LAKARETH
— LEBEN
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Gift eine örtliche Reizung bewirkt, so wird es dennoch absoibirt und äusisert seine Wirkung vorzüglich aufs Nervensystem.
Laxnretii, s. Krankenhaus.
lieben, Tita (franz. la vie, engl. Ihe Vife, ital. la vita). Ist <fcrErscheinung nach Dasein und Thätigkeit, mit dem Vermögen, aus eigenemAntriebe Bewegungen vorzunehmen. Unter dem Ausdruck Treben verste-hen wir seiner wahren Bedeutung nach die schaffende Kraft in derganzen Natur und in den organischen Wesen ( Kreysig ). Mö-gen immerhin die mannigfaltigen und verschiedenen Betrachtungen, Theorien,Vorstellungen und Begriffe des Lebens von unseren Philosophen dem Ur-eingeweiheten scharfsinnig und tief philosophisch erscheinen, und zwar umso mehr, je abstracter, dunkler und rätselhafter sie uns vorkommen; —mag der Eine sagen: wir dürfen das Leben nicht einseitig und nach einerRichtung auschauen, nicht in einem zu beschränkten Kreise untersuchen,sondern wir müssen es vielseitig, ja allseitig auffassen; mag der Andere be-haupten, dass wir nur dann über das Leben richtig urtheilen könnten,wenn wir uns über dasselbe erheben, uns gleichsam davon im Geiste tren-nen und es von einem höhern Standpunkte ausser ihm erschauen;mag der Eine dies, der Andere das über das Leben philosophiren, so bleibtdoch so viel ausgemacht, dass die meisten Untersuchungen und Theorien überdas Leben bald zu einseitig, mangelhaft, willkürlich und enge, bald zu abstrai tund hochtrabend, bald zu niedrig und materiell erscheinen. Die Vielseitigkeitund unendliche Mannigfaltigkeit des Lebens in der Erscheinung selbst macht e3nothwendig, dass der Philosoph dasselbe in verschiedenen Richtungen betrach-tet, und seine Untersuchungen und Forschungen in verschiedenen Beziehun-gen anstellt. Er muss stets bedenken, dass wir Menschen selbst mitten imLeben stehen, dass wir uns nicht von ihm, wenn wir es untersuchen wol-len, trennen können; unser Denken, unser Abstrahiren und Construiren istselbst nur im Leben und durch das Leben möglich, und daher ist derVersuch, sich auf einen höhern als menschlischen Standpunkt bei der Un-tersuchung zu stellen, als eitel und fruchtlos zu verwerfen. Dagegen müs-sen wir uns bestreben, vor allen Dingen zuerst die Geschichte der Philoso-phie zu studiren, und so die verschiedenen Bemühungen älterer und neuererPhilosophen, von rytliagoras, Nato und Aristotelet an bis ajf unsere Zei-ten, die über das Leben gelehrte Untersuchungen anstellten, historisch ken-nen zu lernen. Dadurch erlangen wir eine Menge Materialien, die, weilsie von verschiedenen Baumeistern gesammelt werden, schon eine gewisseMannigfaltigkeit in diese abstracte Untersuchung bringen. Das Innere undWesentliche der Dinge, das eigentliche Lebensprincip, als der Grund alleräussern Erscheinungen des Lebens, ist uns verschlossen, denn er entgehtunserer äussern Sinnes Wahrnehmung; wir können den Grund des Lebens mitunsern Abstractionsverrichtungen des Verstandes nicht ergreifen, wir kön-nen den Grund alles Lebens durchaus nicht begreifen, eben weil er in deruns gleichfalls unbegreiflichen Gottheit liegt. Wir können uns nur eineIdee des Lebens bilden, eine Uridee, das Product der höchsten Thä-tigkeit unserer Vernunft und der Phantasie, welche den leeren, formellenBegriff de» Lebens, den unsere Sinneswahrcehmung im Ausserlichen sichdarstellte, belebt. „Das Leben ist Sein und Thätigkeit aus eige-ner Kraft. Die Letztere enthält den innern Grund des ausserlichen Seinseines jeden Dinges sowol, als der Thätigkeit desselben. Beide sind inEins geschmolzen; denn es ist kein Sein obne Thätigkeit, und keine Thä-tigkeit ohne Sein." So betrachten unsere heutigen Philosophen das Leben,und wollen es auf diese Weise denken und begreifen. Sie reden vom Idea-len und Realen des Lebens, vom höchsten Leben in der Erscheinung, vonden allgemeinen Stufen des Lebens, von der quantitativen und qualitativenForm desselben, von der Wellseele, von dem Weltall; von gewisseu Le-bensgeistern und Potenzen erst-.r, zweiter und dritter Ordnung etc., sienehmen nur eine Seele für die ganze Menschheit an, und behaupten, dass