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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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PRIORITAS MORTIS

später unterliegen, als andere. 4) Bei Verunglückten mit Schiffenstellt Orfila (a. a. O. S. 275 276) folgende Annahme auf. Ging dasSchiff unter, so werden die besten Schwimmer, und jene, welche die Gei-stesgegenwart und Fassung am längsten behielten, zuletzt umkommen.Sprang das Schiff in die Luft, so wird der Kleinste und Schwächste, abge-sehen von den materiellen Verletzungen, zuletzt in den Wellen umkommen.5) Ein Hauptumstand übrigens, der über die Priorität des Todes der Er-trunkenen Aufschluss geben kann, ist das Resultat der Leichenöffnung.Obgleich zwar die ältere Meinung, dass der Tod der Ertrunkenen von dem,von ihnen verschluckten Wasser entstehe, schon längst, und zwar schon vonZacchias (Quaest. med. leg. Lib. V. Tit. II. Quaest. XI.) verworfen wurde,so hat man doch noch Zweifel darüber aufgeregt, ob der Tod der Ertrun-kenen durch Suffocation oder durch Apoplexie erfolge. Allein sowol aus derVergleichung der, bei der Obiluction Ertrunkener gefundenen pathologischenErscheinungen, als auch aus den nei'ern mit Thieren deshalb angestelltenVersuchen erhellt, dass beide Todesarten beim Ertrinken möglich sind (Henke,Lehrbuch der gerichtlichen Medicin. 5. Ausg. §. 473), obgleich der Toddurch Erstickung häufiger vorkömmt, als jener durch Schlagfluss (vergl.Neues nordisches Archiv für Naturk., Arzneiw. und Chirurgie; von Pf «ff,Scheel und Rudolphi, I. Bd. S. 295. Kopp 1 ! Jahrb. der Staatsarzneik. II.S. 412. III. S. 5. Wenn Kopp, a. a. O. S. 6 sagt:Ertrunkene sterbenin der Regel suffocatorisch; oie apoplektischen Erscheinungen, welche sichbei einigen Ertrunkenen zeigen, sind meist nur secundär und Folgen jenesZustandes", so muss diese Behauptung dahin berichtiget werden, dass auchunabhängig von der Erstickung der Tod beim Ertrinken blos nur apo-plektisch erfolgen kann. ( Henke a. a. O. Not. 2) Dafür spricht auch derUmstand, dass man bei Ertrunkenen oft einzig und allein nur die Kennzei-chen der Apoplexie findet, während jene der Erstickung und namentlich dieschäumende Flüssigkeit in den Lungen und der Luftröhre, als das Resultatdes letzten Actes der Respirationsorgane, der Inspiration (wie schon Heben-streit, Anthropol. forens. S. 488 sagt:Qui demerguntur in aquis inspi-rando moriuntur") der durch Erstickung Sterbenden, fehlen können. Vergl.Henke a. a. O. §. 475. Not. 2. und die Obductionen bei Pyl , Aufsätze undBeobachtuncen aus d. gerichtl. Arzneiwissensch. IV. Samml. 1. Fall undRemer in Kopp's Jahrbüchern II. Bd. S. 116). Nehmen wir dem zu Folge sagt Friedreich nur als Gesetz an, dass der Tod beim Ertrinken ebensowol durch Apoplexie als durch Erstickung erfolgen kann, so wird unshier der Befund der Leichenöffnung über die Priorität des Todes der Er-trunkenen folgenden Aufschluss geben können, a) Finden wir in dem einenLeichname die Kennzeichen der Apoplexie, in dem andern die Kennzeichendes langsamem Todes durch Erstickung, so ist anzunehmen, dass der er-stere sein Leben früher im Wasser geendigt haben müsse, b) Werden inbeiden Leichnamen die Erscheinungen der Apoplexie gefunden, so sprichtdie Priorität des Todes für jenen, bei dem sich die Anlage zum Sehlagflusse,der Habitus apoplecticus , am deutlichsten kund thut. Bei den zumSchlagflusse geneigten Individuen, sagt Henke (a. a. O. §. 473), scheintder Tod beim Hineinstürzen in das Wasser, veranlasst durch Schreck, vor-gängige Erhitzung, augenblicklich zu erfolgen, noch ehe der Tod durchErstickung eintreten kann, und in diesem Falle fehlen die Zeichen der Er-stickung und namentlich die schäumende Feuchtigkeit in der Luftröhre,c) Jener Leichnam, in welchem man nebst den Zeichen der Erstickung auchnoch die Apoplexie findet, ist früher verstorben, als jener, der blos dieErscheinungen der Erstickung zeigt.

IV. Bei Verunglückten, welche zerschmettert wurden,kann man annehmen, dass 1) derjenige, bei welchem die stärkste Verletzungüberhaupt gefunden wird, der zuerst Verstorbene sei. 2) Ebenso derjenige,bei dem die edelsten und zum Leben nothwendigsten Organe verletzt gefun-den wurden. S) Bei gleichem Grade der Grösse der Verletzung und wenndie Verletzung bei allen dasselbe Organ getroffen hat, wird der Stärkere