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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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QUECKSILBER

flusses nach bereits lange ausgesetztem Quecksilber ist zu bemerken, dasseinige Zeit (nach Sicediaur mehrere, nach Cullerier 2 Monate) vergehenkönnen, ehe das Quecksilber seine virösen Eigenschaften entfaltet, was inCriminalfällen sehr beachtet werden muss, um solchen Fall einer spät ein-tretenden Mercurialsalivation von dem Verdachte einer Quecksilbervergiftungneuern Datums zu unterscheiden. Die Dauer des Speichelflusses nach auf-gegebenem Quecksilbergebrauch ist nicht zu bestimmen ( Linne beobachteteeinen Fall, wo derselbe ein Jahr, Swediaur , wo er Monate und Jahre,Calson, wo er 6 Jahre anhielt). Nach einer gewöhnlichen Mercurialcurkehren der Mund und die Speicheldrüsen innerhalb 14 Tagen oder 3 Wochenzu dem normalen Zustande zurück. In Betreff des Aussetzens des Speichel-flusses führen Bromfield, Howard u. A. an, dass der Speichelfluss mehrereMale zurückkehren könne; Christison aber widerstreitet dem und meint,dass in der Zwischenzeit jedesmal Quecksilber genommen sein müsse, wasauch mit meiner Erfahrung übereinstimmt, ja was selbst da der Fall ist,wo der angebliche Zwischenraum nicht über einige Monate beträgt. DerQuecksilberspeichelfluss tödtet (bei dem jetzt richtigen Gebrauch des Mer-curs selten. Tott~) durch Gangrän des Antlitzes, Mundes, Halses undSchlundes (mildere Präparate sollen dies schon in den kleinsten Gaben thun),durch Erschöpfung (ohne sichtbare Verletzung des Mundes und der angren-zenden Organe), durch Luftröhrenschwindsucht (Ulceration, Verdickung derGlottis), und dadurch herbeigeführte Erstickung, und endlich durch zu-gleich präexistirende Krankheiten. Durch längern Umgang mit Queck-silber, wie in Quecksilberhütten, chemischen Fabriken u. s. w., aber auchbei längerm Gebrauch des KalomeJs, des Hydrargyri oxydulati nigri, desAethiops mineralis, so auch in Folge gemissbrauchter Mercurialeinreibungenund gemissbrauchter Mercurialpflaster, entsteht statt der oben geschildertenacuten eine Art chronischer Mercurialvergiftung (Mercuria 1-krankheit, Morbus mercurialis, Hydrargyrosis, Cachexia. s. Tabes mer-curialis, Erethismus mercurialis ), die sich durch folgende Symptome zuerkennen giebt: Missfarbiges, lockeres, wundes, leicht blutendes Zahnfleisch('Stomacece mercurialis) , angeschwollenes, kachektisch gefärbtes, bleiches,entstelltes Gesicht, erschwertes Gehör, Stottern, Asthma, scorbutische Fleckeauf der Haut, Schlingbeschwerden ( Angina mercurialis ), specifischer Me-tallgeschmack, übelriechender Athem, Mattigkeit, Unruhe, Frösteln, häu-figer Puls, matter Glanz der schmuzigröthlichen, eingefallenen Augen, blaueRänder um dieselben, Ekel, Anorexie, dumpfer Kopfschmerz; die dem An-scheine nach geheilte Syphilis bricht wieder aus, ein etwa geheilter Tripperkommt wieder in Fluss, es entsteht Entzündung der Zunge, des Zapfens,die Farbe der Iris ist verändert, der Humor aqueus getrübt, daher dieschwache Sehkraft, blasse, bläuliche Lippen, Speichelfluss, Durchfall, Hu-sten, Blutspeien, Petechien, Fieber, Schwäche, Abmagerung; es bilden sichHalsgeschwüre, früher dagewesene Chancres verschlimmern sich, sie be-kommen einen unebenen, bläulichen Rand, vernarbte an den Genitalienbrechen wieder auf, gut eiternde Bubonen fangen zu jauchen an, durch denDruck der Zähne entstehen neue Geschwüre von der Form der schon be-stehenden, vorhandene Wunden fangen an zu exuleeriren, es bricht ein demHerpes crustosus ähnlicher, blasenartiger Ausschlag am ganzen Körper, be-sonders aber an den Geschlechtstheilen, zumal an den behaarten Stellen(Erythema, Eczema, Exanthema mercuriale, M e reu r ia lro se) hervor,so auch kleine, haufenweise zusammenstehende Pusteln mit rothem Hofe anden Genitalien, die nach einigen Tagen platzen und eintrocknen, oder her-petische Schorfe bilden, dabei heftige Glieder- und nächtliche Knochen-schmerzen, oft Caries an der Nase, am Gaumen, am Thränenbeine mitZerstörung der übrigen festen und weichen Theile, Osteomalacie der Gau-menbeine, Oberkiefer, oft gänzliche Zerstörung der Alveolen, Gaumenge-wächse, Tophi, besonders an der Tibia, an der Stirne, Zittern, Schwin-del, Ohnmächten, Leibschmerzen, Convulsionen, Lähmung der Schenkel,Wahnsinn, Speichelfluss mit darauf folgender Geschwulst im Munde, An-