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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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OPIUM

achtet werden , dass der Kranke so viel als möglich aus seinem Schlafe auf-geweckt und wach erhalten werde, was noch von Zeit zu Zeit selbst nachscheinbar gehobener Narkose und Entleerung des Giftes, wo man ihm sonstwohl Ruhe und Schlaf gönnen könnte, geschehen muss, weil sonst leichtSchlagfluss folgt. Anzurathen sind vorzüglich: kalte Kopfunischläge, Be-giessen des Kopfes mit kaltem Wasser, kalte Sturzbäder über den ganzenKörper (s. Braun in Henke's Zeitschr. f. Staatsarzneikde. Bd. 14. S. 458.Wray und Copland Ebend. V. Ergänz.-Heft. S. 270), Besprengen des Ge-sichts, der Brust mit kaltem Wasser und Essig, Einspritzen kalten Wassersin die Ohren; die örtliche Einwirkung des Aminoniakgases auf die Geruchs-nerven, was jedoch wegen der nachtheiligen Folgen für das Athmen nichtzu lange, nur auf Augenblicke geschehen darf. Endlich dienen noch spiri-tuöse Einreibungen, Sinapismen, Kitzeln des Schlundes. 3) Um dem dro-henden Schlagflusse vorzubeugen, ist nur von den kalten Begiessungen undAderlässen etwas zu erwarten, welche bei von Neuem eintretenden apo-plektischen Symptomen selbst zu wiederholen sind. Erst wenn der Krankehierdurch aus seinem schlafsüchtigen, gefühllosen oder krampfhaften Zustandeerweckt worden, ist in manchen Fällen die Entfernung des Giftes durchsBrechmittel oder durch die Magenpunipe möglich. Ist dies letztere gesche-hen, dann kommen die eigentlichen Gegenmittel der narkotischen Vergiftungan die Reihe. Hierher gehören: die vegetabilischen Säuren, wie Weinessig,Citronensaft, für sich oder in Limonadenform, schwarzer Kaffee mit Citro-nensaft, Abkochungen von gerbestoffhaltigen Vegetabilien, zumal von Gall-fipfeln; unter Umständen, bei grosser Hinfälligkeit, auch Kampher, flüchti-ges Laugensalz und Äther, Klystiere von Essig u. s. w. Bei den medico-legalen Untersuchungen ist das. Opium, wenn dieses in Substanz oder imaufgelösten Zustande als Tinctur noch vorgefunden wird, an seinen äussernMerkmalen, wie solche schon oben angegeben, leicht zu erkennen. Schwie-riger ist es, das Opium in ausgekrochenen Massen oder im Mageninhalteder geöffneten Leiche nachzuweisen; obwol dasselbe auch hier theilweisedurch seinen Geruch zu entdecken, so muss dennoch, um ein bestimmteresUrtheil fällen zu können, eine genaue chemische Untersuchung stattfinden.Zu diesem Zwecke sondert man zuerst die flüssigen Theile von den festern,zieht die letztern mit verdünnter Essigsäure aus und vermischt beide Fluida.Diese werden dann mit Ammoniakflüssigkeit versetzt, wodurch das Morphinausgefällt wird. Letzteres wird auf einem Filtrum gesammelt, getrocknetund mit starkem Alkohol ausgezogen; nun wird beim langsamen Verdampfendes Alkohols das Morphin sich in Krystallen ansetzen. Sollten die Krystallenicht rein sein, so kann man sie mittels verdünnter Essigsäure auflösen, dieLösung mit etwas reiner Blutlaugenkohle kochen, filtriren, den Rückstandauf dem Filter mit Wasser aussüssen und die erhaltenen Filtrate langsamverdunsten, wo dann essigsaures Morphin in büschelförmigen Krystallen zu-rückbleiben wird. Gallustinctur bewirkt in der Lösung des essigsauren Mor-phins eine geringe Trübung und nach einiger Zeit einen geringen Nieder-schlag. Eisenchlorid, recht vorsichtig mit einem Glasstabe in die Lösungdes Morphinsalzes gebracht, erzeugt eine dunkelbraune Färbung, die beieiner tausendfachen Verdünnung noch sehr gut zu bemerken ist. Concen-trirte Salpetersäure, auf etwas Morphin mittels eines Glasstabes gebracht,erzeugt sogleich eine schön gelbe, bald ins tief Orangenrothe übergehendeFärbung. (S. Orfila, Allgem. Toxikologie. Kühn '« Übersetzung. Leipzig1830. 2. Bd. S. 42115. Sobernheim und Simon, Prakt. Toxikologie. Ber-lin 1838. S. 476504.)

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Orfila (Traite de M^d. leg. 1836. Tom. III. pag. 366 seq.) theilt fol-gende Resultate seiner Versuche über die Wirkung des Opiums auf die thie-rische Ökonomie mit. 1) Zwei bis drei Drachmen Opium purum innerlichgegeben, tödtet die stärksten Hunde binnen 20 30 Stunden. 2) Das mitkaltem Wasser und nur durch einmalige Abdampfung gewonnene Opium-extract ist wirksamer als das Opium selbst und die auf andere Weise be-