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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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589
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RAPTUS MELANCHOLICUS RÄUDE 589

Verkauf zulassen, das ungesunde aber confisciren. Sollte IlebentlreiVs Be-merkung richtig sein, dass der Grund zur Erzeugung des Mutterkorns häu-fig in dem Boden, auf welchem das Korn wächst, liege, so sind die Stop-peln auf solchem Acker abzubrennen, worauf das Erdreich tief umgepflügtund mit reinem, gesunden, völlig trocknem Korn besäet werden muss.Noch besser ist, solche Äcker nicht mit Korn, sondern mit andern Früch-ten zu bestellen und erst im nächsten Jahr Korn darauf zn säen. Thera-peutische Cur. Hauptmittel sind: bei den ersten Vorboten des Übels undso früh als möglich ein Vomitiv aus Ipecacuanha alle 5, 1014 Tage wie-derholt. In der Zwischenzeit gebe man, wenn nicht schon von selbst Durch-fall eingetreten, Abführungen von Jalape und Kalomel, von Fol. sennaeund Salmiak, wodurch viel zäher Schleim, Würmer etc. entfernt werden.(S. Most's Encykl. d. med. chirur. Praxis Th. 2. S. 721 u. Art. Clavuss e c a 1 i n u s).

Knptus melanchollcus, s. Affe et, Mania, Melancholie.

Sluucli- und Schnupftabak, s. Nicotiana Tabacum.

Käuclierongen, Guyton-Morvcau'schc , s. Luftreini-

g un gs m itt ei.

Häude, Schäbe, Krätze, Scabies (bei Thieren). Alle Haus-thiere haben ihre eigne anstekende Krätze. Wir betrachten hier: 1) dasräudige Pferd ( Equus scabiosus). Es bekommt auf der Haut klein«entzündliche Geschwüre, die sich mit sehr feinen, milchweissen, schuppenar-tigen Schorfen bedecken und wobei die Haare ausfallen. Aus den grossemGeschwüren dringt röthliche, klebrige, fetto Jauche. 2) Der räudigeHund ( Canis scabiotus). Man unterscheidet nasse und trockne Hun-deräude; letztere ist die gewöhnliche. Zeichen: struppiges Haar an ver-schiedenen Stellen, die Hunde scheuern sich oft am Kücken, am Kreuze^die kleinen Pusteln brechen auf dem Rücken aus. 3) Die Schafräude(Scabies ovium). Sie kommt häufig vor; die Wolle ist an den räudigenStellen weiss und inwendig trocken, das Thier scheuert und kratzt sich oft.Später bilden sich kleine Bläschen; die Haut wird steif und hart, siehtblaugrünlich aus, ist rauh und grindig; die Wolle fällt aus, das Thier ma-gert ab; am räudigsten ist Rücken, Hals, Schwanz und Kreuz. 4) DraRäude des Rindviehes ( Scabies boum). Sie kommt nur in schlechtenWirthschaften, bei Mangel an Reinlichkeit und an gesundem Futter vor.Auch Schweine und Katzen, zumal die Angora-Race, leiden zuweilenan Räude. Die vorzüglichsten Mittel zur Heilung der Räude bei Haus-sieren sind: Reinlichkeit, gutes Futter, Waschen mit Tabaksdecoct, Ein-reiben der Schwefelsalbe etc. In sanitätspoliceilicher Hinsicht ist die Räude,zumal die der Pferde und Hunde, deshalb wichtig, weil sie sich bei Unvor-sichtigkeit auf Menschen fortpflanzt. Sick fand 200 Cavaleristen eines Re-giments, unter dessen Pferden die Räude war, davon angesteckt. Ein«entzündliche und äusserst schmerzhafte Geschwulst hatte sich ihrer Gesich-ter, sowie der Arme und Schienbeine bemächtigt, und diese Theile warenmit einer dicken schwarzen Kruste bedeckt, und bei den meisten war da»Gesicht dergestalt verschwollen, dass sie kaum die Augenlider noch öffnenkonnten. (Sick, Unterricht für den Landwirth zur Abwendung der inKriegszeiten vorkommenden Krankheiten S. 57). Sie nahm also hier eineganz andere Form an. Viborg versichert, die Schweine erhielten nichtselten die Krätze dadurch, dass sie sich in den Mist von krätzigen Scha-fen, Pferden oder Hornvieh legen. Tott (Horn's Archiv. Mai und Juni1828. S, 445) beobachtete, dass die Hunderäude auf zwei Kinder über-ging und sich auf dem Kopfe derselben unter der Form einer Kleienflechtedarstellte. Einen Fall von Übertragung der Hunderäude auf drei Kinder,die einen zwischen Scabies und Herpes in der Mitte stehenden Ausschlagbekamen, observirte Lemonius (s. Clarus und Radius Beiträge etc. 2. Bd.1833. Nr. 14). Reichenau sah bei einer durch Pferderäude angesteckten