles,was über die Muttermilch in Betracht ihrer Eigenschaften als Ernährungs-mittel der Kinder gesehrieben, ist ungenügend; Niemand wird sich wol vonder Farbe, Consistenz, oder gar vom Geschmacke der Milch bei der Beur-theilung leiten lassen; denn nichts ist unsicherer als diese Eigenschaften,denen durchaus kein reeller Werth beizulegen ist. Herkömmlicherweise be-rücksichtigen die Arzte bei ihrer Untersuchung mehr den allgemeinen Ge-sundheitszustand einer Amme, als die Eigenthümlichkeit ihrer Milch. Sowichtig ersteres auch ist, so weiss doch jeder Arzt recht gut, dass diebeste Gesundheit nicht immer die guten nährenden Eigenschaften der Milchverbürgt. Die Milchabsonderung kann ungenügend oder verändert bei einerFrau sein, die ausserdem ganz gesund ist. — Wir werden daher in derMilch selbst die Kennzeichen ihrer guten oder schlechten Beschaffenheit su-chen müssen, damit wir zu bestimmten Regeln gelangen und die Entschei-dung, ob eine Mutter stillen soll oder nicht, sowie die Wahl der Ammenicht auf blinder Empirie beruhen oder vom Zufall und der Laune abhängenlassen!! A. Donne's Untersuchuegen zufolge haben die längst bekanntenMilchkügelchen eine Grösse von l / soo — '/ion Millimeter Durchmesser, sie be-stehen nicht aus Käse- und Fettstoff, sondern aus letztem allein, sonstwürden sie sich im Äther nicht auflösen. Die Milch im normalen Zustandeist aus vollkommen sphärischen und regelmässigen Kügelchen von verschie-dener Grösse, mit schwarzem Rande, zusammengesetzt. Diese Kügelchenschwimmen frei in einer Flüssigkeit, die sonst keine Partikelchen schwimmendin sieh enthält ( Donne 1. c. S. 20). Nach der Abbildung F. I. sind sie re-gelmässig in der Milchflüssigkeit verbreitet und nicht, wie beim Colostrumund der kranken Milch, an einzelnen Punkten stark zusammengeballt. Fin-den sie sich sehr sparsam in der Milch, wie bei kümmerlichen Ammen nndMüttern, so besitzt solche Milch sehr wenig Nährkraft. Dornte hat seinerAbhandlung am Ende verschiedene Sorten gesunder und krankhafter Milch,nach Verschiedenheit der Milchkügelchen, wie sie sich unter dem Mikroskopdarbieten, in getreuen Abbildungen angehängt, welche auch der deutschenÜbersetzung beigefügt sind. Da ohne solche Abbildungen man selbst durchsehr genaue Beschreibung keine richtige Ansicht des Gegenstandes zu er-langen im Stande ist; so verweisen wir auf jene kleine Schrift, indem wirschliesslich hier nur noch die Resultate mittheilen, welche Donne (1. c.S. 48) aus seinen Untersuchungen genommen zn haben meint. „Ich haltemich — sagt er, durch meine Untersuchung zu folgenden Schlüssen berech-tigt: 1) Die bisherigen Kenntnisse über die Merkmale einer guten Mutter-milch sind fast Null. 2) Die aus dem allgemeinen Gesundheitszustande ge-zogenen Schlüsse sind ungenügend, um die nährenden Eigenschaften derMilch zu bestimmen. 3) Es ist Thatsache, dass man in der Milch selbstdie Anzeigen ihrer Eigenthümlichkeit suchen müsse und dass das Mikroskop,unterstützt von einigen Reagentien, viel geeigneter ist, diesen Zweck zuerreichen, als die chemische Analyse. 4) Die Zusammensetzung der Milchmuss folgendermassen betrachtet werden: eine Flüssigkeit, die Milchzucker,Salze, eine kleine Menge Fett- und Käsestoff aufgelöst enthält, und in derKügelchen von verschiedener Grösse schweben, die aus Butterfett gebildet,im Äther auflöslich sind. 5) Die Milchkügelchen sind in alkalischen Auflö-sungen sehr schwer löslich. 6) Das Colostrum ist ausser den Milchkügel-chen noch aus eigenthümlichen Körperchen zusammengesetzt, die ich unterden Nafnen körnige Körper beschrieben habe. Die Milchkügelchen imColostrum sind meistens zusammengeballt und unter einander mit einer schlei-migen Masse vermischt. 7) Die Bestandtheile des Colostrums verschwindenerst gegen Ende des ersten Monats des Wochenbettes. Um diese Zeit zeigteine Milch von guter Beschaffenheit keine Spur von Colostrum mehr, unddie Kügelchen sind frei von einander geschieden, regelmässig und zahlreich.Vom 6. oder 10. Tage des Wochenbetts fängt eine gute Milch an, sich vonihren ursprünglichen Elementen loszumachen. 8) Bei den Thieren befolgt die